TV-Tipps
Challengers – Rivalen (2024)
15. August, 20:15 Uhr, ZDFneo
»Challengers« ist kein Sportfilm, sondern ein Beziehungsthriller, der den Prinzipien des Tennis folgt und von »Call Me by Your Name«-Regisseur Luca Guadagnino als Feuerwerk visueller Ideen mit so viel Drive und Raffinesse, Sinnlichkeit und feinem Gespür für mitschwingenden Subtext inszeniert ist, dass man sich nur zu gerne verführen und mitreißen lässt.
Die Gleichung ihres Lebens (2023)
16./17. August, 0:45 Uhr, ZDF
Ihr vorläufiges Scheitern im Wissenschaftsbetrieb führt eine junge Mathematikerin auf Umwegen zu neuen Erkenntnissen: eine charmante Komödie über Mathematik, Liebe, und Selbstbehauptung mit Ella Rumpf als unorthodoxer Heldin.
Der Buchspazierer (2024)
17. August, 20:15 Uhr, Das Erste
Märchenhafte Bestsellerverfilmung um Freundschaft, den Zauber von Büchern und das Glück des Lesens mit einem herausragenden Christoph Maria Herbst und einer ebensolchen Yuna Bennett, von dem erfahrenen Märchenverfilmer Ngo The Chau.
Offenes Geheimnis (2017)
17. August, 20:15 Uhr, One
Die schwierige Rückkehr in die Heimat, das Aufbrechen familiärer Konflikte und eine Kindesentführung: Asgar Farhadis in Spanien angesiedelter psychologischer Thriller verknüpft Starkino mit der Beschreibung gesellschaftlicher Verhältnisse.
Bulldog (2022)
18./19. August, 00:00 Uhr, RBB
Verletzlich, verletzt und unglaublich stark spielt Julius Nitschkoff in André Szardenings' Kinodebüt einen 21-Jährigen, der zu nehmend an der verantwortungslosen Sorglosigkeit seiner nur 15 Jahre älteren Mutter (Lana Cooper) zu zerbrechen droht. Von Regisseur Szardenings in betörend schönen und traurigen Bildern erzählt.
Ewige Jugend (2015)
19. August, 20:15 Uhr, Arte
Zwei Künstler, der eine ein Komponist und Dirigent, der andere ein Filmemacher, ziehen in einem Schweizer Grandhotel die Bilanz ihres Lebens. Zwei großartige Altersrollen für Michael Caine und Harvey Keitel.
Mein Leben, mein Ding (2024)
19. August, 23:05 Uhr, Arte
Mit absurdem Witz und leiser Melancholie erzählt die Französin Sophie Fellières von einer mittelalten Frau in einer Lebenskrise – mit scheinbar planlosen Konversationen und wirren Handlungen. Manchmal herausfordernd und doch faszinierend.
Lara (2019)
19. August, 23:15 Uhr, BR
Dem Regisseur von »Oh Boy« ist mit »Lara« wieder ein großer Film gelungen: das eindrucksvolle Porträt einer Frau, die zu wenig gewagt und deshalb ihr Leben verpasst hat.
Sisi & Ich (2023)
20. August, 22:45 Uhr, Arte
Nach Marie Kreutzer in »Corsage« entwirft nun auch Frauke Finsterwalder in »Sisi & Ich« eine Art Anti-Sissi, zeigt nicht die junge Kaiserin, sondern die alternde, und hinter dem historischen K+K-Märchenflor die sehr aktuelle Realität einer Frau, die sich gegen gesellschaftlichen und höfischen Druck auflehnt.
Die einfachen Dinge (2023)
20. August, 23:45 Uhr, WDR
Der Titel von Éric Besnards neuer bukolischer Komödie ist Programm: Es geht darum, was »wirklich zählt« im Leben. Ein quirliger Geschäftsmann (Lambert Wilson) wird vom Gehetztsein seiner urbanen Existenz erlöst, als er in den Bergen auf einen schroffen Aussteiger (Grégory Gadebois) trifft. Das Drehbuch schlägt der eigenen Vorhersehbarkeit sachte Schnippchen – und dank der Spielfreude der Darsteller erweisen sich die Lebenslektionen als erfreulich wechselseitig.
