TV-Tipps
Führer und Verführer (2024)
8. November, 22:45 Uhr, SWR
Joachim A. Lang wagt eine Innenansicht der Nazi-Clique zwischen 1938 und 1945, gesehen aus der Perspektive von Joseph Goebbels. Ein kluger Film über das Funktionieren von Propaganda und die Macht der Bilder.
Verleugnung (2016)
8. November, 23:35 Uhr, Das Erste
Das Gerichtsdrama »Verleugnung« erzählt anhand des Falles David Irving vs. Deborah Lipstadt aus dem Jahr 2000 von der Schwierigkeit, einem Holocaustleugner seine Lügen nachzuweisen. Ein brisantes Thema, phasenweise allzu konventionell inszeniert, jedoch detailreich und treffsicher geschrieben sowie glänzend gespielt.
The Zone of Interest (2023)
9. November, 22:15 Uhr, ZDF
Jonathan Glazer erzählt vordergründig vom beschaulichen Dasein der Familie des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß. Kunstvoll erhebt er Einspruch gegen die Obszönität dieser Idylle. Ihm gelingt ein Meisterstück beklemmender filmischer Suggestion, denn untergründig ist das Grauen der Shoah in jeder Sekunde zu spüren.
Meinen Hass bekommt ihr nicht (2022)
9. November, 23:15 Uhr, NDR
Grandios gelingt es dem deutschen Regisseur Kilian Riedhof von dem nationalen Trauma der Anschläge von Paris 2015 aus einer rein persönlichen Sicht zu erzählen – nach dem autobiografischen Buch von Antoine Leiris.
Up in the Air (2009)
12. November, 20:15 Uhr, RBB
George Clooney in Bestform als Job-Terminator Ryan Bingham. Sein Job in »Up in the Air« ist es, Leuten ins Gesicht zu sagen, dass sie entlassen sind. Champion eines Lebensstils, der Vielfliegerei und Bindungslosigkeit als oberste Tugenden betrachtet.
Verblendung (2011)
14. November, 22:00 Uhr, ZDFneo
David Fincher verfilmt Stieg Larssons Thriller- Bestseller: Ein Paradebeispiel dafür, wie brillantes Filmhandwerk und grandiose Schauspieler eine konventionelle Krimistory adeln können.
2 Guns (2013)
14. November, 23:35 Uhr, ZDF
Denzel Washington und Mark Wahlberg ballern sich genüsslich durch ein raffiniertes Actionabenteuer, in dem die Drogenmafia und diverse Geheimdienste sich gegenseitig jagen.
Es geht um Luis (2024)
15. November, 22:30 Uhr, SWR
Kammerspiel auf offener Straße um die familiären Konsequenzen schulischen Mobbings. Als ihr Sohn zum Mobbingopfer wird, droht die ohnehin wackelige Welt von Jens und Constanze zu zerbrechen.
Dream Scenario (2023)
15. November, 23:35 Uhr, Das Erste
Ein durchschnittlicher Biologieprofessor erscheint auf einmal in den Träumen anderer Menschen. Aus dieser Grundprämisse macht Kristoffer Borgli eine skurrile Tragikomödie um die Verführungskraft sowie die Schattenseiten von Ruhm. Mit Nicolas Cage als herausragendem Fixpunkt.
One of These Days (2020)
15./16. November, 00:05 Uhr, SWR
Beim »Hands On«-Wettbewerb, den ein texanisches Autohaus ausrichtet, gilt: Wer am längsten durchhält mit seiner Hand auf Pick-up-Truck, darf ihn sein eigen nennen. Bastian Günthers an reale Begebenheiten angelehnter Film ist eine bitterböse Reflexion über den Kapitalismus, über Einsamkeit, Wettbewerb und Materialismus.
Wind River (2017)
16. November, 0:55 Uhr, ZDFneo
»Wind River« ist ein packend inszenierter, gut gespielter und hervorragend fotografierter Schneewestern, dessen Frauenfiguren altbacken wirken.
