Britta Schmeis

Filmkritiken von Britta Schmeis

Völlig überdreht tritt in Teil 2 von »Boss Baby« Säugling Tina die Nachfolge vom einstigen Baby-Agenten Ted an, der nochmals in Aktion tritt. Viel zu schnell, wirr erzählt und auf Effekte haschend inszeniert, dürfte das Familien-Animationsabenteuer Kinder überfordern und zugleich die Erwachsenen langweilen
Einfühlsam und voller Respekt begleiten Imogen Kimmel und Doris Metz sieben Transmenschen auf einem Teil ihres Weges, erzählen von den Entbehrungen, Schmerzen und Glücksmomenten und übersetzen diese eindrücklich in eine eigene Bildsprache und Klangwelt
Inspiriert von dem wahren Fall der Amanda Knox erzählt Tom McCarthy von einem Redneck aus dem ländlichen Oklahoma, der alles daransetzt seine wegen Mordes verurteilte Tochter aus einem Marseiller Gefängnis zu bekommen. Weniger ein Justizdrama als eine kluge, vielschichtige Charakterstudie und eine ungewöhnliche Vater-Tochter-Geschichte mit einem herausragenden Matt Damon und einer hinreißenden Camille Cottin
Allzu bemüht versucht Marcus H. Rosenmüller gesellschaftsrelevante Themen wie Gentrifizierung und Flüchtlingspolitik in seiner völlig überdrehten Komödie zu integrieren. Heraus kommt am Ende eine mit Milan Peschel, Sebastian Bezzel und Johanna Wokalek durchaus prominent besetzte Klamotte
Ohne eine Sentimentalität oder ein Klischee auszulassen, erzählt das Feelgood-Movie von einer walisischen Supermarktkassiererin, die ein Rennpferd züchtet und damit sich und ihrem Dorf neuen Mut schenkt. Nach einer wahren Begebenheit
Das Superheldinnenspektakel mit Scarlett Johansson als kühle Ex-Spionin und Florence Pugh als ihre burschikose Schwester ist Emanzipations- und Familiendrama. Witzig, klug und spannend
Der in Deutschland lebende Belarusse Aliaksei Paluyan dokumentiert die friedlichen Proteste im vergangenen Sommer in seinem Land und porträtiert dafür drei Schauspieler und ihren Umgang mit den Repressalien
In seiner eindrucksvollen Dokumentation und in wunderschönen Bildern erzählt der französische Filmemacher Gilles de Maistre von Kindern aller Kontinente, die mit ihrem unglaublichen Engagement die Welt ein großes Stück besser machen
Charmant, komisch und ergreifend erzählt Icíar Bollaín von einer 45-Jährigen, die sich nach Jahren der Aufopferung als Zeichen der Selbstachtung selbst heiraten will. Großartig besetzt mit Candela Peña als Rosa
Ein Zwölfjähriger mongolischer Nomade zwischen Moderne und Tradition: Sanft und mit grandiosen Bildern, manchmal ein wenig bedeutungsschwer erzählt Byambasuren Davaa von der Ausbeutung ihres Landes

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Tipp
Sky Nature schickt in »SaFahri– Eine Reise zu den vier Elementen« den Schauspieler Fahri Yardim auf Sinnsuche. Klingt bizarr, funktioniert aber. Ab 9. September
Thema
Mit gerade einmal acht Filmen deutlich gestrafft präsentierte sich in diesem Jahr die Sektion Perspektive Deutsches Kino, die sich inhaltlich kaum aktueller hätte aufstellen können. Denn im Fokus standen Heimat und Identität