Tim Lindemann

Filmkritiken von Tim Lindemann

Innovativ inszenierter Debütfilm über die Verdrängung der seefahrenden Arbeiterklasse in Cornwall. Auf schwarz-weißem 16-mm-Film gedreht, erzeugt der Film »Bait« meisterhaft eine schroffe, authentische Atmosphäre
Dokumentarfilm, der jeweils einem jungen Kandidaten aller sechs großen Parteien bei ihrem Wahlkampf zur Bundestagswahl 2017 in Rheinland-Pfalz folgt. »Die Kandidaten« ist handwerklich versiert, aber ohne besonderen Tiefgang
Der Film folgt dem Aufstieg einer Überlebenden eines Amoklaufs (Natalie Portman) zum Popstar und zeigt die verheerenden Nachwirkungen ihres Traumas auf. Düsterer Blick in die Untiefen der Popindustrie
Ruhige, mäandernde Doku über Sun City, Arizona – eine Stadt nur für Rentner. In stimmungsvollen Bildern, allerdings auch zum Teil in zu unkritischem Ton, porträtiert »Gestorben wird Morgen« einige der betagten Einwohner
Dokumentation über eine Gruppe von jungen Männern in der traditionsreichen Burschenschaft Germania München. Dramaturgisch clever konstruiert, wirft die Doku subtil Fragen nach der gesellschaftlichen Konstruktion von Männlichkeit auf
Klischeehafter deutscher Thriller um einen schüchternen Computernerd, der nach Zurückweisung durch eine Kommilitonin zu brutalen Methoden greift. »A Young Man with High Potential« ist formelhaftes Genrekino ohne Charme
Enttäuschender Dokumentarfilm über die Obsession westlicher Gesellschaften mit den Insignien unermesslichen Reichtums. Vom kritischen Gesellschaftsporträt wird »Generation Wealth« zusehends zur Freakshow
Spannende Spurensuche im ländlichen Iran – Regisseur Jafar Panahi (»Taxi Teheran«) spielt sich in »Drei Gesichter« erneut selbst und begibt sich in dieser gekonnten Mischung aus Doku und Fiktion auf die Suche nach einem angeblich in den Selbstmord getriebenen Mädchen
Kurzweiliges, aber zielloses Doku-Porträt der Bewohner eines großen Berliner Wohnblocks, dessen angedeutete Sozialkritik aufgrund der schwammigen Inszenierung versandet: »Berlin Excelsior«
Unentschlossenes, reißerisches Biopic über Silvio Berlusconi, dem es über weite Strecken nicht gelingt, den Politiker überzeugend zu charakterisieren: »Loro«

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Während die Parteien über den Brexit streiten, gehen die Filmemacher dahin, wo das Elend entstanden ist: an die Basis. Über den britischen Realismus in aktuellen Filmen wie »Ray & Liz«
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Irgendwie anders. Perfekt – »Touch Me Not« und die neue Fluidität des Kinos
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Sein Slapstick-Auftritt in »Hangover« machte ihn berühmt: Ken Jeong studierte und arbeitete als Internist, bevor er sich ganz auf die Schauspielerei verlegte. In einem Hollywood, das mehr Diversität will, hat er nun gute Chancen, aus der Rollencharge des lächerlich-schroffen Asiaten herauszukommen
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Lynne Ramsay gilt als eine der talentiertesten Regisseurinnen der Gegenwart, aber ihre noch kurze Filmografie ist unter anderem ein Beleg dafür, dass es Frauen noch immer schwerer haben, ihre Filme realisiert und finanziert zu bekommen
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Alex Garlands »Auslöschung« ist großes Kino, läuft bei uns aber nur auf Netflix. Der gelungenen Verfilmung des Jeff-VanderMeer-Romans tut das keinen Abbruch – nicht zuletzt dank seiner starken Frauenrollen
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Michael Stuhlbarg spielt in gleich drei der in diesem Jahr für den »Besten Film« nominierten Oscar-Kandidaten – ohne selbst eine Nominierung zu erhalten. Und das obwohl sein Auftritt in Luca Guadagninos »Call Me by Your Name« zu den Kinoereignissen des Jahres gehört
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Ausgerechnet mit der ­Darstellung der sozialen ­Netzwerke und damit ­eines der wichtigsten Alltags­phänomene des ­modernen Lebens hat das Kino so seine Schwierigkeiten, wie die Verfilmung von Dave Eggers' Erfolgsroman »The Circle« erneut belegt. Tim Lindemann über das schwierige Verhältnis von Film, Screen und Monitor