Britta Schmeis

Filmkritiken von Britta Schmeis

Bittersüße und doch beschwingte Tragikomödie über Trauer, Tod, verpasste Chancen, Fürsorge, Familie und einen aufmerksamen Pflegeroboter von Doris Dörrie, mit der sich Angela Winkler ein weiteres Denkmal setzt.
Wenig überraschendes aber hübsch anzusehendes Überlebensdrama über einen traumatisierten Ex-Elite-Soldaten und seinen Militärhund in den Weiten Alaskas – mit einem in der Rolle des harten Kerls wie immer glaubhaften Brad Pitt.
Trotz stereotyper Figuren erzählt Hannu Salonen mit eindringlichen Bildern und starken Figuren von dem Olympiasieg des Ruder-Achters 1960 unter dem Ex-Napola-Lehrer Karl Adam.
Eine unkonventionelle Doku-Fiktion über Paula Modersohn-Becker, in der Zeitebenen und Figuren verschmelzen und dadurch eine Aktualität entsteht, die den Film zu einem feministischen Manifest macht.
Gerichtsdrama, reißerischer Thriller und beklemmende Gegenwartsbeschreibung über eine Justiz, die rechte Gewalt systematisch vertuscht – mit einer kraftvollen, ambivalenten Hauptfigur.
Magisch-realistisch erzählt Cyril Aris von einer Liebe im Libanon über drei Dekaden, die das Schicksal zusammenhält, während im Innern doch immer wieder Fliehkräfte walten – mit zwei Schauspielenden, die in ihrer Gegensätzlichkeit großartig harmonieren.
Ein ebenso eindringliches wie irritierendes Naturdrama um eine Frau, die mit der Abrichtung eines Habichts den Tod ihres Vaters zu bewältigen versucht – mit einer überzeugenden Claire Foy. Nach den Memoiren von Helen Macdonald.
Opulente, frei adaptierte Literaturverfilmung und locker leichte Emanzipationsgeschichte, die mit Witz und ein wenig Kitsch zu Herzen geht – und die großartige Virginia Woolf einmal mehr ins Bewusstsein ruft.
Mit absurdem Witz und leiser Melancholie erzählt die Französin Sophie Fellières von einer mittelalten Frau in einer Lebenskrise – mit scheinbar planlosen Konversationen und wirren Handlungen. Manchmal herausfordernd und doch faszinierend.
Fesselnde Tragikomödie über eine zerbrochene Beziehung in der Kargheit Islands – voller sinnlicher Bilder, skurriler Visionen und Absurditäten. Nicht immer nachvollziehbar, aber von einem betörenden Sog.

Weitere Inhalte zu Britta Schmeis

Blogeintrag
»Staatsschutz« und »Traces« – Zwei politische Film gewinnen die diesjährigen Panorama-Publikumspreise.
Blogeintrag
Im Panorama der Berlinale zeigt sich die Liebe als politisches und existenzielles Kraftfeld: zwischen Witwen in Beirut, wachenden Außenseitern in Kairo, zerrissenen Paaren in Maintal und trauernden Clowns in Wien.
Tipp
Ein komplexes Spionage-Familiendrama im unwirtlichen Berlin mit einem hochklassigen Ensemble.
Tipp
Herzerwärmende Weihnachtskrimiserie mit einer Ermittlerin zwischen Miss Marple und Carrie Bradshaw.
Tipp
»Call My Agent Berlin« ist das deutsche Remake der französischen Erfolgsserie – ähnlich zynisch, selbstironisch und eine fast nostalgische Liebeserklärung an das Film-Business.
Meldung
Das beim Publikum beliebte Panorama setzte auf Hoffnung und Zuversicht trotz Verlust und Trauer – meist mit starken und sperrigen Frauen, mal konventionell erzählt oder die visuellen Möglichkeiten erforschend.
Meldung
Empowerment und Diversität sind traditionell Schwerpunkte beim Internationalen Frauenfilmfest Dortmund/Köln. In diesem Jahr aber überraschte das Festival vor allem mit einer neuen Darstellung von Maskulinität
Tipp
Steinchen für Steinchen fügt die Sky-Serie »Funeral for a Dog« die Geschichten einer kleine Gruppe Mittdreißiger zusammen und geht dabei den großen Schicksalsfragen nach – verwirrend, unbehaglich und grandios.
Meldung
Panorama: Wie immer öffnete die populärste Sektion der Berlinale den Blick auf die Vielfalt des Kinos, in diesem Jahr war es vor allem ein weiblicher Blick.
Tipp
Sky Nature schickt in »SaFahri– Eine Reise zu den vier Elementen« den Schauspieler Fahri Yardim auf Sinnsuche. Klingt bizarr, funktioniert aber. Ab 9. September