Kritik zu Elternschule

© Zorro Film

2018
Original-Titel: 
Elternschule
Filmstart in Deutschland: 
11.10.2018
S: 
L: 
117 Min
FSK: 
keine Beschränkung

Warum werden Kinder »schwierig«? Und was können Eltern dagegen tun? Das lässt sich in Ralf Büchelers und Jörg Adolphs sehenswertem Dokumentarfilm studieren

Bewertung: 4
Leserbewertung
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1 (Stimmen: 1)

Diese Kinder sind die Pest. Ein kleines Mädchen schreit 14 Stunden am Tag, ein anderes kämpft mit seiner Mutter um alles. Wieder andere Kinder beißen oder kratzen, wollen nicht schlafen oder essen nur Pommes und Chicken Nuggets. Ein Mädchen wirkt völlig abwesend und bewegt sich wie in Zeitlupe. Die Eltern dieser Kinder sind mit den Nerven am Ende. Eine Mutter sagt unverblümt, dass sie ihre Tochter in ein Heim geben müsse, wenn sich nichts ändere.

Auf was für fürchterliche Irrwege Erziehung führen kann, sieht man in Ralf Büchelers und Jörg Adolphs Dokumentarfilm. Und dass es nicht die kleinen Quälgeister sind, die für ihr Verhalten verantwortlich sind – der Film heißt nicht umsonst »Elternschule«. Die Regisseure begleiten mehrere Familien bei ihrer mehrwöchigen stationären Therapie in einer Klinik in Gelsenkirchen. Schlaftraining, Esstraining, Verhaltenstraining, Psychotherapie und Erziehungscoaching stehen hier auf dem Programm. Und mindestens so sehr wie die kleinen Patienten sind deren Mütter und Väter gefordert, die lernen müssen, ihren Kindern liebevoll, aber konsequent Grenzen zu setzen. Es ist ein harter Weg.

Von einer »Erziehungsmisere« in unserer Gesellschaft ist immer wieder die Rede. Lehrer klagen über unaufmerksame, respektlose Schüler. Eltern sind verunsichert: Autoritär wollen sie nicht erziehen – aber wie dann? Für diese Orientierungslosigkeit finden die Regisseure ein schönes Bild – einen Irrgarten: Aus der Vogelperspektive wäre der richtige Weg leicht zu erkennen, steckt man jedoch mittendrin, rennt man womöglich immer wieder in Sackgassen.

Als kundiger Führer in diesem Labyrinth erweist sich der Psychologe Dietmar Langer, ein amüsanter und charismatischer Mann, der als leitender Therapeut in Gelsenkirchen wahre Wunder bei verhaltensauffälligen Kindern bewirken kann. Seine Überzeugung: Kinder »testen« ihre Eltern, um in einer als chaotisch empfundenen Welt Strukturen zu finden. Wenn ein Kind etwa nur Pommes mit Chicken Nuggets essen will und die Eltern dem nachgeben, damit es überhaupt etwas isst, »lernt« das Kind, dass seine Eltern es mit dem Wunsch, das Kind möge doch auch etwas anderes essen, im Grunde nicht ernst meinen. Es wird weiter auf Pommes und Chicken Nuggets bestehen oder seinen Test womöglich noch verschärfen, indem es Pommes nur noch dann isst, wenn die Mutter ihm dabei etwas vorliest. Langer hat schon die bizarrsten Verhaltensweisen erlebt. Sein Rat: Eltern müssen Grenzen setzen, bevor sie mit dem Rücken zur Wand stehen.

Die Regisseure beobachten die Familien während der Stationen, die sie in der Klinik durchlaufen, von der Aufnahme bis zum Abschlussgespräch. Dabei bleiben sie möglichst unauffällig. Für jeden, der selbst Kinder hat, ist »Elternschule« ein Muss. Auf kleinstem Raum lassen sich Konzepte der Menschenführung und ihre Wirkung studieren. Darüber hinaus lässt der Film eine verunsicherte Gesellschaft unter Dauerhochdruck erkennen, die sich mit Autorität schwertut und ihren Instinkten kaum noch vertraut.

Meinung zum Thema

Kommentare

"Diese Kinder sind die Pest." Wirklich? SO beginnen Sie Ihre Filmkritik? Indem Sie die Kinder mit starken psychosomatischen Problem als "Pest" (extrem tödliche Krankheit!!) vergleichen?
Aber zu dieser, Ihrer Haltung passt Ihre positive Kritik zu diesen furchbaren und menschen-(=kinder-) verachtenden Methoden der Kinderklinik. Grenzen setzen ist das eine; Druck, Zwang, Bestrafung für Kinder ist das andere. Möglicherweise sind kurzfristige Erfolge sichtbar, denn man hat die Kinder ja schön in unsere Erwartungen "gepresst". Es ist der blanke Horror!!
Ich darf Ihre Wort nutzen und ein wenig verändern: "Für jeden, der selbst Kinder hat, ist 'Elternschule'" ein Gräuel!

