TV-Tipps

Green Book (2018)

11. Oktober, 23:50 Uhr, Das Erste
Zwei Männer, ein italoamerikanischer Rausschmeißer und ein schwarzer Klassik- und Jazzpianist kommen sich in den zwei Monaten einer Konzertour durch den amerikanischen Süden näher. Mit dem Buddy-Roadmovie »Green Book« ist Peter Farrelly, hier ohne seinen Bruder Bobby auf dem Regiestuhl, den Flegeljahren entwachsen, vor allem auch dank grandioser Darsteller.

Familie zu vermieten (2015)

26. September, 23:50 Uhr, SWR
Eine französische Komödie der Differenzen, in der die weit auseinandergehende Schere zwischen Arm und Reich durch ein bizarr-märchenhaftes Liebes- und Familienexperiment überwunden wird. »Familie zu vermieten«, der als High-Concept-Kino beginnt, entwickelt sich zu einem verdreht-romantischen Liebesfilm.

Kundschafter des Friedens (2017)

27. September, 20:15 Uhr, Arte
Eine Gruppe von ehemaligen DDR-Spionen wird vom deutschen Geheimdienst reaktiviert: »Kundschafter des Friedens« ist eine gelungene Agentenkomödie, die mit spielfreudigen ehemaligen DDR-Bürgern zu punkten weiß.

Babystar (2025)

28./29. September, 00:15 Uhr, ZDF
Schlimm sind nie die Kinder, sondern die Eltern, sagt ein altes Pädagogensprichwort. In Joscha Bongards Film haben die Eltern als Family Influencer auf ihrer Tochter Luca (Maja Bons) ein erfolgreiches Geschäftsmodell aufgebaut, das aber in dieser klugen Mediensatire ins Wanken kommt.

Der Masseur (2020)

1. Oktober, 00:50 Uhr, BR
Ein Fremder aus dem Osten kommt nach Polen und wird als Masseur in einer Gated Community zu einer Art Guru. Mischung aus Mysterythriller und Satire, politischer Parabel und lyrischem Essay.

Sommer auf Asphalt (2026)

1. Oktober, 20:15 Uhr, arte
Sie ist ungewollt schwanger und er todkrank: Simon Ostermann erzählt davon, wie Tochter und Vater wieder zueinander finden - trotz aller TV-Konvention mit großer Leichtigkeit und Charme.

La La Land (2016)

1. Oktober, 20:15 Uhr, RBB
Damien Chazelle zelebriert in »La La Land« den Augen- und Ohrenschmaus eines klassischen Musical in Breitwand und leuchtenden Farben und gibt seiner schmerzlich schönen Geschichte zugleich einen modernen Twist.

Reif für die Insel (2022)

1. Oktober, 20:15 Uhr, One
Trotz der formelhaften Rahmenhandlung und grober Unglaubwürdigkeiten ist diese Buddy-Komödie über zwei wiedergefundene Freundinnen, gut besetzt und flott inszeniert, recht unterhaltsam.

Das Mädchen mit den goldenen Händen (2021)

2. Oktober, 00:50 Uhr, Arte
1999. Zehn Jahre nach der Wende versucht Gudrun (Corinna Harfouch) in einem kleinen ostdeutschen Städtchen den Verkauf des ehemaligen DDR-Kinderheims zu verhindern. Ein Thema, das mehr Konzentration verdient hätte.

Marlowe (2022)

3. Oktober, 23:35 Uhr, ZDF
Hollywoods einstiger Glamour: Liam Neeson in »Marlowe«.

Ich verstehe Ihren Unmut (2026)

5. Oktober, 23:55 Uhr, ZDF
Kilian Armando Friedrich verbindet dokumentarische Unmittelbarkeit mit präzisem sozialem Blick. Sein Spielfilmdebüt zeigt, was sonst unsichtbar bleiben soll: die Erschöpfung, Würdelosigkeit und stille Gewalt einer Arbeitswelt, die nur funktioniert, solange Menschen sich selbst aufreiben. Atemlos, beklemmend, mit einer großartigen Hauptdarstellerin.

