Hundschuldig (2024)

Dreimal hat Cosmo zugebissen, nun soll er eingeschläfert werden. Sein Herrchen nimmt ihm einen Anwalt und sie ziehen vor Gericht. Das beginnt wie eine Komödie, wächst sich aber bald aus in Richtung Beschreibung einer von Übergriffigkeit bestimmten Gesellschaft, die gegenüber nichtmenschlichen Wesen den Respekt vermissen lässt. Rund um einen inspiriert agierenden tragischen Helden finden sich Denkansätze zuhauf.

So sind wir, so ist das Leben (2023)

Ein sympathisch unaufgeregtes Frauen- und Familiendrama über eine alleinerziehende Mutter und ihre fünf Kinder, die allmählich flügge werden und dabei auch bei der Familienmanagerin den Wunsch nach einer beruflichen Neuorientierung anstoßen: ist der Nachwuchs etwas klischeehaft überzeichnet, so überzeugt Camille Cottin als hingebungsvolle Mutter und Ex-Schlagersängerin auf neuen Wegen.

No Mercy

Ein persönlicher, breit aufgestellter, bissiger und denkanregender Film zum Kino von Frauen, dem es bei aller aktuellen Dringlichkeit nur etwas an Geschichtsbewusstsein mangelt.

Julie – Eine Frau gibt nicht auf (2021)

Konzentriertes Sozialdrama über eine alleinerziehende Mutter während einer Woche des Verkehrsstreiks, in dem, mit Laure Calamy als hinreißender Heldin, die sonst ignorierten Herausforderungen eines Frauenlebens minutiös veranschaulicht werden.

NAWI – Dear Future Me

Gedreht von einem deutsch-kenianischen Filmteam und inspiriert von wahren Begebenheiten, wird in diesem Drama mit der Zwangsheirat einer 13-Jährigen aus der kenianischen Provinz das Thema Kinderehen beleuchtet – was trotz einer ausdrucksstarken Darstellerin am Ende etwas zu didaktisch daherkommt.
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K-Pop-Stars im Anime-Look auf Dämonenjagd – Die Oscarnominierung für den Überraschungshit 2025 »KPop Demon Hunters« bestätigt: Pop-Idiome aus Fernost verkaufen sich nicht nur gut,
Katrin Hoffmann

Ein Zeitreisefilm eröffnet das Kplus Programm der Sektion Generation. Den Dokumentarfilm »The Fabulous Time Machine« von Eliza Capai als Auftakt zur diesjährigen Festivalauswahl zu platzieren, war eine mutige Entscheidung. Der Film erzählt von Mädchen in einer ärmlichen brasilianischen Gegend, die sich gegen Missstände und männliche Bevormundung wehren.

Britta Schmeis

Im vergangenen Jahr wählte das Publikum »Die Möllner Briefe« zum Gewinner in der Sektion Panorama Dokumente. Es geht um die rassistischen Anschläge von 1992 und den systematisch-nachlässigen Umgang mit dem Geschehen. In diesem Jahr nun erhielt »Staatsschutz« von Faraz Shariat den Publikumspreis in der Kategorie Spielfilm. Es ist eine sehr reale Fiktion über die Verharmlosung rechter Gewalt in unserem Justizsystem.

Junge Mütter – Jeunes Méres

Der neue Film der Brüder Dardenne erzählt von mehreren sehr jungen Frauen, die mit ihren Babys in einer Maison maternelle nahe Lüttich um Zukunftsperspektiven ringen. Der Film bricht nicht nachgerade mit dem sozialrealistischen Stil des Dardenne- Werks, zeigt aber eine neue Sanftheit und eine Zurückhaltung, die der Geschichte besonderen Nachdruck verleihen.

Sky: »Lord of the Flies«

Vom Südseeparadies zur grünen Hölle, vom Kinderspielplatz zum Schlachtfeld: Die BBC-Miniserie nach William Goldings berühmtem Roman trumpft mit berückenden Bildern auf.

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