Hysteria (2025)
17. November, 01:15 Uhr, ZDF
Ein furioser Thriller um eine (versehentliche) Koranverbrennung bei einem Filmdreh und eine Praktikantin in Nöten – grandios gespielt von Devrim Lingnau. Im vielschichtigen wie -deutigen Geflecht aus Projektionen, Vorurteilen und Paranoia spiegelt Mehmet Akif Büyükatalay treffsicher und sarkastisch Dynamiken einer gespaltenen, hysterisierten Gesellschaft.
Gloria – Das Leben wartet nicht (2018)
19. November, 23:45 Uhr, WDR
Auch als starbesetztes Hollywood-Remake ist dieses Porträt einer alleinstehenden Frau und Mutter so leichtfüßig und zugleich tiefgründig wie das gefeierte chilenische Original »Gloria« von 2013.
Der Schimmelreiter (2025)
20. November, 20:15 Uhr, 3sat
Theodor Storms Novelle »Der Schimmelreiter« von 1888 liefert Stoff für die Gegenwart. Didaktische Elemente verbinden sich aber nicht immer organisch mit der Geschichte eines Außenseiters und seines Kampfes gegen den Klimawandel.
Zikaden (2025)
20. November, 20:15 Uhr, Arte
Behutsames, stilvolles Porträt von zwei Frauen aus sehr unterschiedlichen Lebenswelten in der brandenburgischen Provinz mit einer gewohnt fantastischen Nina Hoss und einer ebenso überzeugenden Saskia Rosendahl in den zwei Hauptrollen.
Tandem – In welcher Sprache träumst du? (2024)
20. November, 21:50 Uhr, Arte
In diesem tiefenscharfen Coming-of-Age-Drama werden mit der Annäherung zweier Austauschschülerinnen aus Deutschland und Frankreich mit leichter Hand eine Vielzahl politischer und psychischer Probleme zu einem anrührenden Stimmungsbild pubertärer Malaise verwoben.
Rote Sterne überm Feld (2025)
20. November, 23:30 Uhr, Arte
In ihrem mutigen und wilden Debütfilm spürt Autorin und Regisseurin Laura Laabs den Dämonen der Vergangenheit, den Traumata der Menschen und den Brüchen der Geschichte nach.
Dunkirk (2017)
22. November, 20:15 Uhr, Arte
Man soll mit dem Wort Meisterwerk vorsichtig sein, aber hier scheint es angebracht. Christopher Nolan erzählt in »Dunkirk« von einem historischen Ereignis in Bildern, die man so noch nie auf der Leinwand gesehen hat. Ein tolles Ensemble und eine raffinierte Erzählstruktur tun ihr Übriges
Mein Ende. Dein Anfang. (2019)
22./23. November, 00:15Uhr, SWR
In raffinierten Zeitschleifen erzählte Geschichte um einen Schicksalsschlag und eine ideale Beziehung jenseits aller Klischees. Und ganz nebenbei auch ein Spiel mit dem Verlauf der Lebenszeit.
Der schlimmste Mensch der Welt (2021)
23. November, 23:15 Uhr, NDR
Julie will vieles sein, alles lieben und ein intensives Leben führen. Immer so lange, bis sie sich selbst in den jeweiligen Rollen überdrüssig wird. Zunächst dreht sich alles um Aksel. Dann trifft die junge Norwegerin auf Eivind; Kinderwünsche kollidieren mit dem Ekel vor der Kernfamilie und dem Hass auf den eigenen Vater. Regisseur Joachim Trier trifft mit seinem Liebesfilm die Gegenwart ins Herz, vorbei an Kitsch und abgedroschenen Klischees: bezaubernd und tiefsinnig.
Des Teufels Bad (2024)
25. November, 22:55Uhr, Arte
Außergewöhnlicher Film zu einem weitgehendend unbekannten Kapitel der europäischen Mentalitätsgeschichte. Eindrucksvoll inszeniert, mit ausdrucksstarken Bildern auf 35 mm, die eine düstere Lebenswelt zeigen, die zugleich verstört und bezaubert.