Kleine Kinder als die Pest zu bezeichnen und sowas auch noch selbstverständlich der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ich gehe mal davon aus, dass sie nicht gerade liebevoll erzogen worden sind, sonst könnte man so etwas nicht schreiben. Die Armen Kinder indem Fulm, einsperren damit sie schlafen?! Ist natürlich einfach....wie kann man do mit Menschen umgehen?

Der Kommentar ist ja mal mehr als primitiv - mein Lieblingszitat: betroffene Hunde bellen. Ich glaube, da fühlt sich jemand stark angesprochen

Der Meinung der Vorkritikerin kann ich mich überhaupt nicht anschließen!
Der Film beschäftigt sich mit Familien mit ‚auffälligen‘ Kindern, die nicht mehr Ein- noch Aus wissen. Häufig haben hier Eltern aus verschiedenen Gründen versäumt ihren Kindern Grenzen zu setzen. Das hat gesundheitliche wie auch psychische Folgen für die ganze Familie.
Der Film zeigt, dass Kinder zu mehr fähig sind, als ihnen ihre eigenen Eltern zugetraut haben… Mit dem Ziel, dass das Leben in der Familie wieder für ALLE erträglich und schön ist.

Ah und da die Eltern versäumt haben ihr Kind liebevoll auf den richtigen Weg zu begleiten, müssen nun die Kinder die Konsequenz dafür tragen? (Wie z.b. schreien lassen, alleine schlafen legen ).

Man sieht an Ihrem Kommentar, dass Sie keine Ahnung von dem Thema haben.
Hier geht es nicht um die heile Welt, sondern um Kinder die massive Probleme haben.
Hier haben auch nicht immer die Eltern versagt!
Entweder sind die Probleme schon von der Geburt an (z.B. Schreikind) oder sie schleichen sich in den ersten Lebensjahre ein.
Manchmal ist es überzogene Führsorge und Liebe, oder Unwissenheit der Eltern, dass man auch bei einem Säugling schon Grenzen braucht, die Ursache.
Meist enden die Situationen in absoluter Hilflosigkeit.
Dazu kommt der eigene Stress der immer weiter die Situationen eskaliern lässt.
Irgendwann kann so etwas vollkommen aus dem Ruder laufen.
Frag Sie sich mal, wie Sie reagiernn nach mehr als zwei Jahren ohne Schlaf.
Ganz zuweigen die Situation des Kindes, dass Jahre lang nicht länger als zwei Stunden geschlafen hat.
Das kann weder für das Kind, noch für die Mutter gesund sein.
Der Schaden kann für Beide, dauerhaft zu gesundheitlichen Problem werden.
Die Leute in der Klinik arbeiten absolut Professionell, mit hoher fachlicher Kompetenz und mit sehr viel Empathie!

Liebe/r Kommentator/in,

ich bin von dem Film, der Filmkritik und ihrem Kommentar (mit Name Elternführerschein) geschockt.

In Deutschland ist jegliche Gewalt an Kindern verboten!

Die Zeiten des Gehorsam, der Anpassung und der Unterwerfung sind in der Pädagogik vorbei, ich zitiere hier Karl Heinz Brisch, der sich dazu im Deutschlandfunk geäußert hat: "Wenn Kinder nachts einfach in ein dunkles Zimmer gefahren werden und dort dann alleine zurückbleiben müssen, wenn sie schon Ängste und Schlafstörungen haben, dann macht das natürlich noch mehr Angst und hinterlässt in dem kleinkindlichen Gehirn der Zwei-, Dreijährigen Spuren. Das bleibt ja nicht ohne Auswirkungen.

Kinder verfallen in Schockstarre
Dass die Kinder sich dann anpassen, dass sie dann aufhören zu schreien, ist eine Notfallreaktion sozusagen, eine Schockstarre, ein Totstellreflex, wie wir das bei allen Säugetieren kennen. Wenn Kampf und Flucht ausweglos sind und niemand kommt, dann bleibt den Kindern nichts anderes übrig, als alle Gefühle abzuschalten und dann nicht mehr zu weinen. Andere Chancen haben sie dann gar nicht."

Die "Leute" in der Klinik sind leider überhaupt nicht kompetent, es gibt genügend bindungsorientierte, feinfühlige Methoden, die in Deutschland angewendet werden können.

Herzliche Grüße

Ganz genau. Ich habe mit meinem Sohn dort eine Therapie von vier Wochen gemacht. Und wirklich mitsprechen können doch nur diejenigen die es höchstpersönlich mit gemacht haben. Sicherlich kann sich kaum jemand vorstellen wie hart es sowohl für Mutter, als auch für das Kind ist.

Für so was hat man echt keine Worte.Nach drei Wochen der unterwürfigkeit und der Quälerei würde auch ein Erwachsener tun was man von Ihm erwartet.Das hat nichts mit Erziehung zutun.Kinder sind keine Zirkusaffen ,die man dressieren kann,Kinder kann man nur brechen.

