Birgit Roschy

Filmkritiken von Birgit Roschy

Ein Gaunerduo schmuggelt sich in eine Reisegruppe behinderter Menschen und verbringt mit ihnen die Ferien, mit unerwartetem Ergebnis: das deutsche Remake einer französischen Erfolgskomödie ist weniger spritzig, aber dennoch unterhaltsam.
Bei der Jagd auf das Marsupilami, ein aus Comics bekanntes Fabelwesen, werden in dieser französischen Familienkomödie alle Register des anspruchslosen Humors gezogen, was dank des frenetischen Tempos und des spielfreudigen Komödiantenensembles »Bande à Fifi« auch einigermaßen unterhaltsam ist.
Ivy wird nach vorerst überstandener Krebserkrankung von ihren Eltern in ein Ferienlager für Betroffene verfrachtet und durchlebt mit Leidensgenossen einen unvergesslichen Sommer: ein mal feinfühliges, mal rabaukiges Independent-Teeniedrama.
Inspiriert von der Entwicklung eines bahnbrechenden Sextoys, handelt diese Komödie von einer Ehefrau, die auf die Suche nach ihrem Orgasmus geht: eine Achterbahnfahrt zwischen tiefergelegtem Klamauk und pädagogischer Verve, mehr fröhlich als obszön und stets der weiblichen Perspektive verpflichtet.
Das Realfilm-Remake eines Disney-Animationsfilms über eine Häuptlingstochter, die sich aufs freie Meer wagt, um einen göttlichen Fluch zu parieren, hält sich zwar exakt an die Vorlage. Doch der Mix aus Schauspielern und CGI schmälert leider den ursprünglichen Reiz dieses Südseemärchens.
Der rätselhafte Tod des tunesischen Onkels wird für seine aus Frankreich angereiste Nichte zum Anlass für eine Spurensuche und in Folge eine Auseinandersetzung mit ihrer Identität als lesbische Frau in einem konservativen arabischen Umfeld: elegant inszeniertes und zärtliches Drama, das mit der Beschreibung des familiären Verschweigens Einblicke in eine repressive Gesellschaft gewährt.
In diesem zwischen Psychokrimi und Sittenkomödie changierenden Beziehungsdrama zieht eine junge Frau ihren verheirateten Geliebten immer tiefer in eine Affäre, deren Verwicklungen jedoch letztlich allzu konstruiert und auch psychologisch unstimmig daherkommen.
Ebenso aufwühlend wie gelegentlich effekthascherisch werden in diesem Langfilmdebüt die Schicksale von fünf Menschen erzählt, die in der syrischen Flüchtlingskrise 2015 die Flucht über das Mittelmeer versuchen.
Beim Kurztrip einer jungen Frau zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris geht zwar viel schief, doch die Stimmung bleibt gut: ein heiter melancholischer Debütfilm in der Tradition von Eric Rohmer mit einer überzeugenden Hauptdarstellerin.
Ungewöhnliches Paris-Porträt, Studie einer dauervernetzten und zugleich vereinsamten Generation, Hommage an das cinéma vérité: ein ebenso vielseitiges wie ästhetisch bezauberndes Independent-Drama, das von der zarten Annäherung zweier junger Menschen vor dem Hintergrund der Olympischen Spiele 2024 handelt.

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