Filmkritiken
Woche vom 26.08.2026
Dass der erschreckende Gedanke, die US-Regierung könnte das Sexleben ihrer Bürger*innen regulieren und unverheirateten Menschen bis auf eine Nacht des Jahres den Geschlechtsverkehr verbieten, in »One Night Only« ganz unpolitisch zur Prämisse einer RomCom gerät, hätte man wohl akzeptieren können. Zumal der Genre-erfahrene Regisseur Will Gluck mit Monica Barbarbo und Callum Turner zwei Hauptdarsteller*innen mitbringt, denen man verdammt gerne zusieht. Doch die nicht nur für eine Komödie rund ums Thema Sex erschreckende Prüderie, die sich hier breitmacht, verdirbt dann doch einen Großteil des Spaßes.
Autodokumentarische Ehebefragung einer Filmemacherin mit mehr Sinn für Kadrage und Inszenierungs-Charme als für die Ergründung zentraler Lebensfragen.
Auf Fahrradtour mit seiner Familie hadert ein Jugendlicher mit unerwiderter Liebe – bis eine mysteriöse Gestalt in sein Leben tritt. Bildstark erzählte Coming-of-Age-Story, die allerdings zu sehr eine Hommage an die Familie sein will.
Drei ehemalige Undergroundfilmer wollen in Palermo wieder einen Film drehen. Heraus kommt Brezel Görings anarchische Super-8-Komödie über Freundschaft, Stillstand und Dilettantismus.
Aus einer einfachen Prämisse entwickelt Kai Stänicke in seinem Langfilmdebüt eine sperrige Parabel über Identität und Zugehörigkeit. Der Film erklärt am Ende etwas zu viel, überzeugt aber durch seine formale Strenge, starke Besetzung und präzise Atmosphäre.
Gerichtsdrama, reißerischer Thriller und beklemmende Gegenwartsbeschreibung über eine Justiz, die rechte Gewalt systematisch vertuscht – mit einer kraftvollen, ambivalenten Hauptfigur.




