Blog

Gerhard Midding

Es muss immer schneller gehen in unserer medialen Welt. Wir müssen die Dinge schon erfahren, bevor sie überhaupt passiert sind. Heute Nachmittag kam die Einladung der KBB, der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin, zur Pressekonferenz am kommenden Freitag, auf welcher der neue Leiter der Berlinale bekannt gegeben werden soll. Vier Stunden später wissen wir dank der "BÌLD"-Zeitung bereits, welcher Name dann genannt werden wird.

Gerhard Midding

Als Raymond Depardon sich einmal, es ist schon eine ganze Weile her, mit dem Redakteur einer großen Pariser Illustrierten traf, brachte dieser eine Vokabel ins Spiel, die den Fotografen irritierte: Irrfahrt. Er konnte sich nicht recht vorstellen, wie eine solch ziellose Reise aussehen und was ihr künstlerischer Ertrag sein könne. Da ihm sein Wörterbuch keine große Hilfe war, suchte er den Leiter der psychiatrischen Abteilung des Hospitals Hôtel-Dieu auf.

Gerhard Midding

Nichts ist mehr von der einstigen Pracht übrig. Falls es doch noch Spuren geben sollte, sind sie längst unsichtbar, werden überwuchert von Gras, Buschwerk und Bäumen. Was soll auch, mehr als ein halbes Jahrhundert danach, noch existieren von den gebauten Illusionen?

Gerhard Midding

Die Geschichte Hollywoods beginnt in einem jüdischen Schtetl in Mittel- oder Osteuropa. Daher stammen die Gründungsväter der Filmmetropole, die Zukors, Mayers, Goldwyns und Warner Brothers; nur Carl Laemmle bildete eine Ausnahme, er wurde in Laupheim geboren. Sie kamen in die Neue Welt und da es ihnen nicht an beredsamem Geschäftssinn fehlte, hatten sie dort ziemlich bald Erfolg, zunächst in traditionellen Gewerben wie der Bekleidungsindustrie oder dem Schrotthandel.

Gerhard Midding

Was fangen wir heute nur mit Anna May Wong an? Nach allem, was wir von Edward Said über Orientalismus gelernt haben, dürfen wir eigentlich keine Freude mehr an ihren Leinwandauftritten haben. Vielmehr sind wir gehalten, die Stereotypen, denen sie Gestalt verleiht, zutiefst zu verachten. Darf man den ersten Hollywoodstar mit chinesischen Wurzeln also überhaupt als Pionierin feiern?

Gerhard Midding

Sehr geehrte Madame Agnès,

bei unserem letzten Interview ließen Sie diese Anrede zu und bei unserem letzten Mailkontakt schien uns beiden diese Ansprache ebenso angemessen. In der Verbindung des "Sie" mit der Familiarität des Vornamens liegt eine höfliche Innigkeit, die der Hochachtung entspricht, die ich für Sie empfinde. Sie ist auch dem Anlass angemessen, aus dem ich Ihnen schreibe: Ihrem 90. Geburtstag, zu dem ich Ihnen ganz herzlich gratuliere.

Gerhard Midding

Im letzten Herbst las ich eine Studie des British Film Institute, die zu einem erstaunlichen Ergebnis kam. Nach der Auswertung filmographischer Daten stellten die Forscher fest, dass das Ungleichgewicht der Geschlechter in der heimischen Kinoproduktion des laufenden Jahres größer war als noch 1913.

Gerhard Midding

Wie gut ein Filmplakat ist, weiß man im Grunde erst hinterher. Seine Nützlichkeit erweist sich zuverlässig erst, wenn der mit ihm beworbene Film ein Erfolg geworden ist. Bis dahin sind Produzent und Verleih auf Spekulationen angewiesen und die Designer auf ihren Instinkt.

Vor ein paar Wochen habe ich mich wieder einmal intensiver mit William Friedkin beschäftigt (aus Anlass einer Retrospektive, die gerade im Zürcher Filmpodium läuft) und dabei fiel mir auf, dass die Poster für drei seiner Filme zu den ikonischen Motiven des New Hollywood gehören.

Gerhard Midding

Wer sich zu Wochenbeginn über das Einspielergebnis von »Deadpool 2« informieren wollte, stieß in der IMDb auf recht widersprüchliche Einschätzungen. Einige Analysten stellten fest, dass er Rekorde gebrochen hatte. Andere wiederum waren vom Gegenteil überzeugt und stellten sich die bange Frage, ob sein Startwochenende nicht ein Indiz für eine mögliche Marvel-Ermüdung sei. Sie alle operierten übrigens mit den selben Zahlen.

Gerhard Midding

Als »Olympus Has Fallen« 2013 herauskam, lebten wir noch in einer anderen Welt. Sie war gewiss nicht unschuldiger, aber vielleicht einen Hauch argloser. Dabei denke ich weniger an die geopolitischen Phantasien, die den Weißes-Haus-Kracher umtreiben, sondern an Ashley Judd.