Britta Schmeis

Filmkritiken von Britta Schmeis

In dem düsteren Familiendrama erzählt Felix Hassenfratz von inzestuösem Missbrauch und was er nicht nur mit den unmittelbaren Opfern macht. »Verlorene« überzeugt mit einem starken Ensemble, allen voran Maria Dragus und Anna Bachmann, aber auch Clemens Schick und Enno Trebs. Aber der Regisseur und Drehbuchautor überlädt diese beklemmende Geschichte. Der durchweg badische Dialekt ist eine zusätzliche Herausforderung
In einer Silvesternacht sollen vier Randgestalten in einem abgelegenen Haus über den Fortbestand der Menschheit entscheiden, denn Gott persönlich gesellt sich zu ihnen. Caye Casas und Albert Pintó legen ihr Spielfilmdebüt »Killing God« als schwarze Komödie an und verlieren sich dabei in Splatter und Klamauk
Gerade als Rainer (Jan Josef Liefers) seine alte Band trotz aller Widrigkeiten wiedervereint, erfährt er von seinem unheilbaren Hirnturmor. Philipp Kadelbach verfilmte Frank Goosens Roman »So viel Zeit« als klamaukige Wohlfühlkomödie mit deutscher Starbesetzung
Barbara Miller porträtiert fünf Frauen, die sich aus ihren geschlossenen Gesellschaften befreit haben und für eine freie Sexualität kämpfen. Sie rüttelt auf, findet aber keinen Bezug zu der aktuellen Debatte und kaum filmisch interessante Motive
Nach 40 Jahren ist Jamie Lee Curtis als traumatisierte Laurie Strode zurück, um sich an ihrem Peiniger Michael Myers zu rächen. Denn der mordende Psychopath ist just zu Halloween aus der Haftanstalt entkommen. »Halloween« ist ein erwartbarer Horrortrip, der im 21. Jahrhundert einfach nicht mehr funktioniert
In Echtzeit erzählt Regisseur Gustav Möller von einem Polizisten, der über knapp 90 Minuten über das Telefon ein vermeintliches Entführungsopfer zu retten. »The Guilty« ist ein großartiger, klaustrophobischer Thriller in nur zwei Räumen und mit nur einem sichtbaren Protagonisten: Aser, der Polizist (Jakob Cedergren)
Als eine Cyberattacke alle Agenten des Königsreichs enttarnt, muss Johnny English (Rowan Atkinson) reaktiviert werden. Als Agent der alten Schule verweigert er sich zwar jeglicher Neuerungen, schafft es aber trotzdem mit seiner liebenswerten Trotteligkeit und trotz aller seiner Ungeschicklichkeiten die Welt zu retten. Ein harmloses aber durchweg unterhaltsames Kinovergnügen
Schwere Kost liefert Nanouk Leopold mit ihrer Coming-of-Age-Geschichte, in der ein 15-Jähriger seine drogensüchtige, hochschwangere Mutter retten will. Großartige Bilder und ein großartiger Bas Keizer als Cobain – nicht immer konsequent erzählt
Filmemacherin Lisa Immordino Vreeland setzt dem schillernden Ausnahmekünstler Sir Cecil Beaton mit ihrer kurzweiligen Doku »Love, Cecil« ein Denkmal, das vor allem von dessen Persönlichkeit und seinen Werken lebt
Als ein altes kubanisches Paar eine Videokamera entdeckt und erotische Filmchen dreht, erwacht ihr Leben und ihre Liebe – trotz bitterster Armut. Regisseur Jhonny Hendrix Hinestroza schafft mit »Candelaria« ein kleines Filmjuwel voller Leichtigkeit und Traurigkeit