John Gürtler
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Das Model Masha und der Maler Misha – zwei einsame Seelen, die im Gegenüber ein ähnliches Sehnen erkennen und denen es gelingt, den Abgrund, der sie trennt, für eine Weile zu überbrücken. Behutsam beobachten Kremser und Peter die Annäherung ihrer Protagonist:innen. Die Bedeutung kreist um die starke Metapher der verletzlichen Schnecke, einer unwahrscheinlichen Existenz, die sich dennoch behauptet.
Eine Komödie über Depressive und wie sie im Chor neue Wege fürs Glücklichsein finden: Nicht alle Ideen zünden, nicht alle Figuren überzeugen, aber zwischendurch gibt es große Momente sowohl der Komik als auch der Rührung.
Während einer Clubnacht versucht ein ehemals gefeierter Producer seinem Idol seine neue Platte zu überreichen. Nikias Chryssos’ und Viktor Jakovleskis filmischer Ketamintrip verwandelt das Kino mit formalem Wagemut in einen Club und verhandelt das Gefühl einer Szene zwischen Exzess, Eskapismus und Abgründen, zwischen gestern und heute, Vinyl und TikTok-Artists.
Das intensive Porträt einer Alkoholikerin, die auf den schottischen Orkneyinseln mühsam wieder zu sich findet, beeindruckt durch ungewöhnliche erzählerische und ästhetische Zugriffe und durch die brillante Saoirse Ronan, die sich in diesem Film die Seele aus dem Leib spielt.
Einer Hochzeit von Amir und Narges steht nicht nur der hohe Brautpreis entgegen, sondern auch die Kluft zwischen den sozialen Schichten, denen sie entstammen. Amirs Versuch, Geld für die Auslösung seiner Geliebten zusammenzubekommen, lässt ihn schließlich ins kriminelle Milieu abdriften. Regisseur Behrooz Karamizades Film ist keine plakative Anklage der Zustände im heutigen Iran, vielmehr findet er unaufdringliche Bilder für die Perspektivlosigkeit der jungen Generation.
Fünf junge Menschen aus der Ukraine verarbeiten ihre Traumata mit Shakespeares Tragödie, als Theaterprojekt und Gruppentherapie zugleich. Der vor dem Angriff Russlands abgedrehte Dokumentarfilm wird durch den anhaltenden Krieg noch brisanter und relevanter.
Die 24-jährige Christin (Saskia Rosendahl) versucht aus der bäuerlichen Einöde in Mecklenburg auszubrechen. Ein sperrig-spröder Anti-Heimatfilm mit präzisem Blick für zwischenmenschliche Spannungen und einer faszinierend widersprüchlichen Hauptfigur.
Eine der radikalsten deutschen Genrearbeiten der vergangenen Jahre: Die Erzählung um einen charismatischen Sektenführer entpuppt sich als politische Allegorie und als bittere Abrechnung mit mehr als nur der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert
Der Dokumentarfilm zeigt unaufgeregt und genau hinschauend, wie investigativer Journalismus jenseits der Klischees aussieht
Barbara Ott erzählt in ihrem schmerzhaft konsequentem Spielfilmdebüt von einem Amateurboxer am existenziellen Abgrund, der in großer Notlage und Verzweiflung sich und seine drei Kinder durchzubringen versucht. Ein einnehmendes, manchmal an der Karikatur kratzendes Sozialdrama mit einem preiswürdig aufspielenden Jannis Niewöhner

