Silvia Hallensleben

Filmkritiken von Silvia Hallensleben

Die Abrechnung mit einem Land im politischen und moralischen Ausverkauf. Und das eindrückliche Porträt einer mutigen und leidenschaftlichen Journalistin, die gegen enorme Widerstände für die Wahrheit kämpft
Ein Dokumentarfilm mit interessanten Begegnungen und Protagonisten, doch einem thematisch stark eingeschränkten Personenspektrum – und einem unaufgelösten Widerspruch zwischen manifester Film­erzählung und der im Titel behaupteten Einsamkeit der Stadt
Auf den Spuren von Pier Paolo Pasolini ist Pepe Danquart ein dichter und vielschichtiger filmischer Essay gelungen, der aus der Bewegung des Reisens Blicke eröffnet sowohl auf die Verwerfungen und Schönheiten Italiens als auch auf die sich heftig bewegende Welt drumherum
Anna Koch und Julia Lemke begleiten – erfrischend unsentimental und unromantisch – vier Mädels an unterschiedlichen Orten im US-Westen, die sich für das raue Leben des Rodeo-Kampfs begeistern und es in und mit ihren Familien realisieren
Nathan Grossmans dieses Jahr beim Filmfestival von Venedig uraufgeführtes Porträt der Klima-Aktivistin findet ein behutsames Gleichgewicht zwischen großen Auftritten und Intimität und zeigt neben Mut und kämpferischer Entschlossenheit auch Momente von Selbstzweifeln und Schwäche
Der Diplomfilm von Yulia Lokshina an der Münchener HFF untersucht mit einem ausgefeilten dokumentar-ästhetischen Konzept den in vielen Reportagen oberflächlich gestreiften Brennpunkt von kapitalistischer Ausbeutung und Fleischproduktion in Deutschland
Ein facettenreicher Dokumentarfilm über die Geschichte der Jugendzentrumsbewegung Anfang der 1970er-Jahre bis heute mit reichhaltigem Anschauungsmaterial und kompetenter soziologischer Kommentierung
Das Trio um Jennifer Baichwal, Nicholas de Pencier und Edward Burtynsky beendet ihre Ökofilm-Trilogie mit einer breit angelegten engagierten Rundum-Abrechnung mit dem Anthropozän, beeindruckenden Bildern und einem etwas zu zahlenreichen Kommentar
Die Leipziger Filmemacherin Barbara Wallbraun versammelt biografisches Material zum lesbischen Leben in der DDR der 1960er bis 80er: Ein wichtiges Stück Oral History zu privater Hypokrisie, staatlicher Repression und aufmüpfigem Eigensinn
Einige Jahrzehnte nach der erfolgreichen Wiederansiedlung von Wölfen in Teilen Europas zeigt der Film des Regisseurs und Tonmeisters Thomas Horat vielschichtig die Problem- und Interessenlagen dieses speziellen Tier-Mensch-Verhältnisses

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Von den preisgekrönten Filmen habe ich keinen einzigen gesehen, von mir favorisierte haben keine Preise gewonnen. Deswegen wollte ich wenigstens heute nachmittag noch »Irradiés« über das Nach-Diktatur-Kambodscha von Rithy Panh im Berliner Festspielhaus angesehen.