Thomas Abeltshauser

Filmkritiken von Thomas Abeltshauser

Ein Jahr vor dem Weinstein-Skandal wurden die Missbrauchsfälle beim rechten US-Sender Fox News bekannt, dessen CEO Roger Ailes systematisch Mitarbeiterinnen sexuell belästigt hatte. Mit Charlize Theron, Nicole Kidman und Margot Robbie großartig besetztes Drama
Ladj Ly schickt in seinem Spielfilmdebüt einen Provinzpolizisten in den sozialen Brennpunkt einer Pariser Vorstadt, wo er unmittelbar Ausschreitungen und den Machtkampf zwischen Gangs und Staatsgewalt erlebt. Packendes, authentisches Drama und Frankreichs Oscar-Kandidat: »Les Misérables«
Die Lebensgeschichte des »Hofmohr« Angelo Soliman im Wien des 18. Jahrhunderts als artifizielles Kostümdrama und zugleich hochaktuelle, gesellschaftspolitische Reflektion über Identität und Alltagsrassismus. Smart und sinnlich
Die surreale Entstehungsgeschichte von Luis Buñuels Dokufiktion »Land ohne Brot« konsequent als Animationsfilm inszeniert, der sehr gelungen Weltsicht und Arbeitsweise des spanischen Exzentrikers widerspiegelt
Yuval Adler schickt in seinem Spionagethriller Diane Kruger als Mossad-Agentin nach Teheran, wo sie sich verliebt. Mehr Charakterstudie als Genrekino, spannungsarm und unglaubwürdig
Zwei Frauen in einem Fischerdorf versuchen, sich aus dem männerdominierten Sumpf von Drogen, Sex und Gewalt zu kämpfen. Griechische Tragödie als alptraumhafter Kunstthriller: »Das Wunder im Meer von Sargasso«
Unter dem Surren der Nadel erzählen in einem Jerusalemer Tattoo-Studio Kunden jeder Couleur von sich. So entsteht im diesem Dokumentarfilm ein vielstimmiges Porträt der Stadt jenseits der eindimensionalen Nachrichtenbilder vom »Nahostkonflikt«: »Ink of Yam«
Geschichten, wie sie Oscar-Wähler lieben: ein kleiner autistischer Junge lernt mithilfe von Disneyfilmen zu sprechen und findet seinen Platz im Leben. Der gefeierte Dokumentarfilm »Life, Animated« von Roger Ross Williams ist so klebrig und manipulativ wie die Animationsmärchen, die seinem Protagonisten halfen
Esoterik goes Hipster: Terrence Malick kehrt zurück in die Zivilisation und findet sie schrecklich. In seinem in der Musikszene von Austin, Texas angesiedelten, hochkarätig besetzten Liebesdrama »Song to Song« erweist sich die Welt als Hölle der emotionalen Einsamkeit

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Auf »The Young Pope« folgt »The New Pope«: Paolo Sorrentino setzt seine im Vatikan spielende Drama-Serie fort, erneut schillernd zwischen den Genres Workplace-Sitcom und Familienkomödie, Mafiaepos, Gesellschaftssatire und opulente Rockoper
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Ryan Murphy wagt sich in seiner ersten Produktion für Netflix ins Feld der Politik vor: Sein »The Politician« kreist um einen ehrgeizigen Teenager, der seine erste Wahl gewinnen will
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Im viktorianischen Gewand erzählt die prominent ­besetzte Amazon-Fantasyserie »Carnival Row« von Vertreibung und Rassismus
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Die Serie »City on a Hill« erzählt vom »Boston Miracle« und versucht dabei ehrgeizig an den fesselnden Realismus von »The Wire« anzuschließen
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Netflix schickt fast zeitgleich neue Staffeln zweier Mystery-Hitserien ins Rennen um die Gunst der User. Die deutsche Produktion »Dark« löst sich damit endgültig aus dem Schatten seines großen US-Pendants »Stranger Things«
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Die Komödie »Tel Aviv on Fire« um eine TV-Serienproduktion löst den Nahostkonflikt mit Hilfe der Popkultur. Nicht untypisch für das neue israelische Kino. Das ist divers, undogmatisch und diskussionsfreudig
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In den Neunzigern machten die »Stadtgeschichten« nach Amistead Maupin mit ihrem queeren Figuren-Ensemble Furore. Auf Netflix startet nun die Fortsetzung mit den Charakteren von damals, um 25 Jahre gealtert