TV-Tipps
Rodeo (2022)
30./31. Oktober, 00:35 Uhr, BR
Die junge Julia gerät in den Dunstkreis illegaler Motorradrennen am Rande von Bordeaux und schließt sich einer lokalen Gang an, die im großen Stil Motorräder stiehlt. Bald gerät sie in Konflikt mit dem Kopf der Bande. Ein beeindruckender Debütfilm, der sein Milieu zugleich authentisch und stylisch in Szene setzt.
Die Akademie (2024)
2. November, 23:15 Uhr, Arte
Ein Bildungsroman um eine junge Kunststudentin, die in einem quicklebendigen Karneval der Egos, Strömungen und Launen mehr noch zur Lebenskunst als zum Kunsthandwerk findet.
Shoplifters (2018)
2. November, 20:15 Uhr, ONE
In seinem Cannes-Gewinnerfilm »Shoplifters« zeichnet Kore-eda das sensible Porträt einer eigentümlichen Familie von Dieben und Betrügern. Sein stiller Film ist gleichermaßen das Porträt japanischer Rezessionsverlierer und eine Reflexion über die Definition von »Familie«.
Lieber Thomas (2021)
2. November, 23:15 Uhr, NDR
Eine faszinierende, wechselvolle Biografie mit einer widersprüchlichen Gestalt im Zentrum: Andreas Kleinerts Biopic zu Thomas Brasch vollzieht den Lebensweg nach, wird aber den Widersprüchen in ihrer Tiefe nicht immer ganz gerecht.
La Chimera (2023)
4. November, 22:50 Uhr, Arte
Im ländlichen Italien der 1980er sowie irgendwo zwischen Märchen und Realität angesiedelte Ballade von einem Grabräuber mit gebrochenem Herzen, doch einer besonderen Gabe zum Aufspüren etruskischer Gräber. Ohne Kitsch, stattdessen voller Eigensinn und schräger Poesie, erzählt Alice Rohrwacher eine vieldeutige Geschichte von Liebe und Loslassen.
Kleine schmutzige Briefe (2023)
4./5. November, 00:30 Uhr, WDR
Es scheint auf der Hand zu liegen, wer die obszönen Briefe in Umlauf bringt, die 1920 ein kleines englisches Küstenstädtchen in Aufruhr versetzen. Die Irin mit Kind ohne Mann muss es sein! Und während die Patriarchen die Zeichen der Zeit nicht lesen können, lösen die Frauen den Kriminalfall. Ein Emanzipationskostümdrama aus einer Vergangenheit, die so fern dann doch nicht scheinen mag.
Before Midnight (2013)
5. November, 20:15 Uhr, One
Bei ihrer dritten Begegnung verbringen Julie Delpy und Ethan Hawke einen Urlaub in Griechenland. Die Romantiker von einst sind in »Before Midnight« im Ehealltag angekommen und verhandeln auf charmante Weise Liebes- und Lebensdinge.
Zwei zu eins (2024)
6. November, 20:15 Uhr, ZDFneo
Zwischen realer Ernüchterung und wundersamer Aufbruchsstimmung spinnt Natja Brunckhorst in ihrem zweiten Spielfilm, zusammen mit einem grandiosen Ensemble eine sommerleichte und zugleich nachdenkliche Vision vom Aufbruch in die Nachwendezeit.
Das Licht (2025)
6. November, 22:15 Uhr, 3sat
Ein bisschen »La La Land«, ein bisschen »Teorema«, ein bisschen »Lola rennt«: Mit Flasmob-Getanze und einem bunten Themenmix versucht Tom Tykwer ein Porträt der Gegenwart. Vage, aber nie besserwisserisch, mit Mut zu Peinlichkeit und Fragilität.
Misericordia (2024)
8. November, 00:55 Uhr, Arte
Ein junger Mann kehrt nach Jahren in sein Heimatdorf zurück. Alain Guiraudies schwarzhumoriger Provinzthriller wird zur philosophisch verspielten Fantasie über unvorhersehbare Begierden und zum Plädoyer für barmherziges Miteinander.
Führer und Verführer (2024)
8. November, 22:45 Uhr, SWR
Joachim A. Lang wagt eine Innenansicht der Nazi-Clique zwischen 1938 und 1945, gesehen aus der Perspektive von Joseph Goebbels. Ein kluger Film über das Funktionieren von Propaganda und die Macht der Bilder.
