Neue Visionen Filmverleih

Im Verleih:

Mit ihrem so humorvollen wie bewegenden Regiedebüt »Lieber leben« über den Alltag in einer Reha-Klinik definieren die französischen Regisseure Grand Corps Malade und Mehdi Idir das Subgenre des »Behindertenfilms« neu
Ein unbedarfter Bauunternehmer gerät nach einem versuchten Deal mit geschmuggelten Laptops in die Mühlen des von Willkür geprägten jordanischen Justizsystems. »Gelobt sei der kleine Betrüger« ist eine leichte Sommerkomödie, die trotz einiger gelungener Momente eher oberflächlich bleibt
Dokumentarfilm über den italienischen Schauspieler Bud Spencer und zwei seiner Fans, die sich auf die Reise nach Rom begeben, um ihr Idol persönlich zu treffen. In der Kombination mit präzise eingefügten Filmausschnitten und Expertenstatements ist bei »Sie nannten ihn Spencer« ein ebenso informativer wie unterhaltsamer Film herausgekommen, der auch Nichtfans gefallen dürfte
Mit der amüsant erzählten Geschichte eines schwarzen Paares, das ein weißes Baby adop­tiert, lotet Lucien Jean-Baptiste als Regisseur und Hauptdarsteller in »Zum Verwechseln ähnlich« gleichzeitig zwei Formen von Vorurteilen und Fremdenfeindlichkeit aus
Via Internet-Dating schwindeln sich ein Oldie und sein junger Gehilfe in eine mal spitzbübische, mal rührende »Cyrano de Bergerac«-Romanze, doch die menschlich grausame Prämisse lässt sich auch durch sympathische Antihelden wie Altstar Pierre Richard nicht verdecken: »Monsieur Pierre geht online«
Jonathan Littell, berühmt geworden mit seinem Roman »Die Wohlgesinnten«, porträtiert in »Wrong Elements« vier ehemalige ugandische Kindersoldaten. Einfühlsam und geduldig, auch ästhetisch bemerkenswert, beleuchtet er deren persönlichen Umgang mit Leid und Schuld
Aus dem Porträt einer Berliner Alternativschule für junge Erwachsene macht Ale­xander Kleider ein lebendiges Pamphlet für einen ganzheitlichen Lern- und Bildungsbegriff jenseits von PISA-Kriterien: »Berlin Rebel High School«
Ein illegaler Einwanderer aus Algerien soll irrtümlich nach Afghanistan abgeschoben werden. Philippe de Chauveron (»Monsieur Claude und seine Töchter«) inszeniert in »Alles unter Kontrolle« eine haarsträubende Verfolgungsjagd durchs Mittelmeer, deren größte Überraschung darin besteht, dass auch Abschiebepolizisten ein großes Herz haben können
In zwei gegenläufig verbundenen Fallgeschichten von Radikalisierung und Entradikalisierung junger Französinnen erforscht Marie-Castille Mention-Schaar die Mechanismen der IS-Rekrutierung ebenso einfühlsam wie eindringlich auf einem schmalen Grat zwischen Dokumentation und Fiktion: »Der Himmel wird warten«
Den politischen Diskurs kann Raoul Pecks Biopic »Der junge Karl Marx« durch seine ernsthafte, aber keineswegs hagiografische Auseinandersetzung mit Marx vielleicht befruchten. Ästhetisch kommt er aber nur in den wenigsten Szenen über biederes Kostümkino hinaus