Booksmart (2019)
21. August, 01:30 Uhr, ZDF
Zwei Streberinnen wollen in der Nacht vor dem Schulabschluss endlich Party machen: Toll besetzt und gespielt, mangelt es »Booksmart« an Mut zur Schärfe. Was bleibt, ist ebenso nette wie harmlose Unterhaltung.
Schachnovelle (2020)
21. August, 20:15 Uhr, 3sat
Stefan-Zweig-Verfilmung mit Oliver Masucci und Albrecht Schuch, die sich auf die Innenperspektive eines von den Nazis inhaftierten Notars konzentriert.
Flight (2012)
21. August, 22:50 Uhr, BR
Denzel Washington legt als alkohol- und drogenabhängiger Pilot, der durch eine waghalsige Rettungsaktion eine Katastrophe abwendet, die packende Charakterstudie eines Suchtkranken hin.
Irgendwann werden wir uns alles erzählen (2023)
21./22. August, 00:15 Uhr, SWR
Emily Atef adaptiert Daniela Kriens Debütroman über eine tragische Liebe in der Zeit zwischen Wende und Wiedervereinigung in Ostdeutschland als stimmungsvolle, aber nicht unproblematische Amour Fou, bei der die inneren Beweggründe der Figuren mysteriös bleiben.
The Card Counter (2021)
23. August, 23:15 Uhr, 3sat
Paul Schraders Film ist eine Reflexion über Schuld, Trauma und Hoffnung, und zugleich ein zorniges Plädoyer gegen Unrecht und ungesühnte Kriegsverbrechen. Hervorragend besetzt, nur manchmal zu kühl und zu betont undramatisch.
Gloria – Das Leben wartet nicht (2018)
23./24. August, 00:05 Uhr, Das Erste
Auch als starbesetztes Hollywood-Remake ist dieses Porträt einer alleinstehenden Frau und Mutter so leichtfüßig und zugleich tiefgründig wie das gefeierte chilenische Original »Gloria« von 2013.
Abteil Nr. 6 (2021)
24. August, 01:25 Uhr, Arte
Regisseur Juho Kuosmanen schickt zwei Protagonisten aus zwei unterschiedlichen Welten auf eine gemeinsame Zugreise durch den kalten russischen Norden. Bald verwandelt sich die anfängliche Abneigung zwischen der jungen Frau und dem ungehobelten Mann in tapsige Zuneigung. Ein zart-poetischer Film über soziale Unterschiede, die russische Landbevölkerung und natürlich die Liebe. Kein Kitsch nirgendwo.
Before Midnight (2013)
24. August, 20:15 Uhr, One
Bei ihrer dritten Begegnung verbringen Julie Delpy und Ethan Hawke einen Urlaub in Griechenland. Die Romantiker von einst sind in »Before Midnight« im Ehealltag angekommen und verhandeln auf charmante Weise Liebes- und Lebensdinge.
Zwei Leben (2012)
24. August, 22:00 Uhr, arte
Die Idee, das Thema »Lebensborn« und die Ungereimtheiten zwischen Nazideutschland und dem Nachfolgestaat DDR zu beleuchten, ist so wichtig, dass eine genauere Aufarbeitung unumgänglich ist. Diese opfert die Regie einem fragwürdigen Thriller, der mehr verrätselt, als der Sache letztlich dienlich ist.
Sweet Disaster (2021)
25. August, 01:05 Uhr, Arte
Das autobiografisch gefärbte Drama einer verlassenen Schwangeren in Berlin verwandelt Laura Lehmus mit einer Fülle bunter Ideen und origineller Einfälle in eine märchenhaft bunte Feelgoodkomödie. Das hat viel Charme, neigt aber auch zu einer gewissen Oberflächigkeit.
Super 8 (2011)
25. August, 23:00 Uhr, ZDFneo
Ein Mysterythriller über eine Gruppe von Teenagern, die Zeugen eines Zugunglücks werden, woraufhin ihre Kleinstadt von geheimnisvollen Vorgängen heimgesucht wird. Aus unzähligen Genrestandards und Elementen älterer Science-Fiction-Filme erzeugt der Film ein eigenes Flair. Es steckt viel Ironie, aber noch viel mehr Liebe darin.
