Plainclothes

Im Regiedebüt von Carmen Emmi spielt Tom Blyth einen jungen Zivilpolizisten in den 90er Jahren, dessen Job es ist, schwule Männer auf öffentlichen Toiletten zu verhaften, während er sich noch mit seiner eigenen sexuellen Orientierung arrangieren muss. Was die Erzählstruktur oder visuelle Einfälle wie endlose VHS-Schnipsel angeht, ist »Plainclothes« ein wenig überinszeniert und auch nicht ganz frei von einigen in die Jahre gekommenen Klischees. Durch das in Sundance mit einem Preis bedachte starke Ensemble entwickelt der Film aber durchaus emotionale Wucht.

Nymphomaniac (2013)

Lars von Triers Traktat zur Sexualkunde, »Nymphomaniac« erster Teil, macht dem Zuschauer bewusst, wie durchlässig die Grenzen sind zwischen Drama und Farce, Dichtung und Wahrheit und pornografischer und steriler Deutlichkeit.

Dune (2020)

Denis Villeneuves SF-Film saugt die merkwürdige ideologische Melange des Kultromans so energisch auf wie ein Riesensandwurm und verarbeitet sie zu einem visuell extrem attraktiven Wüstenabenteuer mit Hinweisen auf die aktuelle Weltlage. Trotz Überlänge: Da muss noch was kommen.
Gerhard Midding

Eines meiner Lieblingszitate von François Truffaut erfuhr ich von der Schauspielerin Marie-France Pisier, die Anfang der 1960er von ihm entdeckt wurde und in zwei Episoden seines Antoine-Doinel-Zyklus' auftrat, »Liebe mit Zwanzig« und »Liebe auf der Flucht«. Ein Drehbuch, sagte er einmal zu ihr, ist ein Glücksversprechen. Bleiben wir ruhig beim Original, »une promesse de bonheur«, da es in diesem Eintrag um zwei frankophone Projekte geht.

Paramount+: »Predators«

Keine Doku über Aliens, sondern über eine populäre US-Reality-TV-Sendung, die »Jagd« auf Pädophile machte.

DVD-Tipp: Helge Schneider – The Spielfilmpaket

Die limitierte Box »Helge Schneider – The Spielfilmpaket« enthält alle fünf Spielfilme des Multitalents. Im Bonusmaterial reflektiert er sein eigenes Schaffen.

VoD: »Twinless« (2025)

Ein junger Mann muss den Tod seines Zwillingsbruders verkraften und trifft auf einen unerwarteten Begleiter.

Film des Monats Januar: »Silent Friend«

Ein 200 Jahre alter Ginkgo erzählt von drei Menschen aus verschiedenen Zeiten. Ildikó Enyedís poetischer Film verbindet Natur, Wissenschaft und Liebe zu einem sinnlichen, humorvollen und melancholischen Kinoerlebnis.
Gerhard Midding

Uns war von Anfang an klar, dass der Artikel bei seinem Erscheinen Makulatur sein würde. Nicht einmal ein später Redaktionsschluss hätte geholfen. Aber ebenso klar war, dass man unbedingt etwas zur Bieterschlacht um Warner Brothers bringen müsste.

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