Buch-Tipp: Ellen Richter. Die große Unbekannte des Weimarer Kinos

Wiederentdeckt: Ellen Richter und andere Filmpionierinnen des Weimarer Kinos. Buchvorstellung »Ellen Richter« am 19.4. im Berliner Bundesplatz-Kino.

Apple TV: »Only Margo«

Eine junge Mutter, gespielt von Elle Fanning, gerät in Geldnöte und kommt auf kreative Ideen, um Beruf und Privatleben miteinander zu vereinbaren.

DVD-Tipp: »The Vourdalak« (2023)

Im 18. Jahrhundert findet ein junger Edelmann Zuflucht bei einer Familie, die bald von einem Wesen heimgesucht wird.
Julia Roesler eröffnet in ihrem Langfilmdebüt »Luisa« den Blick in eine betreute Einrichtung für Menschen mit Behinderung.
Gerhard Midding

Natürlich sind wir längst daran gewöhnt, Wahlkämpfe als leicht durchschaubare Inszenierungen zu begreifen. Aber die Veranstaltung in diesem Film wirkt besonders falsch: Sie verläuft zu reibungslos, erfüllt zu deutlich den Plan. Die Parolen der Politikerin sind einen Hauch zu archetypisch, die Statisten in den Zuschauerrängen wirken eine Spur zu eifrig und ihr Applaus kommt einen Sekundenbruchteil zu früh.

Luisa

Am Beispiel einer jungen Frau thematisiert der Spielfilm von Julia Roesler den verbreiteten sexuellen Missbrauch in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Dabei geht es nicht in erster Linie um individuelle Schuldzuweisungen, sondern um die Bedingungen, die in solchen Einrichtungen sexualisierte Gewalt strukturell begünstigen.

Das Drama

Eine spielerisch gemeinte Enthüllung kurz vor der Hochzeit stürzt das vermeintlich glückliche Paar in eine tiefe Krise. Kennt man einander eigentlich wirklich? Und wenn nein, hat das dann noch einen Sinn? Borglis treffend betitelte, prominent besetzte Versuchsanordnung kreist um die Frage, wie viel Wahrheit die Liebe verträgt, und findet dezidiert unromantische Antworten.

Rosebush Pruning

An der moralischen Verderbtheit der dysfunktionalen Familie im Zentrum des Films besteht kein Zweifel - Regisseur Karim Aïnouz möchte die Keimzelle der Gesellschaft ebenso vorführen wie menschliche Triebhaftigkeit und Geldgier. Im Rachen bleibt allerdings der gallige Nachgeschmack einer dekadenten Party. Denn Aïnouz ignoriert dabei die Liebe zu seinen Figuren.

Die reichste Frau der Welt

Im echten Leben mag die geistig und körperlich gebrechliche L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt das Opfer eines schamlosen Schwindlers gewesen sein, unter der Regie von Thierry Klifa und im schillernden Spiel von Isabelle Huppert wird sie zur vergnügten Rebellin gegen ein Leben im goldenen Käfig.

Babystar

Schlimm sind nie die Kinder, sondern die Eltern, sagt ein altes Pädagogensprichwort. In Joscha Bongards Film haben die Eltern als Family Influencer auf ihrer Tochter Luca (Maja Bons) ein erfolgreiches Geschäftsmodell aufgebaut, das aber in dieser klugen Mediensatire ins Wanken kommt.

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