Britta Schmeis

Filmkritiken von Britta Schmeis

Kraftvolles und zugleich sanftes Spielfilmdebüt um eine junge Frau, die mit dem Vergewaltigungsvorwurf gegen ihren geliebten Bruder umgehen muss. Gewissheiten geraten ins Wanken, moralische Trennlinien verschwimmen. Großartig gespielt von Marie Bloching.
Einfühlsames, elegant gefilmtes Drama über eine junge lesbische Muslimin, die zerrissen ist zwischen ihrer Sexualität und ihrem Glauben – nach dem autofiktionalen Roman von Fatima Daas.
Ruhiges, eindrückliches Drama über zwei ungleiche Halbgeschwister auf der Suche nach Heimat – Regiedebüt des Kölners Leis Bagdach mit einem sehr überzeugenden Kostja Ullmann und der Neuentdeckung Safinaz Sattar.
Dichtes Psychogramm einer dysfunktionalen Familie vor der winterlichen Kulisse Griechenlands voller sanfter Melancholie, in dem jede Figur mit ihren eigenen Dämonen kämpft – überzeugender Cast.
Mit viel Klischees, Pathos und Kitsch verfilmt Eric Schmitt den gleichnamigen Roman von Thomas Glavinic, mit Matthias Schweighöfer und weiterem illustren Cast.
Berührendes, klug inszeniertes und eindrücklich audiovisuell erzähltes Drama um eine gehörlose Frau, die durch ihr Mutterwerden die Verbindung zu der Welt zu verlieren droht – mit einer intensiv agierenden gehörlosen Miriam Garlo in der Hauptrolle.
Angesiedelt im Korsika der 1990er-Jahre erzählt Julien Colonna in seinem Spielfilmdebüt ungeschönt und voller Melancholie von Clankriminalität und Rache als Familienerbe – mit einer umwerfenden Protagonistin.
Moderne Adaption des Jugendbuchklassikers mit erstklassigem Cast, mal märchenhaft-poetisch, mal grausam-gegenwärtig, geschickt verknüpft, aber nicht immer überzeugend.
Überdrehte Farce über das Verzeihen in der Liebe und der Freundschaft – mit einem spielfreudigen Ensemble und voller grobem, makaberen Klamauk.
Zwei ungleiche Brüder treffen in dieser charmanten aber sehr erwartbaren Komödie aufeinander: der herzensgute Sunny mit Trisomie 21 und der skrupellose Immobilienmakler Thomas. Nett anzusehen, aber harmlos.

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Herzerwärmende Weihnachtskrimiserie mit einer Ermittlerin zwischen Miss Marple und Carrie Bradshaw.
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Das beim Publikum beliebte Panorama setzte auf Hoffnung und Zuversicht trotz Verlust und Trauer – meist mit starken und sperrigen Frauen, mal konventionell erzählt oder die visuellen Möglichkeiten erforschend.
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Steinchen für Steinchen fügt die Sky-Serie »Funeral for a Dog« die Geschichten einer kleine Gruppe Mittdreißiger zusammen und geht dabei den großen Schicksalsfragen nach – verwirrend, unbehaglich und grandios.
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Panorama: Wie immer öffnete die populärste Sektion der Berlinale den Blick auf die Vielfalt des Kinos, in diesem Jahr war es vor allem ein weiblicher Blick.
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Sky Nature schickt in »SaFahri– Eine Reise zu den vier Elementen« den Schauspieler Fahri Yardim auf Sinnsuche. Klingt bizarr, funktioniert aber. Ab 9. September
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Mit gerade einmal acht Filmen deutlich gestrafft präsentierte sich in diesem Jahr die Sektion Perspektive Deutsches Kino, die sich inhaltlich kaum aktueller hätte aufstellen können. Denn im Fokus standen Heimat und Identität