Kein Wort (2023)

Stark gespieltes Drama um eine zerrüttete Mutter-Sohn-Beziehung und die Unfähigkeit, offen zu kommunizieren. Die mit stark gefilmten Bildern und Orchestermusik aufgebaute Dramatik der Geschichte geht zum Ende hin aber etwas ins Leere.

The Apprentice – The Trump Story (2024)

Donald Trump (Sebastian Stan) erklettert die Karriereleiter, renoviert Skyscraper, wühlt sich in Politik und Schickeria und heiratet Model Ivana (Maria Bakalova). Als sein Meister fungiert Anwalt Roy Cohn (Jeremy Strong), dessen ambivalenter Charakter enorm erzählenswert ist. So funktioniert der Film von Ali Abbasi nicht nur als Persönlichkeitsanalyse, sondern als Beschreibung des Ultra-Kapitalismus, der die USA bis heute prägt.

Rodeo (2022)

Die junge Julia gerät in den Dunstkreis illegaler Motorradrennen am Rande von Bordeaux und schließt sich einer lokalen Gang an, die im großen Stil Motorräder stiehlt. Bald gerät sie in Konflikt mit dem Kopf der Bande. Ein beeindruckender Debütfilm, der sein Milieu zugleich authentisch und stylisch in Szene setzt.

Schock (2023)

Der Arzt Bruno hat wegen Drogenkonsums seine Approbation verloren und versorgt Kriminelle und gesellschaftliche Randgestalten. Als er einen leukämiekranken Mafioso behandelt, mit dem sein Schwager eine Rechnung offen hat, eskaliert die Situation. Daniel Rakete Siegel und Denis Moschitto setzen mit ihrem düsteren, zwischen Ruhe und Gewalt changierenden Film ein Ausrufezeichen im deutschen Genrefilm.

Nippon Connection

Frankfurt am Main, 2.–7.6. – Rund 140 Filme, viele Kulturveranstaltungen und eine Retro zum Schauspieler Tatsuyou Nakadai.

Blindgänger (2024)

Kerstin Polte spürt universelle Themen wie Liebe, Familie, Krieg und Trauma in den kleinen, zwischenmenschlichen Dramen auf. Ihr Ensemblefilm glänzt mit starker Bildgestaltung sowie einer diversen und gelungenen Besetzung.

Ausstellung: Andrzej Wajda in Düsseldorf

Das Andrzej-Wajda-Jahr wurde nicht in Krakau, Lodz oder Warschau eröffnet, sondern in Düsseldorf. Das dortige Filmmuseum feiert den 100. Geburtstag des polnischen Regisseurs mit einer tiefschürfenden Ausstellung.
Patrick Heidmann

Viel wurde schon im Vorfeld der 79. Internationalen Filmfestspiele lamentiert, dass Hollywood in diesem Jahr einen Bogen mache um die Croisette, und tatsächlich kann man zur Halbzeit des Festivals festhalten: Die Abwesenheit des US-amerikanischen Mainstreams macht sich durchaus bemerkbar. Einen großen Event-Film, den jeder gesehen haben will, vermisst man durchaus, und auch die riesigen Werbe-Plakate der großen Studios fehlen, die sonst an den Fassaden der Luxus-Hotels hingen. Jetzt hat auch noch Barbra Streisand abgesagt!

Eine Ausstellung in der Deutschen Kinemathek zeigt, wie queeres Kino entstand: aus politischen Kämpfen und leidenschaftlicher Filmarbeit. Mittendrin: Wieland Speck.

Verflucht Normal

Ein Film über das Tourette-Syndrom, in dem sich Humor, Drama und Aufklärung in perfekter Balance befinden. Robert Aramayo liefert eine Schauspielmeisterklasse.

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