Silvia Hallensleben

Filmkritiken von Silvia Hallensleben

Der beobachtende Dokumentarfilm begleitet einen Angestellten der brasilianischen FUNAI bei einem Besuch der letzten Überlebenden des Piripkura-Volkes – sie leben noch nomadisch im Regenwald. Vielleicht ihr letzter friedlicher Kontakt mit der Außenwelt
Eine formal nervenzehrende, aber vom Stoff höchst anregende und mitreißende US-Doku über Ruth Bader Ginsburg – die Frau, die nach langem arbeits- und erfolgreichem Einsatz für Frauenrechte zu einer Ikone junger progressiver US-Amerikaner wurde
Ein von viel Musik getragener Dokumentarfilm »Der Klang der Stimme« über Personen, die sich mit der menschlichen Stimme befassen
Sicherlich keine Filmkunst, aber bei »Der marktgerechte Patient« handelt es sich um einen inhaltsreichen, leidenschaftlichen und aktuellen Agitationsfilm gegen die Ökonomisierung des Gesundheitswesens
Ein klassischer Wiseman, der – nicht so ganz klassisch – im ausführlichen Porträt der New Yorker Bibliothek NYPL ein deutliches Statement für öffentliches Engagement und gelebte Teilhabe setzt. »Ex Libris: Die Public Library von New York« startet bereits am 24.10. (Tag der Bibliotheken)
Dem deutschen Filmemacher Hüseyin Tabak (»Das Pferd auf dem Balkon«) ist ein selbstreflektiertes, substanzreiches und erfreulich widerspruchsoffenes Porträt seines großen Vorbilds ohne Verklärungsgestus gelungen
Der ebenso formbewusste wie substanzreiche Dokumentarfilm zweier junger Filmemacherinnen porträtiert mit viel Respekt vier obdachlose Männer auf Kölner Straßen: »Draußen«
Joshua Z. Weinsteins (nein, nicht verwandt) in jiddischer Sprache gedrehtem Film »Menashe« gelingt das Kunststück, eine zarte Vater-Sohn-Beziehung mit fast dokumentarischen Einblicken in die verschlossene Welt einer chassidischen New Yorker Gemeinde zu verschmelzen
Der talentierte Dokumentarist Davis Sieveking (»Vergiss Mein Nicht«) erzählt in seinem neuen Film »Eingeimpft« erfreulich unvoreingenommen und unterhaltsam vom Streit um das Impfwesen bei Kleinkindern, taucht dabei aber nervtötend exzessiv in Details des eigenen Familienlebens ein
Ein Kampagnenfilm der US-amerikanischen Filmemacherin und Journalistin Sue Williams, der in sensationalistischer Manier die Verstrickung der IT-Industrie in Verbrechen gegen Natur und Arbeitskräfte thematisiert: »Death by Design«

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Die Diagonale in Graz präsentiert die Jahresproduktion österreichischen Filmschaffens. In diesem Jahr gaben Macher und Jury dem Festival eine dezidiert politische Note
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Schön, dass Ruth Beckermanns Waldheim-Film den Dokpreis der Berlinale gewonnen hat, auch wenn ich ihn ein paar anderen Filmen (vor allem Claire Simons wunderbaren »Premières Solitudes«) ebenso gegönnt hätte
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Ein Festival ist für seine Besucher da und nicht für die persönliche Profilierung seines Personals
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Liebe Berlinalist*innen, bitte, bitte, wenn ihr dies lest: Haltet mich nicht (nur) für eine Nostalgikerin und kehrt im nächsten Jahr wieder zum guten alten »Grill« zurück
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Forum: »SPK Komplex« (Regie: Gerd Kroske), ein dem komplexen Thema gegenüber angemessen komplexer Film
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Die Preise für die fairsten Arbeits- und Produktionsbedingungen im Jahr 2017 gingen an die von der Bavaria produzierte ARD-Serie »Rentnercops« und an Sönke Wortmanns Kinospielfilm »Der Vorname« (Constantin)
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Wenn man in Kategorien des Nationalen denkt, dann war die diesjährige Duisburger Filmwoche für Österreich ein Triumph. Drei der fünf Auszeichnungen des dem deutschsprachigen Dokumentarfilm gewidmeten Festivals gingen dorthin
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Das Schaffen von Regisseurinnen aus Osteuropa widersetzt sich einer vorschnellen Einordnung. Das ist das Resumé des Symposiums des Wiesbadener »goEast« Filmfestivals. Neben Vorträgen gab es Filme aus über 80 Jahren Filmgeschichte und eine Hommage an die Regisseurin Márta Mészáros
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Zum Abschluss noch den Dokumentarfilm über die tolle mexikanische Sängerin Chavela Vargas