Nebraska (2013)

7. Oktober, 20:15 Uhr, Arte
Bruce Dern als großartiger Don Quijote des Mittleren Westens. In melancholischen Schwarz-Weiß-Bildern erzählt Alexander ­Payne eine Vater-Sohn-Geschichte als tragikomisches Roadmovie über den Zusammenhang von Realität und Mythos. In diesem verkappten Western, der in verfallenden Kleinstädten nach dem anständigen Amerikaner sucht, brilliert neben Dern vor allem Stacey Keach als superber Bösewicht.

France (2021)

7./8. Oktober, 0:15 Uhr, BR
Bruno Dumonts Film ist eine grimmige Satire auf die Obszönität von Medienwelt und Berühmtheitskult. Mit der Sendung »Ein Blick auf die Welt« ist die Fernsehjournalistin France de Meurs (Léa Seydoux) zum Star und heiß begehrten Selfie-Objekt geworden. Nach einem Verkehrsunfall wird der Blick, den sie auf ihr Leben richtet, unversehens fragender. Der Regisseur schickt sie auf einen Kreuzweg, an dessen Ende keine Läuterung versprochen ist.

Hannah Arendt (2012)

8. Oktober, 20:15 Uhr, RBB
Margarethe von Trotta konzentriert sich in ihrem Biopic auf die Zeit rund um Arendts Schriften zum Eichmann-Prozess. Komplexes, sehenswertes Porträt einer Intellektuellen.

Die Wunderübung (2018)

8. Oktober, 23:15 Uhr, ONE
Devid Striesow und Aglaia Szyskowitz setzen Glanzlichter in dem Beziehungsfilm »Die Wunderübung«, der aber aufgrund der boulevardesken Vorlage von Daniel Glattauer nur anfangs überzeugt.

The Quiet Girl (2022)

8./9. Oktober, 00:15 Uhr, WDR
Die Geschichte um ein vernachlässigtes Mädchen, das während eines Sommeraufenthalts bei Verwandten ungeahnte Fürsorge erfährt, kommt einfach und unspektakulär daher und ist gerade deswegen berührend.

Anatomie eines Falls (2024)

9./10. Oktober, 00:25 Uhr, SWR
Justine Triet verwebt auf faszinierende Weise ein Beziehungsdrama mit einem philosophisch fundierten Prozess-Thriller. Sandra Hüller triumphiert schauspielerisch als Frau, die im Verdacht steht, ihren Mann ermordet zu haben.

Magic Mike (2012)

10. Oktober, 20:15 Uhr, ZDFneo
Channing Tatum, Mathew McConaughey und Alex Pettyfer schlagen sich als Stripper durch harte Zeiten. Vielleicht der bislang beste Film zur ökonomischen Lage in den USA.

Meine Stunden mit Leo (2022)

10. Oktober, 23:25 Uhr, ZDFneo
Kammerspiel um eine der wichtigsten Fragen des Lebens: Wie komme ich zu gutem Sex? Obwohl in diesem Film um eine pensionierte Lehrerin und einen Callboy mehr gesprochen als gekuschelt wird, ist er ungeheuer erregend.

Ich war zuhause, aber... (2019)

10. Oktober, 23:35 Uhr, 3sat
Ein ästhetisch gewagter, kluger und sinnlicher Essayfilm von Angela Schanelec. Maren Eggert spielt in »Ich war zuhause, aber...« eine Mutter und Witwe, die an der Unmöglichkeit, das Leben zu kontrollieren, beinahe verzweifelt.

Shutter Island (2009)

11. Oktober, 22:15 Uhr, Arte
In seinem Ausflug ins Horrorgenre liebäugelt Scorsese mit Trash und Kolportage, bietet auf seiner Insel des Wahnsinns aber zugleich eine Auseinandersetzung mit Paranoia und Verschwörungstheorien. Trotz einiger Schwächen birgt »Shutter Island« eine spannende Fahrt in seelische Abgründe – und durch die Filmgeschichte.

Mein Liebhaber, der Esel und ich (2020)

11. Oktober, 22:45 Uhr, SWR
Eine elektrisierende Darstellerin, ein sturer Esel und die Naturkulisse der Cevennen sind die unwiderstehlichen Zutaten dieser bittersüßen Wanderkomödie, in der eine liebeskranke Frau Heilung erfährt.

