Birgit Roschy
Filmkritiken von Birgit Roschy
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Das Realfilm-Remake eines Disney-Animationsfilms über eine Häuptlingstochter, die sich aufs freie Meer wagt, um einen göttlichen Fluch zu parieren, hält sich zwar exakt an die Vorlage. Doch der Mix aus Schauspielern und CGI schmälert leider den ursprünglichen Reiz dieses Südseemärchens.
Der rätselhafte Tod des tunesischen Onkels wird für seine aus Frankreich angereiste Nichte zum Anlass für eine Spurensuche und in Folge eine Auseinandersetzung mit ihrer Identität als lesbische Frau in einem konservativen arabischen Umfeld: elegant inszeniertes und zärtliches Drama, das mit der Beschreibung des familiären Verschweigens Einblicke in eine repressive Gesellschaft gewährt.
In diesem zwischen Psychokrimi und Sittenkomödie changierenden Beziehungsdrama zieht eine junge Frau ihren verheirateten Geliebten immer tiefer in eine Affäre, deren Verwicklungen jedoch letztlich allzu konstruiert und auch psychologisch unstimmig daherkommen.
Ebenso aufwühlend wie gelegentlich effekthascherisch werden in diesem Langfilmdebüt die Schicksale von fünf Menschen erzählt, die in der syrischen Flüchtlingskrise 2015 die Flucht über das Mittelmeer versuchen.
Beim Kurztrip einer jungen Frau zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris geht zwar viel schief, doch die Stimmung bleibt gut: ein heiter melancholischer Debütfilm in der Tradition von Eric Rohmer mit einer überzeugenden Hauptdarstellerin.
Ungewöhnliches Paris-Porträt, Studie einer dauervernetzten und zugleich vereinsamten Generation, Hommage an das cinéma vérité: ein ebenso vielseitiges wie ästhetisch bezauberndes Independent-Drama, das von der zarten Annäherung zweier junger Menschen vor dem Hintergrund der Olympischen Spiele 2024 handelt.
Anhand der gefährlichen Liebesgeschichte einer jungen Zürcherin mit einem mysteriösen Black-Metal-Sänger wird in diesem Debütfilm ein lebendiges Szeneporträt einer musikalischen Subkultur präsentiert, inklusive des Flirts mancher Metalheads mit völkischen Ideologien.
In diesem packenden, im Stil des Cinéma vérité gedrehten Gerichtsdrama kämpfen bei einer Anhörung geschiedene Eltern mit ihren Anwälten um das Sorgerecht für die Kinder. Gnadenlos wird gezeigt, dass deren Wohl im juristischen Tauziehen die geringste Rolle zu spielen scheint.
Eine alte Dame lässt sich nicht aus ihrem Paradies, einer Wohnung in Tanger vertreiben: Dieses Feelgood-Drama ist zum einen eine etwas kitschige Liebeserklärung an die pulsierende marokkanische Küstenstadt, vor allem aber eine Hommage an Carmen Maura als gewitzte Heldin.
Gedreht von einem deutsch-kenianischen Filmteam und inspiriert von wahren Begebenheiten, wird in diesem Drama mit der Zwangsheirat einer 13-Jährigen aus der kenianischen Provinz das Thema Kinderehen beleuchtet – was trotz einer ausdrucksstarken Darstellerin am Ende etwas zu didaktisch daherkommt.
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Tipp
Die chilenische Neuverfilmung von Isabel Allendes Besteller als achtteilige Miniserie besticht neben authentischem Lokalkolorit durch ihre übersinnliche Atmosphäre.
Tipp
Vom Südseeparadies zur grünen Hölle, vom Kinderspielplatz zum Schlachtfeld: Die BBC-Miniserie nach William Goldings berühmtem Roman trumpft mit berückenden Bildern auf.
Tipp
Im dritten »Knives Out«-Mordfall muss Daniel Craig als Detektiv Benoit Blanc den Tod eines Priesters aufklären.
Thema
Manche Dinge kommen nie aus der Mode. Zum Beispiel klassische Ensemblekrimis zum Mitraten, die oft in geschlossenen Räumen spielen. Perfekt fürs Familientreffen zu Weihnachten. Birgit Roschy begibt sich auf den Nostalgie-Trip.
Thema
In vier Jahrzehnten hat sich Laura Dern von David Lynchs Muse zu einer der aufregendsten Nebendarstellerinnen in Hollywood entwickelt, die mühelos zwischen Arthouse, »Jurassic Park« und Streaming-Serienhits wechselt. Nun stiehlt die 58-Jährige in der Ensemble-Tragikomödie »Jay Kelly« ihren Co-Stars die Schau.
Tipp
Wie bringt man straffällig gewordene Jungs zur Raison? In dieser Romanadaption wird der Alltag in einem Erziehungsheim als Achterbahnfahrt der Gefühle porträtiert, in der sowohl Schüler wie Lehrer auf der Strecke zu bleiben drohen.
Tipp
In der Amazon-Serie »Das Gift der Seele« (The Girlfriend) wird ein archaischer Mutter-Schwiegertochter-Konflikt mit klassenkämpferischen Aspekten angereichert – und mit Ungeniertheit toxische Weiblichkeit zur Selbstbehauptung umgedeutet.
Tipp
Jetzt kommt auch ihr Bruder Pugsley ins Internat Nevermore: In der zweiten Staffel des Netflix-Serienhits »Wednesday« ist die unkonventionelle Heldin erneut in sarkastischer Bestform, selbst wenn Tim Burton es mit seinem Horrorzirkus diesmal ein wenig übertreibt.
Thema
Bisher war der Engländer Matt Smith hauptamtlich mit Serien beschäftigt. Als »Dr. Who«, als Daemon Targaryen in »House of The Dragon« und als Prinz Philip in »The Crown« entwickelte er so viel Charisma, dass man ihn gern in der A-Liga sehen möchte.
Tipp
In »Die perfekte Schwester« müssen sich zwei Schwestern zusammenraufen, um einen Mordfall zu lösen. Dank Jessica Biel und Elizabeth Banks ist das einigermaßen unterhaltsam.
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