Als Mutter und Sozialpädagogin (die mit belasteten Familien arbeitet) will ich dir sagen, dass es mir so leid tut, dass ihr dieses Höllenprogramm durchlaufen habt. Spätestens in der Jugend sitzt ihr bei meinesgleichen und es wird immer schwerer....
die "therapierten" Kinder werden Spätfolgen davon tragen, 100Prozent. In der frühen Kindheit hätte man noch Möglichkeiten im Sinne einer Erfüllung der unerfüllten kindlichen Bedürfnisse und der Verbesserung einer tragfähigen Eltern- Beziehung. Irgrndwann ist es dann kaum mehr schaffbar. Dann wird das gequälte Kind entweder der Erwachsene, der es genau anders machen möchte. ... Meistens leider aber wird er es mit seinen Kindern genauso machen. Jeder Täter war mal Opfer! ... und so geht's weiter und weiter .... gruselig und traurig ohne Ende

Da muss ich Ihnen heftig widersprechen: Mitsprechen können alle, die sich mit Kindern und ihrer Entwicklung befasst haben und befassen. Und ich spare nicht mit deutlicher Kritik: Das ist Gewalt an Kindern - meinetwegen auch indirekt an verunsicherten und überforderten Eltern - und hat mit einem adäquaten Behandlungskonzept nichts zu tun.

Nein, hier wird nicht das Leben wieder für "alle" erträglich: die Kinder werden emotional auf "Totstellreflex" getrimmt und traumatisiert, indem man ihnen beibringt: "Für dich ist niemand da, wenn du dich äußerst, also halt besser die Klappe!" Man mag sich gar nicht ausmalen, welch heftige Reaktionen dann als Jugendliche und Erwachsene aus so einer bindungsgestörten Erfahrungswelt resultieren können. Und das wird noch als "Behandlungsmethode" gepriesen. Grausam.

Ich bin fest davon überzeugt, dass die Methoden in dieser besagten Klinik pure Gewalt sind. Die Eltern haben die Verantwortung. Die Kinder müssen für Fehler bei der Erziehung büßen. Das ist doch krank. Mein Mann hat in seiner kindheit solch eine brutale kalte Erziehung genossen. Das Ergebnis ist, dass er teilweise keine Emotionen zeigen kann und daraus haben sich körperliche chronische Krankheiten entwickelt. Die armen kleinen Seelen werden dort wirklich nur gebrochen und zerstört und sonst nix.

Kinder, die nicht funktionieren, weden unter Druck und Gewalt dazu gebracht, wieder das zu tun, was wir von ihnen erwarten.

Und ja, ein Kind stundenlang schreien zu lassen, bis es vor Erschöpfung einschläft oder im unter Zwang Essen in den Mund zu stopfen ist Gewalt! Gewalt gegen die Kleinen, die sich (noch) nicht wehren können, die eigentlich den Schutz der Erwachsenen bräuchten und liebevolle Begleitung.

In welcher Welt bitte leben wir, wenn das der Weg ist, den Eltern gehen sollen?

Es ist unglaublich zu lesen, was ein Psychologe über das kindliche Gehirn zu wissen glaubt. Es gibt dahingehend vollkommen andere Erkenntnisse, die zum Beispiel belegen, dass Kinder zu gewissen Denkweisen gar nicht in der Lage sind und uns somit auch nicht bewusst "testen" können. Sie sind schlichtweg bis zu einem Alter von mindestens 4 Jahren nicht in der Lage, Empathie zu empfinden und daher fehlt ihnen auch der Perspektivwechsel, um uns bewusst zu ärgern. Dieser yfilm sollte verboten werden und allen Eltern, die einen Weg aus so einer Krise finden möchten, sei das Buch "Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn" ans Herz gelegt. Hier zeigen die Autoren mit viel Herz und jeder Menge Fachwissen und neurologischen Erkenntnissen einen sanften Weg aus vielen Konfliktsituationen!

Kinder bis 4 Jahre kennen kein empathisches Verhalten? Können keine Empathie empfinden? Sind bis dahin also seelenlose Roboter?? Um Himmels Willen!!
Dann habe ich mit meinen beiden Söhnen also zufälligerweise die beiden einzigen Exemplare erwischt, die sehr wohl zu anscheinend außergewöhnlichen Gefühlsäußerungen im zarten Alter bis 4 fähig gewesen sind. Die mitfühlend waren wenn jemand weinte und Freude über schöne Dinge zum Ausdruck bringen konnten. Die körperliche Nähe schätzten und auch wussten, wenn eine Grenze erreicht war.
Hätte ich eher gewusst dass das offensichtlich gar nicht möglich sein kann, hätte ich das Team von Galileo angerufen um diese Sensation mediengerecht zu vermarkten *Sarkasmus off.
Deutschland, Dein gefährliches Halbwissen... Hilfe!!

Danke für dieses Halbwissen! :)

Entschuldigen Sie, aber Ihr Halbwissen ist genau so gefährlich. Was haben Kuscheln, Grenzen einhalten und Freude zum Ausdruck bringen mit Empathie zu tun? Bitte erstmal mal nachschlagen bevor sie sich hier zur Lachnummer machen. Empathisch sein bedeutet, dass man sich in andere und deren Gefühle hineinversetzen kann. Dass ein Kind zB versteht, dass es seiner Mutter weh tut wenn es sie beißt oder tritt. Empathie ist NICHT das zeigen von Emotionen. Kuscheln und allgemein Nähe sind übrigens Urinstinke und -bedürfnisse der Kinder. Sorry, aber ihr Kommentar macht mich echt sprachlos. Keine Ahnung haben und hier so auf die Kacke hauen.

