Marion Löhndorf

In 24 Filmen will die diesjährige Berlinale-Retrospektive eintauchen in die neunziger Jahre. Ein noch gar nicht so lange zurückliegendes Jahrzehnt, das aber, genau besehen, von der Gegenwart schon Welten zu trennen scheint. So fern und doch so nah: Es war die letzte Dekade, bevor das Internet unser Leben bestimmte und die Welt sich digitalisierte; die Jahre, in denen der Mauerfall verarbeitet werden musste und der Zusammenbruch der Sowjetunion eine neue Weltordnung schuf.

Dead of Winter – Eisige Stille

Emma Thompsons erster Actionfilm beginnt als spannender Survivalthriller, verzettelt sich aber in seinen Ambitionen, aus der Geschichte ein Charakterdrama zu machen. Am Ende ist rein gar nichts mehr glaubwürdig. Immerhin: Thompson schlägt sich prima.

Sie glauben an Engel, Herr Drowak?

Poetisch und voller filmischer und literarischer Reflexionen erzählte Tragikomödie über Einsamkeit, die Magie der Poesie und das menschliche Miteinander voller eigenwilliger Charaktere. Mit einem herausragenden Cast.

E-Mail an… Luna Wedler

Luna Wedler wurde 1999 in Zürich geboren. Mit 14 spielte sie in »Amateur Teens« ihre erste Rolle. 2016 begann sie ihre Ausbildung an der European Film Actor School in Zürich. Sie spielte Rollen in »Auerhaus« (2019), »Je suis Karl« (2021) und »22 Bahnen« (2025). Für »Silent Friend« erhielt sie in Venedig den Marcello Mastroianni Award als Best Young Actress.
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Die malaysische Schauspielerin Michelle Yeoh erhält auf der Berlinale den Goldenen Ehrenbären.

Wieder im Kino: »Prinzessin Mononoke«

Ab 12. Februar zurück auf der großen Leinwand: Hayao Miyazakis Klassiker, restauriert, in 4K und im Original mit Untertiteln.

Fallende Blätter (2023)

Ein typischer Kaurismäki – und trotzdem etwas ganz Besonderes. Ansa (Alma Pöysti) und Holappa (Jussi Vatanen), beide einsam, wortkarg und aus der Arbeiterklasse, lernen sich in einer Karaoke-Bar kennen und finden dann nur sehr zaghaft und über Umwege zueinander. Von den Figuren über den Humor bis hin zum unverwechselbaren Look ist alles am 20. Spielfilm des Finnen so, wie Fans es erwarten.

15 Jahre (2023)

Gut 18 Jahre nach »Vier Minuten« klinken sich Chris Kraus und Hannah Herzsprung noch einmal ins Leben der psychisch versehrten Klaviervirtuosin Jenny von Loeben ein. Nach all den Jahren Knast für einen Mord, den sie nicht begangen hat, ist sie noch immer eine tickende Zeitbombe, in einem vielschichtig starken Film, der zugleich Liebesgeschichte und Rachedrama, Musical und TV-Show-Satire und eine Geschichte über Migration und Integration sein will.

Die fetten Jahre sind vorbei (2004)

Die Schauspieler sind glänzend in diesem Film. Daniel Brühl spielt Jan als etwas naiven Idealisten, der bei aller Gutmütigkeit etwas lauernd Gefährliches ausstrahlt. Und auch Peter, den Stipe Erceg verkörpert, wirkt auf faszinierende Weise unberechenbar. Julia Jentsch ist eine Entdeckung fürs Kino.

The Report (2019)

Mit absichtlich altbackener Fernsehspiel­ästhetik stellt Scott Z. Burns die Aufklärung über die CIA-Foltermethoden nach.

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