Anke Sterneborg

Filmkritiken von Anke Sterneborg

Das Thema Flüchtlingsströme vernetzt Markus Imhoof mit seinem Kinderblick auf ein italienisches Flüchtlingsmädchen, das seine Familie 1945 aufnahm: »Eldorado«
Dank der bedingungslosen Liebe seiner Frau ist Robin Cavendish der erste Mensch, der mit eiserner Lunge außerhalb eines Krankenhauses lebt: In seinem Regiedebüt überhöht Andy Serkis die harsche Realität in märchenhaftem Tonfall zum Triumph des menschlichen Geistes über das Schicksal.
Sean Baker schildert eine Kindheit am Rande des Existenzminimums in einem Motel in Florida, und verbindet dabei dokumentarisches Gespür mit visueller Lust am Erzählen. »The Florida Project« ist ein schmerzlich wahrhaftiges Sozialdrama mit der Magie eines Märchens
Aus dem Fall Tonya Harding komponiert Craig Gillespie mit 20 Jahren Abstand ein böse-vergnügliches Mockumentary, ein schwindelerregendes Vexierspiel, in dem er zusammen mit Hauptdarstellerin Margot Robbie und Nebendarstellerin Allison Janney mit den verschiedenen Versionen der Wahrheit jongliert
Aus Jules Romains bitterer Farce über den aufziehenden Nationalsozialismus wird unter der Regie von Lorraine Lévy eine eher leichtgewichtige Komödie in harmloser Fifties-Idylle, in der Omar Sy die Bewohner eines französischen Dorfes mit Charme, ­Humor und Herzenswärme zu mehr Glück und Gesundheit verführt: »Docteur Knock«
Eine Kleinfamilie verbarrikadiert sich nach einer Katastrophe in einem abgelegenen Haus: Statt auf die Action-Dynamik seines Weltuntergangsszenarios konzentriert sich Trey Edward Shults in »It Comes At Night« ganz auf das unmittelbare Überlebensgefühl und die schleichende Erkenntnis, dass der Kampf um die menschliche Würde schon verloren ist
In dem würdigen Nachfolger seines Regiedebüts »Chiko« legt Özgür Yildirim die Netze eines weitläufigen Dramas um Familie, Freundschaft und das schnelle Geld im Frankfurter Gangster- und Drogenmilieu aus, um sie dann immer enger zuzuziehen: »Nur Gott kann mich richten«
Der erste englischsprachige Film von Margarethe von Trotta will eine Screwballkomödie über zwei verlassene Frauen in einem New Yorker Loft sein und ist doch nur ein umständlich konstruierter Zickenkrieg: »Forget about Nick«
Nils Laupert rollt eine siebenjährige Beziehung von ihrem Ende beim Auflösen der gemeinsamen Wohnung auf. Dabei hilft der natürliche Charme von Sylvia Hoeks und Fahri Yardim in »Whatever Happens« über so manche Klippe der schwerfälligen Konstruktion hinweg
Inhaltlich unentschieden zwischen Überlebensdrama, Romanze und dem Neuanfang danach, bezieht »Zwischen zwei Leben« seine Kraft aus der harschen Schönheit verschneiter Landschaften und dem Charisma seiner beiden Hauptdarsteller Kate Winslet und Idris Elba

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