TV-Tipps

Trautmann (2018)

3./4. Juli, 00:15 Uhr, SWR
Die Intergrationsgeschichte des deutschen Kriegsgefangenen Bert Trautmann, der im England der 50er Jahre zur gefeierten Torwartlegende aufstieg, inszeniert Marcus H. Rosenmüller zwischen klassischer Sportfilmdramaturgie und britischem Feelgood-Movie, dem man mehr Mut zu offenen Widersprüchen gewünscht hätte

District 9 (2009)

04. Juli, 23:50 Uhr, ZDFneo
Der von krachenden Effekten dominierte Blockbuster-Sommer 2009 endete mit einer originellen Note. Rasant, blutig, eklig, ironisch und am Ende auch gefühlvoll – eine Art »Transformers« für den denkenden Zuschauer.

Maigret (2022)

5./6. Juli, 0:05 Uhr, 3sat
Gérard Depardieu glänzt als Maigret in dieser sehenswerten Simenon-Adaption, in der Patrick Leconte sich als Meister des Understatements erweist.

Heute bin ich Samba (2014)

8. Juli, 20:15 Uhr, Arte
Das Feelgoodmovie »Heute bin ich Samba« über einen illegalen Migranten in Paris balanciert auch dank des Charmes von Omar Sy unterhaltsam zwischen Dur und Moll, verstolpert sich aber mit einer aufgesetzt wirkenden Romanze.

Roads (2019)

09. Juli, 01:10 Uhr, WDR
»Victoria«-Regisseur Sebastian Schipper schickt einen geflüchteten Kongolesen und einen Engländer durch Europa: ein holprig geratenes Roadmovie mit einer arg pädagogischen Flüchtlingsgeschichte, das als Buddymovie dennoch gut funktioniert.

Julie & Julia (2009)

09. Juli, 23:45 Uhr, ZDFneo
Das Leben Julia Childs, der amerikanischen Kochlegende der fünfziger und sechziger Jahre, verschränkt mit der Vita einer frustrierten Callcenterangestellten in New York. Das geht in »Julie & Julia« nicht nur gut.

Die Akademie (2024)

10. Juli, 23:15 Uhr, Arte
Ein Bildungsroman um eine junge Kunststudentin, die in einem quicklebendigen Karneval der Egos, Strömungen und Launen mehr noch zur Lebenskunst als zum Kunsthandwerk findet.

Little Trouble Girls (2025)

10/11. Juli, 00:00 Uhr, MDR
In diesem suggestiv inszenierten und elegant die Klischees eines Coming-of-Age-Films unterlaufenden slowenischen Drama erlebt eine blutjunge Sängerin eines Mädchenchors auf einem Probenwochenende ihr verstörendes sexuelles Erwachen.

Solange ich atme (2017)

11. Juli, 20:15 Uhr, One
Dank der bedingungslosen Liebe seiner Frau ist Robin Cavendish der erste Mensch, der mit eiserner Lunge außerhalb eines Krankenhauses lebt: In seinem Regiedebüt »Breathe« überhöht Andy Serkis die harsche Realität in märchenhaftem Tonfall zum Triumph des menschlichen Geistes über das Schicksal.

Snatch - Schweine und Diamanten (2000)

11. Juli, 22:00 Uhr, ZDFneo
Guy Ritchie schickt rivalisierende Gangster auf Diamantenjagd. Ein bisschen raffinierter, aber auch ungleich glatter als sein Debütwerk »Bube, Dame, König, Gras«.

Der Rausch (2020)

11. Juli, 23:30 Uhr, RBB
Vier befreundete Lehrer brechen aus dem gewohnten Trott aus, indem sie ihre Trinkfestigkeit bei einem pseudowissenschaftlichen Experiment überprüfen. Mit einem Mal bekommt ihr Leben neuen Schwung. Zwischen Euphorie und motorischen Einschränkungen hält Thomas Vinterbergs dramatische Komödie ein mulmiges Gleichgewicht: Kann man den Rausch feiern, ohne ihn zu entschuldigen?

Bombshell – Das Ende des Schweigens (2019)

11. Juli, 23:30 Uhr, ZDF
Ein Jahr vor dem Weinstein-Skandal wurden die Missbrauchsfälle beim rechten US-Sender Fox News bekannt, dessen CEO Roger Ailes systematisch Mitarbeiterinnen sexuell belästigt hatte. Mit Charlize Theron, Nicole Kidman und Margot Robbie großartig besetztes Drama.

15 Liebesbeweise (2025)

14. Juli, 22:15 Uhr, RBB
In diesem französischen Spielfilmdebüt werden auf lebensnahe und beschwingte Weise die juristischen und emotionalen Herausforderungen, die ein gleichgeschlechtliches Ehepaar bei der Schwangerschaft durchsteht, geschildert – nicht als Drama, sondern als mutmachende Erfahrung eines Durchhaltens.