Vesper Chronicles (2022)
25./26. August, 00:15 Uhr, ZDF
Minimalistischer Science-Fiction-Film, der sich auf das Verhalten einiger weniger Figuren konzentriert und seine Spezialeffekte gezielt einsetzt, statt sie für Äußerlichkeiten zu verschwenden.
Phoenix (2014)
26. August, 20:15 Uhr, Arte
Eine Frau kehrt aus dem Konzentrationslager zurück und sucht ihren Mann, der sie aber nicht erkennt: Zusammen mit Nina Hoss und Ronald Zehrfeld spürt Christian Petzold in »Phoenix« erneut den Bruchlinien der deutschen Geschichte nach
Die innere Sicherheit (2000)
26. August, 21:45 Uhr, Arte
Der Terrorismus, genauer: die Nachgeschichte des Terrorismus, ist im deutschen Kino wieder zum Thema geworden. Nach Schlöndorffs »Die Stille nach dem Schuss« erzählt Christian Petzold von einem Paar, das 20 Jahre im Untergrund gelebt hat, und seiner Tochter, die aus dem Versteck ausbrechen will.
Mehr denn je (2022)
26. August, 23:45 Uhr, BR
Kein Film über den Tod und das Sterben, sondern ein Film über den letzten Abschnitt des Lebens: Mit feinem Gespür begleitet Emily Atef eine junge Frau in einer existenziellen Phase ihres Lebens, so wie sie zuvor schon vielen Frauen in krisenhafter Ausnahmesituation einen Weg zu innerer Stärke eröffnete.
Promising Young Woman (2020)
28. August, 01:30 Uhr, ZDF
Mit ihrem Regiedebüt betritt die britische Schauspielerin Emerald Fennell das umstrittene Terrain des Rape-and-Revenge-Genres. In Teilen pointiert und treffend, ist ihr Film sehr daran interessiert, das Publikum am Ende etwas oberlehrerhaft mit den eigenen, problematischen Erwartungshaltungen zu konfrontieren.
Wo in Paris die Sonne aufgeht (2021)
29. August, 23:25 Uhr, 3sat
Jacques Audiards neuer Film ist ein forscher Kurswechsel: Zum ersten Mal dreht er in Schwarzweiß, zum ersten Mal adaptiert er einen Comic und verzichtet dabei (fast) ganz auf die Gewalt, die sonst das dramaturgische Kraftfeld seines Kinos bildet. Statt dessen zeichnet er ein lebhaftes Generationenporträt und inszeniert einen beschwingt melancholischen Liebesreigen im modernen Paris.
Saltburn (2023)
30./31. August, 00:40 Uhr, ZDF
Emerald Fennel (»Promising Young Woman«) nimmt sich in »Saltburn« auf bitterbös-satirische Weise die britische Upper Class vor.
Auf der Couch in Tunis (2019)
31. August, 20:15 Uhr, ONE
Charmant, witzig, aber leider hier und da oberflächlich erzählt Manele Labidi von einer jungen Psychologin (Golshifteh Farahani), die aus Paris in ihre Heimat Tunis zurückkehrt, um dort eine Praxis zu eröffnen – auch, um sich selbst zu finden.
Nur eine Frau (2019)
1. September, 23:15 Uhr, HR
Hatun Aynur Sürücü fiel im Jahr 2005 einem sogenannten Ehrenmord zum Opfer, weil sie sich von der Tradition ihrer streng gläubigen kurdisch-türkischen Familie gelöst hatte. Die Geschichte dieser jungen Frau erzählt die Regisseurin Sherry Hormann in »Nur eine Frau« radikal aus deren Sicht.
Souleymans Geschichte (2024)
2. September, 23:30Uhr, Arte
Der preisgekrönte Sozialthriller über einen afrikanischen sans-papiers, der als Essensauslieferer in Paris arbeitet und auf politisches Asyl hofft, besticht sowohl als dokumentarische Betrachtung der Schattenwirtschaft des Fahrradkuriergeschäfts und als berührendes Charakterporträt.
Pelikanblut (2019)
3./4. September, 00:55 Uhr, Arte
Die Geschichte eines schwer traumatisierten Kindes ist Grundlage für das Porträt einer Frau, die an ihre Grenzen geht. Nina Hoss führt ein fabelhaftes Ensemble an.



