Neue Visionen Filmverleih

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So pathetisch der Titel, so lebendig, unkitschig und gutgelaunt die Umsetzung: Der achtjährige Samay verliebt sich in die siebte Kunst; fortan gilt sein gesamtes Sehnen und Trachten dem filmischen Geschichtenerzählen; und während er gemeinsam mit seinen Freunden sogar ein Kino bastelt, erhält das Publikum Unterricht in analoger Vorführtechnik.
Jacques Audiards neuer Film ist ein forscher Kurswechsel: Zum ersten Mal dreht er in Schwarzweiß, zum ersten Mal adaptiert er einen Comic und verzichtet dabei (fast) ganz auf die Gewalt, die sonst das dramaturgische Kraftfeld seines Kinos bildet. Statt dessen zeichnet er ein lebhaftes Generationenporträt und inszeniert einen beschwingt melancholischen Liebesreigen im modernen Paris.
Nach zwei Ausflügen ins westeuropäische Kino kehrt Asghar Farhadi mit seinem neuen Film in seine Heimat zurück, um seine detektivischen Ermittlungen in der iranischen Gegenwart fortzusetzen. Was ein Brechtsches Lehrstück hätte werden können über das Unglück eines Landes, das Helden nötig hat, erweist sich als ein moralischer Thriller, der so umsichtig konstruiert ist, dass er das Urteil über seinen Protagonisten dem Publikum überlassen kann.
Derb, drastisch und überdreht: Srdjan Dragojevics Satire bekräftigt munter die Folklore des Balkankinos. Ihr Blick auf drei Jahrzehnte postsozialistischer Mentalitätsgeschichte ist schwarzhumorig, lässt als Parabel aber grotesken Feinschliff vermissen
Die Komödie über eine Rosenzüchterin, die mit drei unterbelichteten Helfern um ihren Betrieb kämpft, kommt nicht ohne Klischees aus, gewinnt aber durch ihre leichtfüßiges Wechselspiel zwischen Melancholie und Burleske – und durch das Charisma von Catherine Frot in der Titelrolle
Ein Zugunglück und die menschliche Sehnsucht nach Sinn sind für Anders Thomas Jensen und Mads Mikkelsen der Ausgangspunkt für einen finsteren Rachethriller im Gewand einer politisch völlig unkorrekten Komödie
Unterhaltsames Porträt des Chaos Computer Club (CCC) von der Gründung im Jahr 1981 bis heute
Anne Zohra Berrached beleuchtet erneut gesellschaftliche Fragen im Blick auf eine intime Paarbeziehung: Wie verändert sich nach einem einschneidenden Ereignis der Blick auf eine Liebesgeschichte?
Der kleine Film aus Griechenland behandelt kaum mehr als das Schicksal eines Schneiders in der Krise wirtschaftlicher wie gesellschaftlicher Entwicklungen und ist doch ein tiefgreifendes Porträt von großer allgemeiner Bedeutung
Ausgelöst durch den viral gegangenen Amateurporno einer Lehrerin filetiert Radu Jude in seiner Satire unsere Gegenwart. Das unterhaltsam-sperrige Machwerk stellt sich als experimentelles Triptychon gegen klassische narrative Muster: eine filmische Skizze der Obszönität