Dietmar Kanthak

Filmkritiken von Dietmar Kanthak

Rebecca Zlotowskis Film, der auf kühne Weise eine Krimikomödie mit paranormalen Effekten und komplexen Beziehungsgeschichten vereint, funktioniert dank eines inspirierten Ensembles. Jodie Foster fasziniert mit perfektem Französisch.
Überwiegend auf Französisch, in edlem Schwarz-Weiß und im klassischen 35-mm- Format erzählt Richard Linklater die Entstehungsgeschichte von Jean-Luc Godards Meisterwerk »Ausser Atem« nach. Ein Film für Cineasten und, dank humorvoller Akzente, auch fürs große Publikum.
Theodor Storms Novelle »Der Schimmelreiter« von 1888 liefert Stoff für die Gegenwart. Didaktische Elemente verbinden sich aber nicht immer organisch mit der Geschichte eines Außenseiters und seines Kampfes gegen den Klimawandel.
Hochemotional und kunstvoll erzählt Chloé Zhao vom Trauma einer Familie nach dem Tod eines Kindes und von der magischen Kraft der Kunst. Jessie Buckley erschafft eine Kinofigur für die Ewigkeit.
Mahdi Fleifel erzählt schonungslos und ohne jede hoffnungsvolle Perspektive eine Migrationsgeschichte. Die Hauptdarsteller verkörpern auf intensive Weise zwei Palästinenser, die sich ihren Traum von Glück mit Gewalt erfüllen wollen.
Kleber Mendoça Filhos 1977 in Brasilien angesiedelte Geschichte vereint Thriller­elemente, Polit-, Familien- und Beziehungsdrama, schwarze Komödie, Gewaltexzesse und surreale Effekte.
Inspiriert von einem wahren Gerichtsfall erzählt Christina Tournatzés von Missbrauch und Gerechtigkeit. Elise Krieps in ihrer ersten großen Rolle ist sensationell.
In einem genreübergreifenden Rahmen erzählt Amélie Bonnins Film von der Wiederbegegnung einer jungen Frau mit der französischen Provinz und ihrer Vergangenheit. Die Filmsprache erscheint auf kunstvolle Weise kunstlos, die Musik übernimmt eine zentrale Rolle.
In einer dokumentarischen, mitunter kunstlos anmutenden Filmsprache erzählt Scandar Copti von Palästinensern und Israelis in Haifa – und von destruktiven gesellschaftlichen und familiären Prägungen.
Bildmächtig und fantasievoll geht die Norwegerin Tallulah H. Schwab der Frage nach: Was ist Realität? Die assoziationsgeladenen Momentaufnahmen spiegeln eine oberflächenreizübervolle Beliebigkeit.

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