Ihr "Schuss" geht nach hinten los: Empatisch sein bedeutet nämlich zunächst, dass eine Mutter und ein Vater und andere Bezugspersonen verstehen, dass es ein Kind in Panik und entsprechende Reaktionen bringt, wenn es keine Verlässlichkeit und Nachvollziehbarkeit im Handeln Erwachsener erlebt. Der Film ist voll von solchen unempathischen Handlungen, die auch noch als "Konzept" verkauft werden. Mich wundert, dass das Jugendamt noch nicht eingeschritten ist.

Nach meinem Wissen, empfinden natürlich auch kleine Kinder schon Empathie und können dementsprechend mitfühlen (wenn sich zum Beispiel jemand verletzt hat). Ein anderer Entwicklungsschritt nennt sich aber Mentalisierungsfähigkeit. Das bedeutet, dass das Kind sich bewusst wird und versteht, dass Menschen mentale Wesen mit eigenen Wünschen, Bedürfnissen und Gedanken sind und sich die eigene Innenwelt von der Innenwelt anderer Menschen unterscheidet. Dieser Schritt wird ungefähr mit 4 Jahren erreicht. Wenn sich also ein 3-jähriges Kind klassischerweise in der Trotzphase auf den Boden schmeißt, da es kein Eis bekommt, heißt das auch, dass das Kind entwicklungsbedingt noch nicht verstehen kann, dass die Mutter eigene und andere (als das Kind) Wünsche und Beweggründe hat. Im Erleben des Kindes handelt die Mutter unnachvollziehbar - das passt nicht zur "gemeinsamen Realität" aus Sicht des Kindes. Vor diesem Hintergrund lässt sich die Wut auch gut verstehen.

Nach meinem Wissen, empfinden natürlich auch kleine Kinder schon Empathie und können dementsprechend mitfühlen (wenn sich zum Beispiel jemand verletzt hat). Ein anderer Entwicklungsschritt nennt sich aber Mentalisierungsfähigkeit. Das bedeutet, dass das Kind sich bewusst wird und versteht, dass Menschen mentale Wesen mit eigenen Wünschen, Bedürfnissen und Gedanken sind und sich die eigene Innenwelt von der Innenwelt anderer Menschen unterscheidet. Dieser Schritt wird ungefähr mit 4 Jahren erreicht. Wenn sich also ein 3-jähriges Kind klassischerweise in der Trotzphase auf den Boden schmeißt, da es kein Eis bekommt, heißt das auch, dass das Kind entwicklungsbedingt noch nicht verstehen kann, dass die Mutter eigene und andere (als das Kind) Wünsche und Beweggründe hat. Im Erleben des Kindes handelt die Mutter unnachvollziehbar - das passt nicht zur "gemeinsamen Realität" aus Sicht des Kindes. Vor diesem Hintergrund lässt sich die Wut auch gut verstehen.

Meine Jüngste ist 1 Jahr alt geworden und weint wenn mir Blut abgenommen wird oder ein Arzt unsanft an meinen Ohren herum fummelt.
Zudem weint sie wenn ihr Bruder sich verletzt...

Diese negativen Kommentare sprechen nicht für, sondern gegen die Kritiker.
Der Film ist noch nicht einmal erschienen, trotzdem wird von irgendwelchen Helikoptermuttis dagegen gehetzt.
Wahrscheinlich wurde bei der Erziehung der eigenen Kinder völlig versagt und jetzt fühlen sie sich kritisiert, dabei bräuchten sie selber professionelle Hilfe für ihre eigene Unfähigkeit.
Pauschal einfach zu fordern einen sachlichen Dokumentarfilm zu verbieten sagt auch eigentlich schon alles aus, passt aber auch gut in den Zeitgeist, nämlich gegen Meinungen die man nicht hören will oder die unangenehm sind wird gehetzt, es werden Tatsachen umgedreht, die Personen diffamiert und ihnen das Wort im Mund herumgedreht.

Warum unterstellen Sie den Kritikerinnen, dass sie Helikoptermuttis sind und in der Erziehung versagt haben? Wahnsinnig sachlich! Kritik äußern ist doch genauso in Ordnung wie ein Fürsprechen! Dass der Dokumentarfilm ein Querschnitt unserer Gesellschaft spiegelt, dem kann ich bspw. aus meiner Sicht nur widersprechen. Und der einleitende Satz der Kritik geht wirklich gar nicht, schon gar nicht für die epd, aber da hat wohl keiner nachgedacht...

Vielen lieben Dank für die Zusammenfassung,Jochen!
Endlich einer,der Durchblick und den Film verstanden hat!
Danke!
Besser hätte ich es nicht ausdrücken können.

Es sind nicht nur Helikoptereltern oder auch hysterische Mütter, die dagegen sind, sondern auch viele Ärzte und Fachleute. Und wer dagegen ist, auch ein bekannter Arzt wird für Mundtot erklärt.

