Kein Land für Niemand

Mit ihrem Dokumentarfilm über die Abschottungspraxis der EU und ihrer Mitgliedstaaten liefern Max Ahrens und Maik Lüdemann ein engagiertes Plädoyer für eine an den Menschenrechten orientierte Asylpolitik.

Das Beste liegt noch vor uns

In seiner neuen Tragikomödie spiegelt Nanni Moretti einmal mehr die Situation des eigensinnigen Arthouse-Regisseurs, der einen Film zustande zu bringen versucht: ein liebenswürdiges Panorama voll selbstironischem Humor, zugleich ein wenig ermüdend, da wie auf Autopilot inszeniert.

Die Ältern

Wenn Kinder gehen, werden Eltern alt. Eine etwas zu einfache Geschichte, die niemandem wehtut und niemanden aufschrecken wird. Zu schön und zu wohlgefällig ist die Welt um diese kleine Familie herum.

Mubi: »The Piano Accident«

Mit »The Piano Accident« realisiert Quentin Dupieux eine Mediengroteske über den Schmerz – mit Adèle Exarchopoulos als provozierende Influencerin.

HBO Max: »The Pitt«

Die preisgekrönte US-Erfolgsserie startet verspätet in Deutschland auf HBO Max, dafür direkt mit Staffel zwei.

Arte: »Ein Nobody gegen Putin«

Ein Pädagoge filmt die Propaganda an einer russischen Schule. Die Doku geht ins Oscar-Rennen.
Gerhard Midding

Im besten Fall landen die Filme beim richtigen Kritiker. Das kommt seltener vor, als man denkt. Mir geht allerdings oft durch den Kopf, welch ungeheures Glück manche hatten, Hans Schifferle zu finden. Das war dann in der Regel eine ganz intime Begegnung, die geprägt war von Beobachtungsgenauigkeit, Anspielungsreichtum und unbedingter Zuneigung. Er war uns Kollegen meist einen Schritt voraus, beispielsweise im Fall von Sébastien Lifshitz.

Folktales

Einfühlsame und visuell beeindruckende Coming-of-Age-Geschichte über eine Gruppe Jugendlicher, die in den hohen Norden Norwegens gehen, um das Hundeschlittenfahren zu erlernen, und dabei auf einzigartige Weise zu sich selbst finden.

Dahomey (2024)

Die französische Regisseurin Mati Diop findet in ihrem bei der Berlinale in diesem Jahr mit dem Goldenen Bären ausgezeichneten Essay-Film neue Bilder für den abstrakten Begriff der Restitution. Sie sprengt dabei nicht nur die dokumentarische Form, sondern auch eurozentrische Sehgewohnheiten, um den immensen Verlust von Geschichte, Identität und kulturellem Erbe in Benin nachvollziehbar zu machen.

Verbrannte Erde (2024)

Wer vom Filmtitel auf den alten Sager vom Verbrechen schließt, das sich nicht lohnt, trifft ins Schwarze. Sehenswert ist aber in jedem Fall, mit welch nüchterner Eleganz Arslan diesen Gangsterfilm in Szene setzt. Kein Wort zu viel und keine überflüssige Geste lenken von der vernichtenden Erkenntnis ab, dass eine Gesellschaft, in der es selbst unter Dieben keine Ehre mehr gibt, am Ende ist.

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