Coexistence, My Ass!

Lebendiges dokumentarisches Porträt einer streitbaren Comedian und Aktivistin, das fragmentarische Einblicke in aktuelle Befindlichkeiten der israelischen Linken bietet.

Ungeduld des Herzens

Regiedebütant Lauro Cress und sein Co-Autor Florian Plumeyer haben Stefan Zweigs Vorlage frei und zugleich mit großer emotionaler Präzision adaptiert. Souverän erkunden sie die Schattierungen von Mitgefühl, Aufrichtigkeit, Stolz und Liebe. Das einnehmende Ensemble trägt maßgeblich zur elektrisierenden Frische des Melos bei.

Ein Kuchen für den Präsidenten

Hasan Hadi erzählt in seinem warmherzigen Regiedebüt aus kindlicher Perspektive von Würde unter Zwang und Mut im Schatten der Diktatur Saddam Husseins. Eine kleine Geschichte, die zum Porträt der irakischen Gesellschaft Anfang der 1990er wird, ohne je ins Thesenhafte zu kippen.
Gerhard Midding

»Hamnet« ist geschmeidig inszeniert – Chloé Zhaos Film gestattet ein nahtloses Sehen, er setzt eher auf unsichtbare Schnitte als auf eine dialektische Montage. Das ist klug, denn er erzählt von einem Riss, der durchs Leben geht. Stolpersteine gibt es im Fluss der Bilder gleichwohl, denn in ihnen nimmt das Abwesende eine zentrale Rolle ein.

No Other Choice

Park Chan-wooks neues Werk ist eine virtuos inszenierte Satire auf den Spätkapitalismus: Stets zwischen Schrecken und Spaß wechselnd, erzählt sie von einem Angestellten, der wegrationalisiert wird, doch seinen Status und Wohlstand mit drastischen Mitteln verteidigt.

Netflix: »Cover-Up«

Dokumentarfilm über die Karriere des Enthüllungsjournalisten und Pulitzerpreisträgers Seymour Hersh.

FrauenFilmTage Tübingen

Tübingen, 26.2.–11.3. – Das von Terre des Femmes Tübingen organisierte Festival zeigt elf internationale Spiel- und Dokumentarfilme, die Einblicke in das Thema Menschenrechte von Frauen in unterschiedlichen Kulturen geben und in Gesprächen mit Filmschaffenden und Akivist*innen neue Perspektiven bieten. Eröffnungsfilm ist »Girls Don’t Cry« von Sigrid Klausmann.

Aleph Festival

Berlin, 18.–20.2. – Das neue Festival für zeitgenössische hebräische Kultur und Sprache nähert sich dem Hebräischen mit Filmvorführungen, Literatur, Comics und Künstlergesprächen an. Israelische Filmemacher wie der Dokumentarfilmregisseur Yair Qedar und Shauly Melamed sind zu Gast, im Mittelpunkt stehen Personen wie Amos Oz und der queere Dichter Hezi Leskly.

Berlinale

Berlin, 12.–22.2. – Jurypräsident der 76. Ausgabe ist Wim Wenders, der Goldene Ehrenbär geht an die malaysische Schauspielerin Michelle Yeoh. Die Retrospektive »Lost in the 90s« zeigt 22 Filme, die im historischen Kontext von Mauerfall, MTV und digitalem Wandel entstanden sind.

Woche der Kritik

Berlin, 9.–17.2. – Neben Screenings und einem Workshop zur medialen Repräsentation des Nahostkonflikts lautet der Themenschwerpunkt bei der Veranstaltung vom Verband der deutschen Filmkritik »Widersprechen, wieder sprechen – Grenzen und Potenziale von Streitkultur«.

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