E-Mail an… Julia Windischbauer

Julia ­Windischbauer, 29, Schauspielerin aus Österreich, arbeitet am Theater (u. a. Burgtheater Wien) und stand bereits während des Studiums vor der Kamera. Zu ihren Filmcredits zählen Anna Rollers Kurzfilm »Gör«, Elena Wolffs »Para: Dies« und »Sonnenplätze« von Aaron Arens. 2025 kam ihr Regiedebüt »Callas, Darling« heraus. In der Arte-Miniserie »Etty« spielt sie die Hauptrolle.
Gerhard Midding

Die Amerikanerin Janet Flanner langweilte sich enorm im Gerichtssaal. Ihrer britischen Kollegin Rebecca West erging es nicht anders: nach elf Monaten befänden sich Prozessbeteiligte und -Beobachter „im Würgegriff äußerster Monotonie“, sie schrieb gar von "Langeweile in einem gewaltigen historischen Ausmaß". Das mutet ziemlich frivol an angesichts der Gräuel, die ab dem 20. November 1945 in Nürnberg verhandelt wurden. Aber wahrscheinlich verfolgten sie den Prozess schon zu lang, um nicht vom Einerlei der Beweisführungen und Zeugenaussagen ermattet zu sein.

Der Teufel trägt Prada 2

Auch zwanzig Jahre nach dem Original trägt der Teufel noch Prada: Im Sequel unter der Regie von David Frankel gleichen Meryl Streep, Stanley Tucci, Anne Hathaway und Emily Blunt einer Band, die ein neues Album aufnimmt und damit auf Tour geht: Sie liefern dem Publikum die alten Hits und spielen zugleich ein paar moderne Songs.

Mubi: »My Undesirable Friends: Part I«

Der Dokumentarfilm von Julia Loktev zeigt Geschichte, die noch nicht zu Ende geschrieben ist, und war auf der Oscar-Shortlist.

Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang

David Dietl hat den Ludwig-Thoma-Klassiker zum Spielfilm ausgebaut, und da der Titelheld von Maximilian Brückner gespielt wird, ist er weniger Grantler als sympathischer Hallodri. In der recht konventionellen Erzählweise schimmern charmante Momente auf, die an das große Talent von Dietls Vater Helmut erinnern.

Nebraska (2013)

Bruce Dern als großartiger Don Quijote des Mittleren Westens. In melancholischen Schwarz-Weiß-Bildern erzählt Alexander ­Payne eine Vater-Sohn-Geschichte als tragikomisches Roadmovie über den Zusammenhang von Realität und Mythos. In diesem verkappten Western, der in verfallenden Kleinstädten nach dem anständigen Amerikaner sucht, brilliert neben Dern vor allem Stacey Keach als superber Bösewicht.

Elvis (2022)

Ein Biopic über Elvis Presley bekommt es gemeinhin mit der Aufgabe zu tun, Mann und Mythos auseinander zu dividieren und getrennt voneinander zu verhandeln. Man kann auf dergleichen Mühseligkeiten allerdings auch pfeifen und das Leben des Menschen aus Fleisch und Blut im Lichte des King erstrahlen lassen. Eben dies ist hier der Fall, schwungvolle zweieinhalb Stunden lang und mit brennendem Herzen.

Die Bestimmung - Divergent (2014)

Im Chicago der Zukunft wird der innere Frieden gesichert, indem die Menschen auf der Basis ihrer charakterlichen Eignung in fünf Fraktionen eingeteilt werden. Veronika Roth hat in ihrer Jugendroman-Trilogie ein interessantes und komplexes Zukunftsszenario entworfen, für das Regisseur Neil Burger eine gute Balance zwischen Romantik, Action, Thriller-Elementen und philosophisch-metaphorischem Subtext findet.

Innere Emigranten

Mit ihren Porträts junger russischer Therapeuten, die ehrenamtlich Beratungsgespräche für eine psychologische Hotline führen, zeichnet Léna Karbe das kollektive Psychogramm einer in Erstarrung befindlichen Gesellschaft.

Enrico Berlinguer – La Grande Ambizione

Andrea Segres ist ein Seismograph politischer und gesellschaftlicher Stimmungen. Sein Biopic des italienischen Kommunistenführers feiert dessen einzigartiges Charisma, in dem sich Werte, Prinzipien und die Öffnung für konkurrierende politische Lager heroisch bündeln.

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