Cronofobia

Ein von Schuld getriebener Mann und eine trauernde Frau nähern sich allmählich an – ihre Schicksale sind miteinander verknüpft. Visuell beeindruckend und atmosphärisch dicht, bleibt der Film dramaturgisch zu sehr ein intellektuelles Gedankenspiel, um auch emotional zu berühren
Gerhard Midding

Ich vermute, James Mason ist ein so bezwingender Schurkendarsteller, weil er von der Annahme ausgeht, die meisten Menschen seien im Einklang mit ihren Motiven. Diese Gabe zur Ambiguität erhält in Hollywood noch stärkere, auch differenziertere Konturen. In der kulturellen Deplatzierung gewinnt die Arroganz seiner Figuren an Schärfe. Er ist ein Meister der vergifteten Höflichkeit.

Gerhard Midding

Seit Tagen geht mir das Thema aus „Achteinhalb“ nicht mehr aus dem Kopf. Ich hatte Fellinis Film seit Jahren nicht mehr gesehen. Nun nun entdeckte ich ihn wieder, aus gegebenem Anlass. Es gibt verdrießlichere Ohrwürmer.

fantasporto

25. Februar bis 8. März, Porto – In der portugiesischen Haupt- und Hafenstadt Porto feiert das Festival für fantastischen Film seine 40. Ausgabe. Schon im großen internationalen Wettbewerb finden sich einige Filme aus Ländern wie Korea oder den Philippinen. Diesen nationalen Kinematographien wird in der Sektion »Orient Express« explizit noch einmal Raum in einer kompetitiven Sektion gegeben.

Berlinale

20. Februar bis 1. März, Berlin – Mit Jury-Präsident Jeremy Irons und einem neuen Führungsduo startet das größte deutsche Filmfestival ins neue Jahrzehnt. Wettbewerbsfilme außer Konkurrenz gibt es nun nicht mehr, stattdessen laufen solche Filme, wie etwa Matteo Garrones »Pinocchio«, in der Sektion »Berlinale Special Gala«. Auch in das aktuelle epd-Film-Heft fließt das Festivalprogramm ein, in Form einer Rückschau auf das Werk von King Vidor, dem eine Retrospektive gewidmet ist, einer Nahaufnahme der kommenden Ehrenpreisträgerin Helen Mirren und zweier Jubiläumsstrecken: Die Berlinale wird 70, das Form schaut auf sein erstes Programm vor 50 Jahren zurück.

Werkschau Pavel Jurácek

24. Januar bis 18. Februar, Berlin – Er schrieb für Jan Schmidt, Karel Zeman und Věra Chytilová. Pavel Juráček gehörte als Autor zu den maßgeblichen Erneuerern des tschechoslowakischen Kinos in den 60er Jahren. Als 1971 neostalinistische Machthaber das Ruder übernahmen, wurden seine Filme indiziert, und es erging ein Arbeitsverbot. Auch als Regisseur verantwortete Pavel Juráček zwei Filmprojekte, die Teil der umfassenden Werkschau des Zeughauskinos sind.

kontrast Filmfest

28. Februar bis 1. März, Bayreuth – Seit über 20 Jahren findet in Bayreuth das Kurzfilmfestival »kontrast« statt. Das diesjährige Sonderthema trägt den Titel »Jetzt erst recht!«, entsprechend sollen die gezeigten Filme eine gewisse trotzartige Haltung zeigen. Freitags und samstags, inklusive der Preisverleihung am Abend, wird ein erwachsenes Publikum angesprochen, am Sonntag gibt es vor allem Kinderfilmprogramm sowie einen abschließenden Highlight-Filmblock.

Utopia – Symposium zur Zukunft der Filmlandschaft

6. Februar, Köln – Das Filmbüro Nordrhein-Westfalen lädt im Rahmen eines eintägigen Symposiums ein, den Zustand der deutschen Filmlandschaft zu reflektieren. Es geht dabei explizit darum, die schwierige Lage der Branche in allen Bereichen zwar anzuerkennen, aber positive Utopien für die Zukunft zu entwickeln. Über kreative und technische Rahmenbedingungen soll ebenso gesprochen werden wie über die Natur einer solidarischen und aufregenden Filmkultur. Erwartet werden Gäste aus Praxis, Wissenschaft und Presse, um auch im Austausch mit dem Publikum Zukunftsvisionen anzuregen.

Transmediale

28. Januar bis 1. März, Berlin – In diesem Jahr nimmt sich das Berliner Festival Transmediale des Konzepts von Netzwerken an. Digitale und nichtdigitale Formen von Netzwerken sollen reflektiert und mögliche Zukunftsvisionen aufgezeigt werden. Das Film- und Videoprogramm bietet zwei Schwerpunkte: Isolation und Einsamkeit durch mobile Kommunikation und soziale Medien sowie das Verhältnis zwischen künstlicher Intelligenz und menschlichem Verhalten. Das Programm konzentriert sich auf die erste Festivalwoche, die dazugehörige Gruppenausstellung »The Eternal Network« ist aber noch bis 1. März im Haus der Kulturen der Welt zu sehen.

Africa Alive

26. Januar bis 16. Februar, Frankfurt – Mitte der 1990er Jahre wurde das Festival gegründet, um ein realistisches Bild von Afrika zu liefern. Dafür wurde und wird nicht nur das filmische Medium genutzt, es werden auch Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und Podiumsdiskussionen organisiert. Zur Eröffnung des Festivals gibt etwa die kongolesische Sängerin Gasandji ein Konzert. Ein signifikanter Teil des Programms besteht aus aktuellen Langfilmen; ein Kurzfilmprogramm und eine Zusammenstellung restaurierter Filme finden ebenfalls ihren Platz.

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