Filmkritiken
Woche vom 30.09.2026
Über ein halbes Jahr folgt der so einfühlsame wie subjektive Film den Geflüchteten Shahfaisal aus Afghanistan und Majd aus Syrien. Beide leben in einer Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Geflüchtete und versuchen, allen (bürokratischen) Widerständen zum Trotz, anzukommen in Deutschland und vor allem: ein unbefristetes Bleiberecht zu erhalten.
Fiktives und Dokumentarisches vermischen sich in Cynthia Beatts Essayfilm auf eindrucksvolle Weise. Sie porträtiert das Leben auf den Fidschi-Inseln aus der Perspektive einer sich selbst befragenden Rückkehrerin und dringt so ins Herz einer komplexen postkolonialen Wirklichkeit vor.
Betrachtet man Harald Sicheritz’ Biopic über den jungen Bruno Kreisky rein aus einer politischen oder gar aktivistischen Perspektive, dann entwickelt es einen faszinierenden Sog. Aus filmischer Perspektive scheitert Sicheritz allerdings an dem Versuch, den Konventionen des Genres gerecht zu werden.
Bittersüße und doch beschwingte Tragikomödie über Trauer, Tod, verpasste Chancen, Fürsorge, Familie und einen aufmerksamen Pflegeroboter von Doris Dörrie, mit der sich Angela Winkler ein weiteres Denkmal setzt.
Lena Stahls Verfilmung von Juli Zehs dystopischem Roman will großes deutsches Science-Fiction-Kino sein, bleibt trotz aktueller Fragen aber erstaunlich harmlos und konventionell.
24 israelische Militärangehörige beschreiben eine technisierte Tötungsbürokratie, die zivile Opfer einkalkuliert. Eine formal kontrollierte, politisch dringliche Anklage, aber fragwürdig in der pauschalen Diagnose der israelischen Gesellschaft.
In seinem dritten Leinwandabenteuer wird das pfiffige Schaf Shaun zum Zauberlehrling, der unfreiwillig ein Monster erschafft. Der in Stop-Motion-Technik gestaltete Animationsfilm der britischen Firma Aardman ist mit seiner Liebe fürs Detail ein großes Vergnügen für Jung und Alt.




