Thomas Abeltshauser

Freier Journalist, Filmkritiker und Kurator in Berlin. Kritiken, Essays und Interviews zu aktuellen Kinostarts, Berichte von internationalen Filmfestivals u.a. Magister in Filmwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Mitglied im Verband der deutschen Filmkritik, bei Fipresci und Galeca.

Filmkritiken von Thomas Abeltshauser

Die Adaption des Don DeLillo Romans ist ein wilder Ritt durch die 1980er Jahre mit Gegenwartsbezug. Hätte das Zeug zur ätzenden Satire, ist aber viel Lärm um nichts.
EO
Die Odyssee eines Esels ist Jerzy Skolimowskis berührende Hommage an Bressons Meisterwerk »Zum Beispiel Balthasar«.
Die frischerkorene Nobelpreisträgerin nutzt private Filme ihrer Familie als Rohmaterial, um über ihr Leben und den sozialen Kontext zu reflektieren. Als Selbstporträt und Zeitkapsel gleichermaßen faszinierend.
James Grays semifiktionale, bisweilen etwas sentimentale Erinnerungen an die Kindheit im Queens der frühen 1980er Jahre überzeugen als Panorama weißer Privilegien und Geburtsstunde des Trumpismus der Gegenwart.
Nach dem plötzlichen Tod ihres Freundes tritt Mascha die Flucht nach vorn an. Die Verfilmung des Bestsellers von Olga Grjasnowa überträgt das Orientierungslose seiner Protagonistin in ein elliptisches Erzählprinzip, das nur bedingt aufgeht.
Die spektakuläre Entführung des Millionenerben Jan-Philipp Reemtsa erzählt Hans-Christian Schmid konsequent aus der Sicht von dessen Frau und Sohn. Eine präzis-nüchterne Studie über die angespannten Dynamiken zwischen Familie und Polizei im Ausnahmezustand.
Vielschichtiger Dokumentarfilm über die in Deutschland im Lauf der letzten sechzig Jahre hinweg entstandene Musik türkischer Einwanderer. Cem Kaya inszeniert gefundenes und neu gedrehtes Material ungeheuer mitreißend und erweitert es zu einer Reflexion über Identität und Teilhabe.
Der neue Film von Ana Lily Amirpour (»A Girl Walks Home Alone at Night«) ist ein subversiv-grelles Außenseitermärchen über eine junge Frau mit seltsamen übersinnlichen Fähigkeiten, die sich in New Orleans durchschlägt. Bei aller Drastik erstaunlich warmherzig.
Erschütterndes Augenzeugendokument der ersten Wochen des russischen Angriffskriegs aus der ukrainischen Hafenstadt ­Mariupol, das statt Kampfszenen das zermürbende Ausharren der Bewohner zeigt.
Brett Morgens Dokumentarfilm über David Bowie ist ein assoziativer Bilderrausch, der weniger biographische Eckdaten abarbeitet als das komplexe Wesen seiner sich ständig wandelnden Kunst und seiner Lebensphilosophie zu umkreisen.

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Hugo Blick präsentiert in »The English« eine revisionistische Version der Western-Motive – mit klarem Blick auf Dinge wie Kolonialismus, Rassismus und Gewalt gegen Frauen.
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Eine Krankenschwester soll 1862 ein Mädchen überwachen, das angeblich seit Monaten nicht gegessen hat. Regisseur Sébastian Lelio spielt in »The Wonder« mit Fabrikation und Authentizität.
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Am 13. November jähren sich die Terroranschläge von Paris zum siebten Mal. Eine Welle von Filmen reflektiert das Geschehen, in diesem Monat etwa »Meinen Hass bekommt ihr nicht« von Kilian Riedhof.
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Im Streamingbereich ist es selten, dass eine Serie nur durch Mundpropaganda zum Hit wird. Die Restaurantserie »The Bear« aber stieg binnen kurzem zum Phänomen auf.
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In »Minx« kämpft eine frauenbewegte Journalistin im Kalifornien der 70er Jahre für ein besseres Frauenmagazin.
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»Search Party« macht sich über die Generation der Millennials lustig, mit viel schwarzem Humor und einiger Schadenfreude. Nun kommt die fünfte und letzte Staffel.
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Mit dem britischen Original von Russell T. Davis hat die zweite US-amerikanische Neuauflage von »Queer as Folk« nur noch wenig gemein. Sie spielt in New Orleans und ist queerer und diverser denn je.
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In der Hitkomödie »Der perfekte Chef« herrscht er über eine Fabrik. Was das Kino betrifft, könnte man sagen: Javier Bardem ist einer der Leitschauspieler unserer Zeit. Thomas Abeltshauser hat ihn getroffen.
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Kein Schicksal, Geschichte: Die österreichische Autorenfilmerin Marie Kreutzer über »Corsage« – ihren ungewöhnlichen Historienfilm mit Vicky Krieps als Kaiserin Sisi.
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In der Amazon-Serie »Damaged Goods« geht es mit Sophie Passmann »in the lead« um die Befindlichkeiten der Generation der »Millennials«.