Filmkritiken
Woche vom 19.08.2026
In einem stark verlangsamten Erzählrhythmus und langen Einstellungen zeigt Saša Vajdas Erstlingsfilm Momentaufnahmen aus dem Leben eines 16-Jährigen, der, von der Konfrontation mit dem langsamen Sterben der Mutter überfordert und von Schlaflosigkeit geplagt, tagträumend durch die Berliner Peripherie streift.
Verfilmung der Erzählung »Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus«, die zwar gegen Ende etwas ins Stocken gerät, aber im Großen und Ganzen eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Leben in der DDR, der Sehnsucht nach fernen Ländern und der Frage, was Heimat bedeutet, bietet.
Magisch-realistisch erzählt Cyril Aris von einer Liebe im Libanon über drei Dekaden, die das Schicksal zusammenhält, während im Innern doch immer wieder Fliehkräfte walten – mit zwei Schauspielenden, die in ihrer Gegensätzlichkeit großartig harmonieren.
Bei der Jagd auf das Marsupilami, ein aus Comics bekanntes Fabelwesen, werden in dieser französischen Familienkomödie alle Register des anspruchslosen Humors gezogen, was dank des frenetischen Tempos und des spielfreudigen Komödiantenensembles »Bande à Fifi« auch einigermaßen unterhaltsam ist.
Dokumentarfilmerin und Produzentin Annekatrin Hendel erzählt mit historischer Tiefe und aktuellen Unschärfen von Höhen und Niederungen des Insellebens als Fluchtort und Lebensmittelpunkt.
Langzeitdokumentation über zwei Schwestern, die in den Jahren 2007–2025 im Iran aufwachsen und, nachdem die kindliche Unbeschwertheit vorbei ist, einem religiösen Sittenregime unterworfen werden.
Das Finale von Jane Schoenbruns »Screen-Trilogie« ist in seiner wilden Mischung aus Arthouse, Slasher-Anleihen und popkulturellen Referenzen ein sinnliches Schlachtfest, bei dem zwischen Gillian Anderson und Hannah Einbinder die Funken sprühen, Erotik prickelt und Blut spritzt.



