Waren einmal Revoluzzer

Die Hilfsbereitschaft von vier gutsituierten Mittdreißigern stößt an ihre Grenzen, als der vor Putins Schergen nach Wien gerettete frühere Freund Frau und Kind mitbringt. Bald stehen die eigenen Befindlichkeiten im Zentrum, sehen Selbstbilder sich erschüttert, hat man den Mund zu voll genommen. Ein Film über subjektive Orientierungslosigkeit in politisch harten Zeiten; auch so etwas wie eine Tragikomödie, mit bitterer Schlagseite

The Sunlit Night

Mit seinem ersten amerikanischen Film gelingt David Wnendt ein unterkühltes Feelgoodmovie über eine Malerin, die ihre Inspiration auf den Lofoten findet

A Symphony of Noise

Sehens- und vor allem hörenswerter Dokumentarfilm über den britische Audiokünstler Matthew Herbert, der mit seinen Aufnahmen abwegig erscheinender Alltagsgeräusche zum differenzierten Wahrnehmen animiert

Stillwater – Gegen jeden Verdacht

Inspiriert von dem wahren Fall der Amanda Knox erzählt Tom McCarthy von einem Redneck aus dem ländlichen Oklahoma, der alles daransetzt seine wegen Mordes verurteilte Tochter aus einem Marseiller Gefängnis zu bekommen. Weniger ein Justizdrama als eine kluge, vielschichtige Charakterstudie und eine ungewöhnliche Vater-Tochter-Geschichte mit einem herausragenden Matt Damon und einer hinreißenden Camille Cottin

Der Rosengarten von Madame Vernet

Die Komödie über eine Rosenzüchterin, die mit drei unterbelichteten Helfern um ihren Betrieb kämpft, kommt nicht ohne Klischees aus, gewinnt aber durch ihre leichtfüßiges Wechselspiel zwischen Melancholie und Burleske – und durch das Charisma von Catherine Frot in der Titelrolle

The Painted Bird

Die Odyssee eines jüdischen Jungen durch feindlich gesinnte Dörfer Osteuropas während der Nazibesetzung als dreistündiges Gewaltepos in brillanten Schwarzweißbildern ist eine höchst streitbare Zumutung. Aber eine, die Auseinandersetzung verdient

Garagenvolk

Der Dokumentarfilm erzählt von Männern im unwirtlichen russischen Norden, die ihren Obsessionen in Garagen nachgehen. Die Verbindung von empathischem Blick und soziologischer Studie sorgt für Reibungen

Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

Obwohl der Stoff durchaus zeitloses Potential hat, wirken die Hotel- und Reiseabenteuer von Thomas Manns gewieft findigem Manipulateur unter der Regie von Detlev Buck fad und altbacken, mit Liv Lisa Fries als schauspielerischem Lichtblick

1986

Eine belarussische Studentin nimmt die illegalen Geschäfte ihres Vaters wieder auf und schmuggelt Material aus der Sperrzone von Tschernobyl. In Lothar Herzogs eigenwilligem Debüt wird der kontaminierte Wald zwischen Belarus und der Ukraine zum ambivalenten Sehnsuchtsort und Spiegel für gesellschaftliche und persönliche Traumata

Helden der Wahrscheinlichkeit

Ein Zugunglück und die menschliche Sehnsucht nach Sinn sind für Anders Thomas Jensen und Mads Mikkelsen der Ausgangspunkt für einen finsteren Rachethriller im Gewand einer politisch völlig unkorrekten Komödie

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