Ich bin Fachkraft (und arbeite mit "schwierigen" Familien) und sehe "HelikopterEltern" auch eher kritisch. Ich muss sagen, dass die im Film gezeigten Methoden zutiefst traumatisierend und fachlich nicht zu vertreten sind.
Kinder brauchen in erster Linie Beziehung und natürlich auch Führung, die aber vor allem liebevoll sein muss. Die in Film gezeigten Methoden sind würde- und Integritätsverletzend. Ich kann ein Bild zeichnen, zu welchen Jugendlichen und Erwachsenen diese misshandelten Kinder werden und es macht mich unendlich traurig.

Danke, Clara, dass Sie als Fachkraft klar und argumentativ Stellung beziehen. Mir geht es wie Ihnen, der Film treibt mir an manchen Stellen die Tränen in die Augen und macht mich ärgerlich ob der pseudofachlichen Arroganz der beteiligten Erwachsenen.

Die Kritik richtet sich nicht gegen den Dokumentarfilm, sondern gegen das Dokumentierte. Und da erschreckt viele schon, dass das der neue - und eigentlich uralte längst überwunden geglaubte - "Zeitgeist" werden soll: Kinder durch Gewalt ruhig zu stellen, apathisch zu machen und das als Erfolg auszugeben. Mein Protest ist gedeckt durch viele Forschungsergebnisse, entwicklungspsychologische und nicht zuletzt bindungsfokussierte Erkenntnisse.

Die Meinungen gehen ja stark auseinander. Ich selbst kenne eine Mutter, die mit ihrem Sohn in dieser Klinik war. Ein liebes aufgewecktes Kind, warum man es drei Wochen in so eine Klinik bringt, für mich unverständlich! Die Mutter war/ist begeistert. Der Junge nach dem Aufenthalt komplett in sich gekehrt. Keinerlei Freude mehr, oder glänzende Auge geschweige denn richtigen Spaß. Er hat einfach nur noch versucht seiner Mutter alles recht zu machen. Sämtliches Spielzeug wurde verbannt, geblieben sind ein paar Autos. „Das reicht für Kinder absolut aus, haben wir in der Klinik gelernt“ war die Aussage der Mutter!
Wenn das die richtige Art ist ein Kind auf den richtigen Weg im Leben zu begleitet, sorry, dann bin ich lieber eine Helikopter-Mama als mein Kind zu einem Slaven zu erziehen!!

ein einfühlsames, hilfreiches und liebevolles Therapiekonzept, welches die Eltern gut und klar begleitet bei der großen und schwieigen Herausforderung, ihrem Kind Halt, Sicherheit und Freude wieder geben zu können!!!!!!

Wer sieht, wie verzweifelt, verunsichert und fast verloren die Kinder sowie die Eltern bei der Ankunft in Gelsenkirchen sind, wie empathisch sie begleitet werden und wie die Lebendigkeit und Freude bei der Entlassung wiedergekehrt ist, der kann nur dem Team danken, für ein solch hervorragendes therapeutisches Konzept.

Erschreckend ist die heftige, negative Reaktion einiger Mütter und Väter und ich frage mich: WAS BEDROHT DENN DIESE MENSCHEN SELBST SO SEHR?
Obwohl doch die Kinder wesentlich glücklicher wieder nach Hause gehen.

Wenn das ein liebevolles Konzept zur Therapie von Kindern ist, möchte ich nicht wissen, was sie als Gewalt bezeichnen. Ich sehe dort zu 90% weinende Kinder die völlig verzweifelt sind.

Da ist nichts liebevoll. Ich sehe da nur Gewalt, Würdeverletzung und Demütigung. Wem da als Mutter nicht das Herz blutet, muss sich unbedingt mit den eigenen unerfüllten Bedürfnissen auseinandersetzen und zurück zur Empathie finden

Haben Sie wirklich den gleichen Film gesehen? Wo sehen Sie "Kinder, die wesentlich glücklicher wieder nach Hause gehen?" Ich sehe Kinder, deren Ausdruck leer, an manchen Stellen dissoziiert oder "ruhiggestellt" wirken, und die gelernt haben, sich um jeden Preis anzupassen, weil sie sonst in Angst- und Paniksituationen versetzt werden, mit denen sie nicht umgehen können.

Wenn ihr den Film gut findet, dann googlet doch bitte mal nach zum Beispiel: Gerald Hüther,Jesper Juul, Dr Herbert Renz-Polster, Nora Imlau, Katja Seide,...... !!!!!

Keine Helikoptermamas sondern Gehirnforscher, Pädagogen, Psychologen, Ärzte, Journalisten, ....

Es geht nicht gegen die Eltern, die sich Hilfe holen!! Das ist großartig!! Es ist nur unfassbar was dann für Hilfe angeboten wird von angeblichem Fachpersonal!!

Es muss nicht das "störende"Verhalten geändert werden, sondern der Grund wodurch das Verhalten hervorgerufen würde!!