So sind wir, so ist das Leben (2023)

12. Oktober, 20:15 Uhr, One
Ein sympathisch unaufgeregtes Frauen- und Familiendrama über eine alleinerziehende Mutter und ihre fünf Kinder, die allmählich flügge werden und dabei auch bei der Familienmanagerin den Wunsch nach einer beruflichen Neuorientierung anstoßen: ist der Nachwuchs etwas klischeehaft überzeichnet, so überzeugt Camille Cottin als hingebungsvolle Mutter und Ex-Schlagersängerin auf neuen Wegen.

Eismayer (2022)

12. Oktober, 23:50 Uhr, ZDF
Blick in die dunklen Ecken einer militarisierten Welt: Zwischen knallharter Rekruten-Ausbildung und frivoler Frauenfeindlichkeit entsteht es eine heimliche homosexuelle Liebe.

Die leisen und die großen Töne (2024)

13. Oktober, 22:55 Uhr, MDR
Zwei ungleiche Brüder lernen sich unverhoffte kennen, als der eine an Leukämie erkrankt und auf die Knochenmarkspende des anderen angewiesen ist. Mit dem gefeierten Dirigenten und dem ruppigen Kantinenkoch treffen zugleich gegensätzliche Welten aufeinander. Emmanuel Courcol (»Ein Triumph«) und seine trefflichen Darsteller interessieren sich mehr für die die feinen Gemeinsamkeiten als für die Unterschiede.

Der beste Film aller Zeiten (2021)

14. Oktober, 20:15 Uhr, Arte
Funkensprühende Dialoge, perfektes Timing, Penélope Cruz und Antonio Banderas in selbstironischer Höchstform – in dieser herrlich überdrehten Metakomödie über das Filmemachen stimmt einfach alles.

Misericordia (2024)

14. Oktober, 23:00 Uhr, Arte
Ein junger Mann kehrt nach Jahren in sein Heimatdorf zurück. Alain Guiraudies schwarzhumoriger Provinzthriller wird zur philosophisch verspielten Fantasie über unvorhersehbare Begierden und zum Plädoyer für barmherziges Miteinander.

Captain Phillips (2013)

14. Oktober, 23:10 Uhr, ZDFneo
Erzählt spannungsgeladen die true story des amerikanischen Kapitäns Richard Phillips, der vor der ostafrikanischen Küste von somalischen Piraten entführt wurde.

Niemand ist bei den Kälbern (2021)

14./15. Oktober, 00:45 Uhr, WDR
Die 24-jährige Christin (Saskia Rosendahl) versucht aus der bäuerlichen Einöde in Mecklenburg auszubrechen. Ein sperrig-spröder Anti-Heimatfilm mit präzisem Blick für zwischenmenschliche Spannungen und einer faszinierend widersprüchlichen Hauptfigur.

Echo (2022)

15./16. Oktober, 00:15 Uhr, WDR
Schwarzhumoriger Krimi, der das Genre des in Deutschland so beliebten Provinzkrimis untergräbt.

Plan A – Was würdest du tun? (2020)

16. Oktober, 20:15 Uhr, Arte
Aufwühlend erzählen die israelischen Filmemacher Doron und Yoav Paz nach wahren Begebenheiten von dem jüdischen Geheimbund Nakam, der sich mit dem Tod von sechs Millionen Deutschen rächen wollte. Filmisch eher konventionell, wirft das Drama einen neuen und wichtigen Blick auf die deutsche Nachkriegsgeschichte.

Poison – Eine Liebesgeschichte (2024)

19. Oktober, 23:05 Uhr, arte
Ein früheres Ehepaar trifft sich nach Jahren am Grab des tragisch verunglückten Sohnes wieder und entwickelt einen Diskurs über die Vergangenheit und den Umgang mit Trauer. Atmosphärisch kann die Verfilmung eines Theaterstücks punkten, Drehbuch und Darstellung aber überzeugen nicht durchweg.

Was an Empfindsamkeit bleibt (2026)

19./20. Oktober, 0:05 Uhr, ZDF
In ihrem autobiografischen Dokumentarfilmdebüt verarbeitet Daniela Magnani Hüller einen Mordversuch, den sie als 16-Jährige nur knapp überlebte. Mit einer empathischen Mischung aus Sachlichkeit und Offenheit gibt sie nicht nur Einblick in ihre persönliche Traumabewältigung, sondern zeigt gesellschaftliche und juristische Strukturen, die Femizide begünstigen.