All The Beauty And The Bloodshed (2022)

Laura Poitras' in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichneter Dokumentarfilm ist das Porträt einer Überlebenden: Die Fotografin Nan Goldin hat eine traumatische Kindheit und die AIDS-Krise überstanden, nun kämpft sie gegen die Opioidkrise, die in den USA bislang 500 000 Todesopfer forderte. Poitras zeichnet ein intimes, lebhaft vielschichtiges Bild der Künstlerin.

Das Deutsche Volk (2025)

Vier Jahre hat Marcin Wierzchowski die Hinterbliebenen der Opfer des Attentats von Hanau begleitet. Der Dokumentarfilm, der von Trauer und Trauma und den Kampf für Gerechtigkeit erzählt, versteht sich selbstbewusst als kinematographische Verlängerung des Hashtags »SayTheirNames«.

Die Aussprache (2022)

Sarah Polleys erster Film seit zehn Jahren ist eine ebenso bewegende wie kluge Emanzipationsgeschichte, eine feministisch-humanistische Reflexion über die Bedeutsamkeit von Sprache und Diskussion. Meisterhaft geschrieben, hervorragend gespielt.
Gerhard Midding

Estland ist ein flaches Land. Der höchste Berg erhebt sich gerade mal 318 Meter über den Meeresspiegel, aber dieses geologische Schicksal muss nicht bedeuten, dass Estland auf der Leinwand nicht zu einer Alpenrepublik werden könnte. »Hukkunud Alpinisti hotell« von Grigori Kromanov jedenfalls spielt in einem Skigebiet und vor erhabener Gebirgskulisse.

VoD: »Eleanor the Great«

Scarlett Johanssons Regiedebüt erzählt von einer alten Frau, die sich als Holocaustüberlebende ausgibt.
Maxi Braun

Die Aussage von Jury-Präsident Wim Wenders zur Eröffnung der Berlinale, Film solle sich »aus der Politik heraushalten«, wirkte irritierend. Konterkarierte er damit doch die allgemeine Wahrnehmung, die zweite Festivalausgabe unter Tricia Tuttle setze im Wettbewerb und im Programm wieder stärker auf politische Filme statt auf die Promi-Dichte.

Britta Schmeis

Auf der Suche nach der Liebe – zwischen Maintal und Beirut

Scarlet

Anime-Meister Hosoda nimmt sich den »Hamlet«-Stoff vor, um eine Geschichte der Menschheitserlösung (Verzicht auf Rache!) daran beispielhaft durchzuexerzieren. Leider vergreift er sich dabei im Besteckkasten und holt den Holzhammer heraus. Schaut gut aus, will aber in allem zu viel und lässt das Publikum am Ende betäubt zurück. Gut gemeint, trotzdem daneben.
Gerhard Midding

In der aktuellen Ausgabe des Berliner Stadtmagazins »tip« macht Bert Rebhandl einen Vorschlag, der nicht von der Hand zu weisen ist. Eigentlich ist es eher eine Nominierung. Yolande Zauberman könnte für die Berlinale, schreibt er, zu einer Integrationsfigur werden. Da war schon vorauszusehen, dass das Festival auch in diesem Jahr in die Israel-Palästina-Falle gedrängt werden würde.

Night Stage

Die nächtliche Bühne, die der dritte Langfilm des Regiegespanns Marcio Reolon und Filipe Matzembacher im Titel führt, ist mindestens doppeldeutig. Zwei ehrgeizige Schauspieler und ein aufstrebender Politiker spielen in dem queeren Erotikthriller eine Rolle, hinter der sich ihre wahre Identität verbergen muss.

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