Ich kenne Eltern die in dieser Klinik waren und tatsächlich waren sie sehr zufrieden, da dass Kind danach nachts schlief. Jetzt ist das Kind im Grundschulalter und es schläft schlechter als als Kleinkind bevor es in die Klinik kam. Es ist völlig verstört im Bezug auf schlafen.

Wenn ihr den Film gut findet, dann googlet doch bitte mal nach zum Beispiel: Gerald Hüther,Jesper Juul, Dr Herbert Renz-Polster, Nora Imlau, Katja Seide,...... !!!!!

Keine Helikoptermamas sondern Gehirnforscher, Pädagogen, Psychologen, Ärzte, Journalisten, ....

Es geht nicht gegen die Eltern, die sich Hilfe holen!! Das ist großartig!! Es ist nur unfassbar was dann für Hilfe angeboten wird von angeblichem Fachpersonal!!

Es muss nicht das "störende"Verhalten geändert werden, sondern der Grund wodurch das Verhalten hervorgerufen würde!!

Ich kenne Eltern die in dieser Klinik waren und tatsächlich waren sie sehr zufrieden, da dass Kind danach nachts schlief. Jetzt ist das Kind im Grundschulalter und es schläft schlechter als als Kleinkind bevor es in die Klinik kam. Es ist völlig verstört im Bezug auf schlafen.

Dein Fallbeispiel ist absolut typisch und bezeichnend für diese Art des Schlaftrainings. Mir tun die Kinder so leid. Ich hoffe der Widerstand wird stärker und die Klinik muss irgendwann ihre Misshandlungen vor Gericht verantworten! ... es wurden schon Erzieher verurteilt, die Kinder zum Essen zwangen. Zu Recht!

und bin jetzt doch etwas ratlos. Der Ansatz, der in der gezeigten Therapie verfolgt wird, ist sehr umstritten, ebenso wie die Klinik insgesamt. Ist das für Journalisten uninteressant? Kritiklose Lobhudeleien und "für Eltern ein Muss" - jetzt ernsthaft?

Hallo,
ich habe über den Film gelesen. Wenn das wirklich so läuft wie beschrieben, möchte ich wirklich kein Kind sein. Mein Kind hat jahrelang geschriehen. Es war unglaublich schwer ... Das Einzige was ihr half war Liebe, Liebe und nochmals Liebe und absolute Aufmerksamkeit bzw. Zeit. Ich war vier Jahre zuhause, wurde Sozialhilfeempfängerin. Heute bin ich stolze Mutter einer 29 jährigen Tochter. Gott sei Dank habe ich sie nie in die Mühlen eines solchen Krankenhauses gebracht. Sie wäre in der Psychieatrie gelandet. Hat man den keine Herz und keine Zeit für diese Kinder. Mein Entsetzen ist unbeschreiblich ...

Pro : Liebe

Contra :

-jahrelang geschrien
-ABSOLUTE Aufmerksamkeit
-vier Jahre zu Hause, wurde Sozialhilfeempfängerin

Fazit : Stolze Mutter einer 29 jährigen Tochter. Toll. Wie geht's IHR denn ?

Die Eltern verstehe ich. Sie wissen es einfach nicht besser und erkennen vermutlich viele Behandlungsmethoden der Klinik aus ihrer eigenen Kindheit. Leider erkennen Sie nicht, dass diese Ihnen schadeten. Wären sie anders aufgewachsen, würden Sie es einfach besser wissen und machen. Darum muss viel mehr Aufklärung her, mehr Hinschauen und mehr Hilfsbereitschaft.

http://www.elternschulefilm.de/beispiel-seite-2/faqs/

Alle Kritiker sollten doch auch diese Internetseite durchlesen....und den Film ansehen bevor sie kritisieren...

Diskutieren ohne anzuklagen, das können viele nicht mehr. Lest doch bitte mal was die Regisseure dazu sagen!
Mein erstes Gefühl war: Leider ist es heute für Eltern ein Projekt, ein Kind zu haben. Und im Netz sucht man Bestätigung für seine Meinung. Jedes Kind braucht Grenzen. Welche, das ist individuell.
Ich habe damals mit viel Freiheit "erzogen", sie tun was sie wollen und sind keine "wertvollen" Arbeitnehmer, dafür psychisch krank....Oder haben sie das von mir geerbt? Ich bin depressiv.
Soviel zum Thema wie mach mans richtig.

cinema-arthouse.de/kino/wp-content/uploads/2018/09/elternschule_faq_181018.pdf

Jeder Austausch über Schwierigkeiten kann helfen, denn einfache Lösungen kann es nicht geben, sonst gäbs ja keine Schwierigkeiten, oder? Jede*r ist einmalig.

Dieser Film ist mit recht umstritten: ich sehe letztlich einen Rückgriff auf die alten Muster der sog. "schwarzen Pädagogik" darin - nichts anderes. die Kinder ändern ihr Verhalten, weil sie keine andere Chance haben - aus Ohnmacht, aus Verzweiflung. Es ist ein emotionaler Rückzug, weil ihnen emotionale Gewalt angetan wird. Fürchterlich. Wenn man diesen Film anschaut, dann bitte sehr kritisch - und immer mit dem Blick darauf: Möchte ich, dass mit mir so umgegangen wird?

