Jens Balkenborg

Filmkritiken von Jens Balkenborg

Unterhaltsames Porträt des Chaos Computer Club (CCC) von der Gründung im Jahr 1981 bis heute
Ein ehrlicher, unverkitschter Film über eine ungewöhnliche Romanze, der mit großem Selbstverständnis den Bordellalltag und eine lesbische Liebe in Szene setzt
Daphne Charizani verbindet Migrationsdrama und Antikriegsfilm zu einer Heldinnengeschichte. Ein weitestgehend leises Drama, in dem sich Welten berühren
Ausgelöst durch den viral gegangenen Amateurporno einer Lehrerin filetiert Radu Jude in seiner Satire unsere Gegenwart. Das unterhaltsam-sperrige Machwerk stellt sich als experimentelles Triptychon gegen klassische narrative Muster: eine filmische Skizze der Obszönität
Wie lässt sich die Raumfahrt mit der Familie vereinbaren? Alice Winocour erzählt von einer Astronautin mit Mars-Ambitionen, die ihre kleine Tochter auf der Erde zurücklassen muss, modern und geerdet mit Blick auf die große Geste im Kleinen
In ihrem zweiten Spielfilm erzählt Sandra Wollner von einem Androiden, der in die Rolle einer verschollenen Tochter und eines vor Jahrzehnten verstorbenen Bruders schlüpft. Was macht uns zu Menschen und was bedeuten Erinnerungen? Stilistisch bravouröses, verstörendes Assoziationskino um die Institution der Familie
Ein Vater aus ärmlichen Verhältnissen macht sich zu Fuß auf den Weg ins 300 Kilometer entfernte Belgrad, um für das Sorgerecht für seine Kinder zu kämpfen. Mit berstender Ruhe inszeniert Srdan Golubović diesen Roadtrip, in dem Goran Bogdan als schweigsamer, stoischer Held glänzt
In einem religiösen Zentrum für jugendliche Mütter in Buenos Aires lernt eine junge Novizin zwei 17-jährige Mütter kennen und entwickelt selbst Muttergefühle. Maura Delperos Spielfilmdebüt thematisiert leise-eindrücklich eine Mutterwerdung und entwirft ein Porträt der Weiblichkeit
Barbara Ott erzählt in ihrem schmerzhaft konsequentem Spielfilmdebüt von einem Amateurboxer am existenziellen Abgrund, der in großer Notlage und Verzweiflung sich und seine drei Kinder durchzubringen versucht. Ein einnehmendes, manchmal an der Karikatur kratzendes Sozialdrama mit einem preiswürdig aufspielenden Jannis Niewöhner
Nebojsa Slijepcevics Dokumentarfilm erzählt von der Entstehung eines Theaterstücks über die Tötung eines serbischen Mädchens während des Kroatienkriegs. Dem kroatischen Regisseur gelingt ein leise-heftiger Film über Identität und die Wunden der Vergangenheit

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Mit der Miniserie »The Underground Railroad« gelingt Barry Jenkins eine wunderbare filmische Umsetzung des mehrfach preisgekrönten Romans von Colson Whitehead
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Die amerikanisch-chinesische Regisseurin Chloé Zhao hat mit »Nomadland« große Chancen auf den ein oder andren Oscar. Mubi zeigt nun ihren Debütfilm: »Songs My Brothers Taught Me«
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Robert De Niro porträtierte in Scorseses Klassiker einen Männertypus, der heute erst richtig ins Gerede gekommen ist: den Incel
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Gesellschaft in Bewegung: Cathy Yans Debütfilm »Dead Pigs« als Mubi-Release
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Mit ihrem Film »Beginning« (Dasatskisi) lieferte die georgische Regisseurin Dea Kulumbegashvili ein viel beachtetes Debüt im Corona-Festivaljahr 2020. Die sperrige Emanzipationsgeschichte räumte unter anderem in San Sebastián groß ab
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In Darius Marders »Sound of Metal« spielt Riz Ahmed einen Musiker, der ­einen Hörsturz erleidet. Der Film ist aber keine Auseinandersetzung mit dem Wesen der Musik, sondern mit der Unfähigkeit zur Ruhe
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Athina Rachel Tsangari (»Attenberg«) entstaubt in ihrer ersten Serie, dem Achtteiler »Trigonometry«, das abgekaute Thema der Ménage-à-trois
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Mit Elyas M'Barek in der Hauptrolle erzählt der Oscarkandidat »Was wir wollten« von einem Paar, das sich auf Sardinien von dem unerfüllten Kinderwunsch zu erholen versucht
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Mit nur drei Spielfilmen hat ­Eliza ­Hittman sich als eine der ­wichtigsten ­amerikanischen Independent-Regisseur:innen etabliert. Ihre Spezialität: die Erfahrungen von Jugendlichen. Jetzt kommt das subtile Drama »Niemals Selten Manchmal Immer« ins Kino, das von einem Schwangerschafts­abbruch erzählt
Blogeintrag
Mit »Never Rarely Sometimes Always« startet ein Film in den Wettbewerb, der diese Sprache ganz famos beherrscht. Sundance-Gewächs Eliza Hittman hat sich mit ihren beiden vorherigen Filmen »It Felt Like Love« und »Beach Rats« den Ruf als eine der aktuell aufregendsten Independent-Regisseurinnen erarbeitet. Und ihr neuer Film gehört ganz sicher zu den großen Favoriten dieses 70. Berlinale-Jahrgangs.