Verleugnung (2016)
8. November, 23:35 Uhr, Das Erste
Das Gerichtsdrama »Verleugnung« erzählt anhand des Falles David Irving vs. Deborah Lipstadt aus dem Jahr 2000 von der Schwierigkeit, einem Holocaustleugner seine Lügen nachzuweisen. Ein brisantes Thema, phasenweise allzu konventionell inszeniert, jedoch detailreich und treffsicher geschrieben sowie glänzend gespielt.
The Zone of Interest (2023)
9. November, 22:15 Uhr, ZDF
Jonathan Glazer erzählt vordergründig vom beschaulichen Dasein der Familie des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß. Kunstvoll erhebt er Einspruch gegen die Obszönität dieser Idylle. Ihm gelingt ein Meisterstück beklemmender filmischer Suggestion, denn untergründig ist das Grauen der Shoah in jeder Sekunde zu spüren.
Meinen Hass bekommt ihr nicht (2022)
9. November, 23:15 Uhr, NDR
Grandios gelingt es dem deutschen Regisseur Kilian Riedhof von dem nationalen Trauma der Anschläge von Paris 2015 aus einer rein persönlichen Sicht zu erzählen – nach dem autobiografischen Buch von Antoine Leiris.
Up in the Air (2009)
12. November, 20:15 Uhr, RBB
George Clooney in Bestform als Job-Terminator Ryan Bingham. Sein Job in »Up in the Air« ist es, Leuten ins Gesicht zu sagen, dass sie entlassen sind. Champion eines Lebensstils, der Vielfliegerei und Bindungslosigkeit als oberste Tugenden betrachtet.
Verblendung (2011)
14. November, 22:00 Uhr, ZDFneo
David Fincher verfilmt Stieg Larssons Thriller- Bestseller: Ein Paradebeispiel dafür, wie brillantes Filmhandwerk und grandiose Schauspieler eine konventionelle Krimistory adeln können.
2 Guns (2013)
14. November, 23:35 Uhr, ZDF
Denzel Washington und Mark Wahlberg ballern sich genüsslich durch ein raffiniertes Actionabenteuer, in dem die Drogenmafia und diverse Geheimdienste sich gegenseitig jagen.
Es geht um Luis (2024)
15. November, 22:30 Uhr, SWR
Kammerspiel auf offener Straße um die familiären Konsequenzen schulischen Mobbings. Als ihr Sohn zum Mobbingopfer wird, droht die ohnehin wackelige Welt von Jens und Constanze zu zerbrechen.
Dream Scenario (2023)
15. November, 23:35 Uhr, Das Erste
Ein durchschnittlicher Biologieprofessor erscheint auf einmal in den Träumen anderer Menschen. Aus dieser Grundprämisse macht Kristoffer Borgli eine skurrile Tragikomödie um die Verführungskraft sowie die Schattenseiten von Ruhm. Mit Nicolas Cage als herausragendem Fixpunkt.
One of These Days (2020)
15./16. November, 00:05 Uhr, SWR
Beim »Hands On«-Wettbewerb, den ein texanisches Autohaus ausrichtet, gilt: Wer am längsten durchhält mit seiner Hand auf Pick-up-Truck, darf ihn sein eigen nennen. Bastian Günthers an reale Begebenheiten angelehnter Film ist eine bitterböse Reflexion über den Kapitalismus, über Einsamkeit, Wettbewerb und Materialismus.
Wind River (2017)
16. November, 0:55 Uhr, ZDFneo
»Wind River« ist ein packend inszenierter, gut gespielter und hervorragend fotografierter Schneewestern, dessen Frauenfiguren altbacken wirken.
Hysteria (2025)
17. November, 01:15 Uhr, ZDF
Ein furioser Thriller um eine (versehentliche) Koranverbrennung bei einem Filmdreh und eine Praktikantin in Nöten – grandios gespielt von Devrim Lingnau. Im vielschichtigen wie -deutigen Geflecht aus Projektionen, Vorurteilen und Paranoia spiegelt Mehmet Akif Büyükatalay treffsicher und sarkastisch Dynamiken einer gespaltenen, hysterisierten Gesellschaft.
Gloria – Das Leben wartet nicht (2018)
19. November, 23:45 Uhr, WDR
Auch als starbesetztes Hollywood-Remake ist dieses Porträt einer alleinstehenden Frau und Mutter so leichtfüßig und zugleich tiefgründig wie das gefeierte chilenische Original »Gloria« von 2013.