Negatives Verhalten ist nur eine Reaktion durch eine negative Ursache. Worin die Eltern die Hauptrolle spielen. Am besten erkennt man es schon, wie die Eltern selbst miteinander umgehen. Fehlende Einsicht, fehlender Respekt, unfähiges ernstes Zuhören, stets eigenen Willen und Meinung durchzuboxen, seine Interessen vorziehen, zu wenig Verständnis, zu wenig Vertrauen, nicht bereit für Kompromisse....Ergebnis> Unzufriedenheit durch fehlende Aufmerksamkeit, sich nicht ernst genommen oder ungeliebt fühlen....es staut sich an und kommt zu Reibereien und Streitereien, bei den Kindern ist es nicht anders. Im Enddefekt, behandle und erwarte von anderen nur das, wie du selbst behandelt werden möchtest. Dazu gehört aber auch die Waage von altergemäßen Rechten und Pflichten....bei nur Rechte werden die Eltern bald leiden und nur Pflichten wird das Kind leiden. Erziehung ist so simpel wie Abnehmen, bewusst, überlegt und konsequent in dem was man erreichen möchte . Ein Kind braucht Halt von den Eltern, eine klare Linie und kein Chaos und keine Dressur.

EMOTIONALER MISSBRAUCH UND PSYCHISCHE GEWALT

Obwohl sie unsichtbar scheint und im Verborgenen wirkt, kann sie mehr verletzen als körperliche Gewalt. Gerade das macht sie so gefährlich. Psychische Gewalt ist grausam und schwer nachzuweisen - und damit kaum justiziabel. DENNOCH IST SIE ALLTAG: in Familie, Schule und Beziehungen, am Arbeitsplatz, in Altenheimen, auf der Strasse im Netz und jetzt auch noch in diesem unsäglichen Film, in dem Nazimethoden verherrlicht werden... Unfassbar SCOBEL hat diese Traumatisierungen und deren Folgen und Ursachen ausführlich thematisiert: http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=72652

Hier hat sich damit eine schier unübersichtlich Masse an Meinungen darüber angesammelt. Wenn ein Kind nicht gelernt hat, bis wohin es mit seinem Verhalten gehen darf, wird es später als Erwachsener sehr schwer haben sich in die Gesellschaft zu integrieren und mit den Menschen soziel zu agieren. Denn schließlich werden Mitmenschen das Verhalten, welches als Kind geübt wurde, nicht tolerieren und Konflikte sind vorprogamiert. Ich denke, das ist jedem bewusst. Es geht mit Sicherheit nicht um das Quengeln von Kleinkindern, wenn sie müde sind. Es geht um Verhaltensweisen, die über das Maß hinausgehen. Wie will man da eine Ausgewogenheit schaffen, wenn man nicht die Notbremse tritt und Konsequenz zeigt und ausübt. Das Kinder in solchen Fällen nicht damit einverstanden sind, ist auch klar. In den Kritiken lese ich nur Traumatisierung, Psychische Gewalt, etc. . Dick aufgetragen weil niemand verstehen will. Wie erziehe ich, wenn der Zug fast abgefahren ist? Von Grenzen setzen, das konsequent sein und!!! mit dem Kind reden ist die beste Lösung in meinen Augen. Die Gespräche bekommt ein Kind sehr wohl mit, wenn es sich beruhigt hat. Das eine Mama ihr Verhalten erklärt, ohne schreien, ohne gekeife und ohne dauende Wiederholung, wird es das Vertrauen zur Mama stärken.

Bitte lesen sie sich folgenden Fachtext durch.

https://www.dgsf.org/service/wissensportal/mythos-konsequenz-2013

Sie werden verstehen, dass es keine Konsequenzen in der Erziehung gibt. Konsequenzen sind logische Folgen von etwas, wie z. B. "wenn ich in die Badewanne steige, in der Wasser ist, werde ich nass". Erziehende meinen, konsequent sein ist dasselbe wie Konsequenzen verordnen. Aber leider liegt da ein Missverständnis vor, man will es sich leicht machen. Ich kann konsequent pünktlich sein, weil mir der Wert Pünktlichkeit wichtig ist, aber eine Konsequenz kann ich nicht aktiv verordnen. Wenn ich zu spät zum Treffen komme, könnte meine Freundin sauer sein; das wäre eine denkbare Konsequenz.
Alles, was sie sich als Erwachsener oder Erziehende ausdenken, sind Strafen. Und im Text werden sie nachlesen, wie gravierend schlimm Strafen im Hirn eines Kindes wirken. Natürlich hört es auf zu weinen, wenn es geschlagen wird; denn es hat Angst vor der Verletzung. Sie schaden ihrem Kind nicht nur in dem Moment, sondern langfristig. Traumatisierte Menschen haben Mühe, sich mit Hilfe von Therapien von diesen erlebten Erziehungsmethoden zu lösen. Ich will ihnen hier gar nicht erklären müssen, weshalb Strafen nicht auszuüben sind. Ich will ihnen einen guten Fachtext geben, der sie aufklärt und hoffentlich einen "Aha-Effekt" auf sie haben wird. Der Film zeigt Strafen am laufenden Band. Ein Kind wird dadurch geschädigt. Körperlich und psychisch. Seien sie sich dessen bewusst. Diese Familien benötigen selbst Therapien, Sozialarbeiter*innen und ein gutes Netzwerk und Unterstützung. Ansonsten lernen sie, den Willen ihres Kindes zu brechen. Dann sind wir: herzlich willkommen bei Erziehungsratgebern zur Zeit des 2. Weltkrieges.
Ist ihnen auch schon schlecht?

