Birgit Roschy

Filmkritiken von Birgit Roschy

In der Fortsetzung der Erfolgskomödie »Monsieur Claude und seine Töchter« muss Reaktionär Claude seine Schwiegersöhne vom Auswandern abbringen, ein Vorhaben, das immer noch eine erstaunliche Bandbreite von albernen bis giftigen Witzen zeitigt
In der 3D-Animationskomödie über ein ­Druiden-Casting werden bekannte Asterix-Motive zu einer Geschichte zusammengefügt, der es trotz Drive und Witz am legendären Esprit der Comicvorlagen mangelt
Drei Geschwister finden sich am Bett ihres kranken Vaters wieder... Zwischen Nostalgie und Melancholie verhandelt Regisseur Robert Guédiguian in »Das Haus am Meer« seine großen Themen, nämlich die ­Zukunft der Linken, den Humanismus und die Liebe zur Kunst – nicht immer psychologisch stimmig, aber stets glaubwürdig
Die Fortsetzung von Doris Dörries Erfolgsfilm »Kirschblüten – Hanami« ist ein reizvoll verspieltes Märchen, in dem mittels einer japanisch-bayerischen Geisterbeschwörung einem Mann, der sich nicht als richtiger Mann fühlt, zur Erleuchtung verholfen wird: »Kirschblüten & Dämonen«
Der im Tonfall einer Schelmengeschichte verfilmte autobiografische Roman von Romain Gary entwickelt dank des selbstironisch herausgearbeiteten »double bind«, mit dem die tyrannische Mutter ihren Sohn zum Wunderkind drillt, eine starke Intensität: »Frühes Versprechen«
Zwischen Horrorthriller, Superheldenepos und Charakterdrama spinnt M. Night Shyamalan in »Glass« das Schicksal der übernatürlich begabten Charaktere aus zwei Vorgängerfilmen weiter – so düster und reizvoll überspannt wie gewohnt
Mit minimalistischen, aber sinnlichen Bildern wird dieses französische Drama über ein kriegsversehrtes Frauendorf, in das ein Unbekannter gerät, zu einer Studie über Begehren und Überlebenswillen von Frauen: »Das Mädchen, das lesen konnte«
Mit einem wirren Mix aus Anspielungen und reißerischer Action wird in dieser Neuauflage des klassischen Volksmärchens versucht, Robin Hood zum hippen Revolutionär »The Hood« weiterzuentwickeln
In der nostalgieseligen Fortsetzung des Musicalklassikers um ein zauberhaftes Kindermädchen wird der einstige Kernkonflikt zwischen strengem Vater und kindlichem Freiheitsbedürfnis durch ein vergleichs­weise banales Abenteuer ersetzt: »Mary Poppins' Rückkehr«
Zu den Problemen, die Teenager Anna und ihre Freunde ohnedies durchleben, gesellt sich noch eine Zombieseuche, die Kumpel und Familienangehörige in Bestien verwandelt: ein Crossover-Film, der mit komischen Ernst die Stilbrüche zwischen Zombie-, Teenager und Musicaldrama zelebriert

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