Rudolf Worschech

Filmkritiken von Rudolf Worschech

Sie ist ungewollt schwanger und er todkrank: Simon Ostermann erzählt davon, wie Tochter und Vater wieder zueinander finden - trotz aller TV-Konvention mit großer Leichtigkeit und Charme.
Im Mittelpunkt des Films von James Vanderbilt steht das fast freundschaftliche Verhältnis zwischen dem Nazikriegsverbrecher Hermann Göring und dem Militärpsychiater Douglas Kelley. Göring erscheint wie ein überlebensgroßer Filmbösewicht – und Russell Crowe in der Rolle des »Reichsmarschalls« spielt sein Gegenüber Rami Malek an die Wand.
Schlimm sind nie die Kinder, sondern die Eltern, sagt ein altes Pädagogensprichwort. In Joscha Bongards Film haben die Eltern als Family Influencer auf ihrer Tochter Luca (Maja Bons) ein erfolgreiches Geschäftsmodell aufgebaut, das aber in dieser klugen Mediensatire ins Wanken kommt.
50 Jahre spielte das »Arsenal«, bis 2024. Gegründet hat es Stefan Paul, dessen vielfältigen Aktivitäten die informative Dokumentation nachspürt. Paul betreibt nicht nur Kinos, sondern auch einen Verleih und hat selbst Dokumentarfilme gedreht.
Wie eine Legende zur Wahrheit wird: Wolfgang Becker hat in seinem letzten Film den Roman von Maxim Leo verfilmt, als augenzwinkernde Satire um einen Loser, der irgendwie in eine Heldenrolle als DDR-Widerständler tappt.
In ihrem mutigen und wilden Debütfilm spürt Autorin und Regisseurin Laura Laabs den Dämonen der Vergangenheit, den Traumata der Menschen und den Brüchen der Geschichte nach.
Wie es dem Massenmörder Josef Mengele mehr als zwei Jahrzehnte gelang, in Südamerika unterzutauchen. Ein mutiger, kalt inszenierter Film ohne jede Sympathie für den Täter, den August Diehl mit Bravour spielt.
Wie der Jockey Remo mit Verve und vielen Drogen auf den Abgrund zusteuert und sich danach selbst neu erfindet, erzählt der argentinische Regisseur Luis Ortega mit einer Überfülle an visuellem Einfallsreichtum, der genauso in Erinnerung bleibt wie das beeindruckend minimalistische Spiel von Hauptdarsteller Nahuel Pérez Biscayart.
Akiva Schaffer und seine Drehbuchautoren haben ein ordentliches Reboot der Originaltrilogie hingelegt, das mit der Gagdichte der Originaltrilogie und ihrem abstrusen Humor allerdings nicht mithalten kann. Liam Neeson und sein love interest Pamela Anderson sind aber durchaus Besetzungscoups.
Das Mädchen Carola muss sich nach der Verletzung ihres Vaters in einer illegalen Mine in der Atacama-Wüste durchsetzen. Beeindruckende Mischung aus Thriller und Neo-Western, hervorragend gespielt und atemberaubend fotografiert. Ein Juwel in der heutigen Filmlandschaft.

Weitere Inhalte zu Rudolf Worschech

Meldung
Anspruchsvoll: der Deutsche Wettbewerb bei den Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen (28.4.–3.5.2026).
Tipp
Der Kampf gegen einen Staudamm als ein Kampf um die eigene samische Identität.
Meldung
Vom NS-Killer Bruno bis zum rücksichtslosen Fabrikanten in »Kir Royal«: Mario Adorf prägte das deutsche Kino wie kaum ein anderer – mit 221 Rollen, großer Präsenz und unwiderstehlichen Bösewichten.
Meldung
Das Kirchliche Filmfestival Recklinghausen, das vom 11. – 15. März zum 16. Mal stattfindet, zeigt Filme mit Haltung. Die kann die Welt gerade dringend brauchen.
Thema
Der Großteil deutscher Filme ist vom Zerfall bedroht oder im Kino nicht mehr spielbar. Es müsste digitalisiert werden. Aber die Mittel reichen vorn und hinten nicht. Rudolf Worschech über ein kulturpolitisches Desaster.
Tipp
Der Kampf um eine zu Unrecht verurteilte Frau im Norden Argentiniens.
Meldung
»Mut zum Wagnis« prägt den Max Ophüls Preis 2026: Vom radikalen Lowest-Budget-Film bis zum preisgekrönten Festivalfavoriten zeigen die Nachwuchsarbeiten eine Freiheit, die beeindruckt und herausfordert.
Meldung
Generationenkonflikte und Geistergeschichten: wieder mal ein beeindruckendes Programm beim 74. Internationalen Filmfest Mannheim-Heidelberg.
Meldung
Beim Filmfestival von San Sebastián bestimmten leise Töne die Filme – und Gaza die politische Diskussion.