Wir haben aktuell ein wachsendes gesellschaftliches Problem: Je weniger Grenzen (im Sinne einer falsch verstandenen Partizipation) ein Kind im Elternhaus erfährt, je mehr muß es in der Öffentlichkeit danach suchen. Ein Kind welches am Morgen verbal oder körperlich die Grenzen seiner Eltern überschreitet, geht mit herabgesetzter Hemmschwelle in die Welt und macht genau das an anderer Stelle wieder. Halten wir darauf eine Lupe, ist genau das im kleinen, was im großen gesellschaftliche Gewalt bedeutet (Grenzen überschreiten). Ein Kind, welches von zu Hause aus satt ist an Grenzen, wird in der Schule nicht über Tische und Bänke springen. Die Zunahme an Verhaltensauffälligkeiten und damit verbunden die Zunahme an oftmals unsinnigen Diagnosen, führe ich auch den Sachverhalt zurück, das der Raum den Kinder haben (im konkreten und übertragenen Sinne) in den vergangenen Jahren angewachsen ist. Unsere Kinder heute, müssen sehr weit gehen, um eine Grenze zu erhalten. War es vor vielen Jahren das Allerschlimmste, wenn ein Kind die Bananenschale nicht in den Mülleimer, sondern daneben geworfen hat, werden heute Lehrer getreten, bespuckt oder ins Klassenzimmer gesperrt. Wenn unsere Kinder heute überhaupt an etwas erkrankt sind, dann an der Unsicherheit ihrer Eltern, an der Unsicherheit unserer Gesellschaft hinsichtlich dessen, was ist wichtig und worauf kommt es an, was benötigt ein Kind, um sich gesund zu entwickeln. An dieser Stelle spreche ich von Liebe, Halt und Orientierung, dem Kind immer wieder signalisieren, du in deiner Persönlichkeit bist wertvoll und ok., aber dein Verhalten an dieser Stelle nicht. Halt und Orientierung wird im wesentlichen über Grenzen setzen vermittelt. Damit meine ich das Kind ruhig, freundlich, gelassen und wertschätzend an Grenzen zu sättigen. Erfolgreiches Grenzen setzen heißt, wir setzen weniger Grenzen und jeder Kampf mit dem Kind hört auf. Wir schauen das Kind nur an. Für viele Eltern ist es die größte Herausforderung, mit gutem Gefühl Grenzen zu setzen, in dem Wissen, dass sie mit jeder gesetzten Grenze, dem Kind ein Stück Halt, ein Stück Sicherheit und Orientierung mit auf den Weg geben und die Beziehung zueinander nicht schlechter wird, sondern wächst. Das Kind wird ruhiger und fröhlicher. Wenn ich zu Pädagogen spreche, sage ich immer, das die Kinder, welche sich am meisten auf Sie freuen, gerade jene sind, mit welchen die meisten Konflikte ausgetragen wurden. Ich spreche von Kindern, welche in ihrem Erziehungsrahmen keinen Halt finden (zappelige und unruhige Kinder) und die oftmals von morgens bis abends reglementiert werden. Kinder, welche nicht in sich ruhen, sondern Kinder, die außer sich sind, die kein Puzzle zu Ende bringen können, sondern permanent, damit meine ich von morgens bis abends nach Grenzen fragen müssen und entsprechend reglementiert werden. Ein Kind kann seinen Eltern nicht sagen, ihr habt es doch in der Hand, mir einmal eine Anweisung zu geben, welcher ich dann Folge leiste und das Kind kann seinem Lehrer auch nicht sagen, mein Verhalten hat etwas mit deiner Autorität zu tun (gleiche Schulklasse, ein Lehrer kommt gut zurecht und bei einem anderen springen die Kinder über Tische und Bänke). Kinder ziehen sich jeden Schuh an und suchen immer die Schuld bei sich selbst. Damit möchte ich nochmals sagen, Kinder zeigen, wie auf einem Foto, was wir leben und ein Verhalten kann man nur dann zeigen, wenn man den Raum dazu hat (Es kann nur dann die Katze am Schwanz ziehen, wenn es gelassen wird). Das kindliche Bedürfnis danach Grenzen zu erfahren, ist nicht weg zu therapieren, sondern auf eine freunliche und ruhige Weise zu befriedigen. Wenn Eltern die Fragen ihres Kindes zu Hause beantworten, ersparen sie es ihrem Kind, sich im Supermarkt auf den Boden werfen zu müssen.

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