Filmkritiken
Woche vom 23.09.2026
Das Drama über das umstrittene TV-Format »To Catch a Predator« ist durchweg exzellent gespielt und atmosphärisch inszeniert, schafft es aber nicht, die Sendung als kulturelles Phänomen zu ergründen.
Nicolas Ehret zeichnet das düstere Bild eines zerfallenden Europas, dessen politische Situation allzu abstrakt bleibt und dadurch wenig glaubhaft wirkt. Enno Trebs verkörpert darin einen Mann ohne Eigenschaften, der weder eine Identifikationsfigur noch ein Antiheld ist.
In der bulgarisch-griechisch-türkischen Grenzregion trägt sich auf leisen Sohlen ein Abenteuer zu. Auf der Suche nach dem alten Bekannten, der eben noch da war, gräbt die Archäologin Veska an den Wurzeln ihrer Gegenwart und tief in die Vergangenheit hinein.
Der Film handelt von einer Familie im heutigen Kosovo, die ihre Lebensgrundlage verliert und deshalb aus ihrem Dorf in die Hauptstadt Pristina zieht. Eindrücklich schildert der Film die Schwierigkeiten der Protagonisten, sich eine neue Existenz aufzubauen, und was es bedeutet, soziale Ungerechtigkeit ertragen zu müssen und trotz aller Demütigungen die eigene menschliche Würde zu bewahren.
Explizit, sinnlich und ohne falsche Sentimentalität erzählt »Maspalomas« von homosexuellem Begehren im Alter. Getragen vom großartigen José Ramón Soroiz wird daraus ein berührendes Drama über familiäre Verletzungen und eine Freiheit, die in jeder neuen Umgebung behauptet werden muss.




