Birgit Roschy

Filmkritiken von Birgit Roschy

Beim Kurztrip einer jungen Frau zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris geht zwar viel schief, doch die Stimmung bleibt gut: ein heiter melancholischer Debütfilm in der Tradition von Eric Rohmer mit einer überzeugenden Hauptdarstellerin.
Ungewöhnliches Paris-Porträt, Studie einer dauervernetzten und zugleich vereinsamten Generation, Hommage an das cinéma vérité: ein ebenso vielseitiges wie ästhetisch bezauberndes Independent-Drama, das von der zarten Annäherung zweier junger Menschen vor dem Hintergrund der Olympischen Spiele 2024 handelt.
Anhand der gefährlichen Liebesgeschichte einer jungen Zürcherin mit einem mysteriösen Black-Metal-Sänger wird in diesem Debütfilm ein lebendiges Szeneporträt einer musikalischen Subkultur präsentiert, inklusive des Flirts mancher Metalheads mit völkischen Ideologien.
In diesem packenden, im Stil des Cinéma vérité gedrehten Gerichtsdrama kämpfen bei einer Anhörung geschiedene Eltern mit ihren Anwälten um das Sorgerecht für die Kinder. Gnadenlos wird gezeigt, dass deren Wohl im juristischen Tauziehen die geringste Rolle zu spielen scheint.
Eine alte Dame lässt sich nicht aus ihrem Paradies, einer Wohnung in Tanger vertreiben: Dieses Feelgood-Drama ist zum einen eine etwas kitschige Liebeserklärung an die pulsierende marokkanische Küstenstadt, vor allem aber eine Hommage an Carmen Maura als gewitzte Heldin.
Gedreht von einem deutsch-kenianischen Filmteam und inspiriert von wahren Begebenheiten, wird in diesem Drama mit der Zwangsheirat einer 13-Jährigen aus der kenianischen Provinz das Thema Kinderehen beleuchtet – was trotz einer ausdrucksstarken Darstellerin am Ende etwas zu didaktisch daherkommt.
Der preisgekrönte Sozialthriller über einen afrikanischen sans-papiers, der als Essensauslieferer in Paris arbeitet und auf politisches Asyl hofft, besticht sowohl als dokumentarische Betrachtung der Schattenwirtschaft des Fahrradkuriergeschäfts und als berührendes Charakterporträt.
In seiner neuen Tragikomödie spiegelt Nanni Moretti einmal mehr die Situation des eigensinnigen Arthouse-Regisseurs, der einen Film zustande zu bringen versucht: ein liebenswürdiges Panorama voll selbstironischem Humor, zugleich ein wenig ermüdend, da wie auf Autopilot inszeniert.
In diesem suggestiv inszenierten und elegant die Klischees eines Coming-of-Age-Films unterlaufenden slowenischen Drama erlebt eine blutjunge Sängerin eines Mädchenchors auf einem Probenwochenende ihr verstörendes sexuelles Erwachen.
In dieser ebenso unsentimentalen wie sympathischen Tragikomödie unternimmt eine alte Dame – Altstar Hélène Vincent – mit ihren nichts ahnenden Verwandten eine Reise in die Schweiz, um am Bestimmungsort Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Dabei werden Fragen im Hinblick auf die bürokratischen Hürden des assistierten Suizids aufgeworfen.

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