Up in the Air

15. Juli, 20:15 Uhr, Arte
George Clooney in Bestform als Job-Terminator Ryan Bingham. Sein Job in »Up in the Air« ist es, Leuten ins Gesicht zu sagen, dass sie entlassen sind. Champion eines Lebensstils, der Vielfliegerei und Bindungslosigkeit als oberste Tugenden betrachtet.

Schwarze Milch (2020)

16. Juli, 01:00 Uhr, BR
Ein Frau, die in Deutschland sozialisiert ist, besucht ihre Schwester in ihrer Jurte in der mongolischen Steppe. Uisenma Borchus Film erzählt von unterschiedlichen Lebensentwürfen, er zelebriert den Austausch und die Kraft der Frauen.

Marie Antoinette (2006)

16. Juli, 21:35 Uhr, ZDFneo
Das Ancien Régime liefert Coppola das Modell für eine schön anzuschauende, darum aber nicht unbedingt triviale Betrachtung über eine moderne Upper Class, die sich vom Rest der Gesellschaft verabschiedet hat.

Bis ans Ende der Nacht (2023)

16. Juli, 23:45 Uhr, WDR
Eigentlich soll der verdeckte Ermittler Robert mit der Transfrau Leni einen Online-Drogenhändler zur Strecke bringen. Christoph Hochhäuslers neuer Film spielt mit den Erwartungen an das Genrekino, behauptet aber am Ende mehr als er Entwicklungen zeigt.

Schachnovelle (2020)

17./18. Juli, 0:25 Uhr, SWR
Stefan-Zweig-Verfilmung mit Oliver Masucci und Albrecht Schuch, die sich auf die Innenperspektive eines von den Nazis inhaftierten Notars konzentriert.

Judy (2019)

20. Juli, 20:15 Uhr, One
Im Winter 1968, wenige Monate vor ihrem Tod im Alter von nur 47 Jahren, gastiert Judy Garland in London. Es ist das letzte Aufbäumen einer Legende, die wegen Tab­lettensucht und privater Katastrophen in Scherben liegt. Renée Zellweger spielt sie glorreich: als frühes Opfer von Hollywoods Starsystem, das nun verzweifelt um die alte Energie und Professionalität ringt.

Offenes Geheimnis (2017)

21. Juli, 22:55 Uhr, MDR
Die schwierige Rückkehr in die Heimat, das Aufbrechen familiärer Konflikte und eine Kindesentführung: Asgar Farhadis in Spanien angesiedelter psychologischer Thriller verknüpft Starkino mit der Beschreibung gesellschaftlicher Verhältnisse.

Alles außer gewöhnlich (2019)

22. Juli, 20:15 Uhr, Arte
Das Regieduo Eric Toledano und Olivier Nakache sind seit »Ziemlich beste Freunde« als Meister der hintergründigen Gesellschaftskomödie bekannt. Ihr neuer Film zeigt, dass ihr Blockbuster nur ein Probelauf war: In Gesellschaft ihrer Figuren empfindet man ein Hochgefühl, das so belastbar ist, dass man es auch ins wahre Leben mitnehmen kann.

Sunburned (2019)

22./23. Juli, 00:30 Uhr, WDR
Ein betont ruhiger Urlaubsfilm der etwas anderen Art: Gekonnt mischt Carolina Hellsgård (die mit »Endzeit« einen der besten deutschen Genrefilme der letzten Jahre drehte) Familienszenen, Momente eines Reifeprozesses und die Flüchtlingsfrage in einen Film, der keine Lösungen bereithält, aber die großen Fragen ganz lakonisch stellt.

Die Nachbarn von oben (2023)

23. Juli, 20:15 Uhr, One
Dank fein austarierter Dialoge und bezaubernd nuancierter Spiellust wird eine legere Einladung zum Apero unter Nachbarn zum vergnüglich bösen, dezent komischen, brillant getimten und immer wahrhaftigen Paartherapietheater, und das so melancholisch nachdenkliche wie befreiend lustige Schweizer Remake einer spanischen Erfolgskomödie zum erfrischenden Vergnügen.

Frau aus Freiheit (2023)

23. Juli, 23:15 Uhr, BR
Die mitfühlend erzählte und mit poetischer Bildsprache fotografierte Lebens- und Liebesgeschichte einer Transfrau vermittelt sich mit wenig Dialog und streift die polnische Geschichte von den 1970ern bis in die Gegenwart.

Kleine schmutzige Briefe (2023)

24. Juli, 22:20 Uhr, Das Erste
Es scheint auf der Hand zu liegen, wer die obszönen Briefe in Umlauf bringt, die 1920 ein kleines englisches Küstenstädtchen in Aufruhr versetzen. Die Irin mit Kind ohne Mann muss es sein! Und während die Patriarchen die Zeichen der Zeit nicht lesen können, lösen die Frauen den Kriminalfall. Ein Emanzipationskostümdrama aus einer Vergangenheit, die so fern dann doch nicht scheinen mag.