Sabine Horst
Filmkritiken von Sabine Horst
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Chicago in den 1930er-Jahren. Frankensteins Monster (Christian Bale), von tiefer Einsamkeit gequält, sucht die Hilfe der rätselhaften Dr. Euphronius (Annette Bening). Sein innigster Wunsch: eine Gefährtin, die ihm zur Seite steht. Gemeinsam machen sich die beiden an ein düsteres Werk – sie wählen eine Frau als Opfer aus und bringen die Tote (Jessie Buckley) mit wissenschaftlicher Raffinesse zurück ins Leben.
Auf konventionelle Weise wirkungsvolles Drama, das 60 Jahre palästinensischer Fluchterfahrung durch die Perspektive einer Familie filtert – und unterm Strich ein merkwürdig apolitisches, einseitiges Geschichtsbild entwirft.
Guillermo del Toro revolutioniert die klassische schauerromantische Geschichte nicht, fügt ihr aber hübsche neue Noten hinzu – vor allem in Gestalt von Jacob Elordi als Kreatur mit Esprit und Sex Appeal.
Mascha Schilinski filtert hundert Jahre deutsche Geschichte durch die Erfahrungen von vier Mädchen und erfindet dabei eine großartige, assoziationsdichte Bildsprache.
Pietro Castellitto spielt Riccardo Schicchi, der als Inhaber einer Castingagentur den italienischen Erotikmarkt befeuerte, mit Stars wie Cicciolina und Moana Pozzi. Gutmütiger Blick auf die Pornobranche in einer Zeit vor den Hardcore-Exzessen des Internets.
Nicole Kidman spielt beeindruckend uneitel eine Unternehmerin, die eine unerfüllte sexuelle Fantasie der Sparte Disziplin/Dominanz mit einem Praktikanten auszuleben sucht. Und die niederländische Regisseurin Halina Reijn montiert aus dem Werkstoff des Erotikdramas eine clevere Reflexion über weibliches Begehren in Zeiten des Postfeminismus.
Dokumentarfilm über den Konflikt zwischen israelischem Militär, Siedlern und Palästinensern in Masafer Yatta: vielfach prämiert, aber ideologisch gefärbt und zweifelhaft im filmischen Verfahren.
Carmen Eckhardt und Gerardo Milsztein haben 20 Monate lang entschieden parteiisch den Kampf gegen den Ausbau des Kohletagebaus Garzweiler 2 begleitet. Entstanden ist ein Dokumentarfilm, der nicht »smart« sein will, sondern sich rühren lässt.
Makoto Shinkais Anime-Blockbuster ist die dritte Variation auf das Thema kosmische Katastrophe. Und bei aller visuellen Pracht machen sich in der Geschichte vom Riesenwurm, der die Erde beben lässt, Zeichen kreativer Erschöpfung bemerkbar.
Der chinesische Blockbuster um ein erdrutschgefährdetes Bahnprojekt spielt in einer dramatischen Karstlandschaft, sieht gut aus – sogar das Wasser! – und ist für einen Katastrophenfilm recht gut geerdet.
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K-Pop-Stars im Anime-Look auf Dämonenjagd – Die Oscarnominierung für den Überraschungshit 2025 »KPop Demon Hunters« bestätigt: Pop-Idiome aus Fernost verkaufen sich nicht nur gut, sie erweitern den Horizont.
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Die Berlinale lehrt ihr Publikum das Gruseln. Und der erste deutsche Film im Wettbewerb stellt die Frage, was Kunst noch ausrichten kann gegen den Zerfall der demokratischen Kultur.
Blogeintrag
Hollywood macht sich rar, Kunstfilm ist Trumpf, im Wettbewerb werden drei deutsche Filme gezeigt und Isabelle Huppert spielt einen Vampir: Am Donnerstag wird die 76. Berlinale eröffnet.
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Ab 12. Februar zurück auf der großen Leinwand: Hayao Miyazakis Klassiker, restauriert, in 4K und im Original mit Untertiteln.
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Jim Jarmusch kann sich über den Hauptgewinn auf einem der Top-Festivals freuen. Für einen Familienfilm, der trotz Top-Besetzung durch coole Zurückhaltung glänzt. Es war nicht die einzige Überraschung der Löwen-Verleihung in Venedig.
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Kathryn Bigelow hat einen ebenso krachenden wie klugen Atomthriller geliefert, Mona Fastvold verblüffte mit einem Protestanten-Musical. Aber ein klarer Favorit zeichnete sich im Wettbewerb von Venedig bis zur Wochenmitte nicht ab. Dann rollte ein tunesisch-französischer Film über den Gaza-Krieg das Feld auf.
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Am 27. August werden die 82. Filmfestspiele von Venedig eröffnet. Das Programm versammelt eine schier unüberschaubare Riege prominenter Namen. Und verspricht Überraschungen.
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Die 75. Berlinale nimmt an Fahrt auf – doch die Science-Fiction-Geschichte von Oscar-Preisträger Bong Joon-ho verharrt in redundanten Schleifen. Dafür überzeugt auf dem Festival ein Film über die Umbrüche auf dem Land in China.
Blogeintrag
Am Donnerstag wird die 75. Berlinale mit einem Film von Tom Tykwer eröffnet. Nach einer jahrelangen Krisengeschichte könnte die neue Leiterin Tricia Tuttle Ruhe ins Spiel bringen.
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Andreas Dresen zeigt im Berlinale-Wettbewerb »In Liebe, Eure Hilde« über die Widerstandsgruppe »Rote Kapelle«. Julia von Heinz erzählt in »Treasure« mit internationaler Starbesetzung von einer historischen Spurensuche in Polen.
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