Silvia Hallensleben

Filmkritiken von Silvia Hallensleben

Kameraexpedition in die mit Ideologie und Waffen aufgerüstete Südgrenze der USA, die jenseits der konkreten Begegnungen das Regime der Ausgrenzung anklingen lässt: »Borderland Blues«
Tamara Tal begleitet in »Shalom Italia« drei Brüder einer jüdischen Familie, die Monate der Verfolgung in einer toskanischen Höhle überlebten und nun aus Erinnerungsgründen zur Spurensuche zurückkehren
Aus dem Porträt einer Berliner Alternativschule für junge Erwachsene macht Ale­xander Kleider ein lebendiges Pamphlet für einen ganzheitlichen Lern- und Bildungsbegriff jenseits von PISA-Kriterien: »Berlin Rebel High School«
»Zazy« ist ein deutscher Film noir zwischen Alpensonne und Scheinwerferlicht, der mit vielen Klischees und wenig Sinn für feinere Nuancen zwischen Genrestück und Fernsehspiel dümpelt
»Alles gut«, der erste lange Dokumentarfilm von Pia Lenz, begleitet Ankunft und erste Monate von zwei Familien in einer Hamburger Flüchtlingsunterkunft und will dezidiert auch ein Statement sein gegen den gerne und leichtfertig gemachten Unterschied zwischen echten Kriegsflüchtlingen und sogenannten Wohlstandsmigranten aus dem Balkan. Das gelingt
Nach Geyrhalters »Unser aller Brot« und Wagenhofers »We feed the World« wieder ein österreichischer – und auch thematisch stark österreich-gewichteter – Dokumentarfilm zur Agrarindustrie in Europa. Viele Neues bringt »Bauer unser« nicht, lässt sich aber sicherlich zu Brainstorming und Agitation in einschlägig interessierten Kreisen einsetzen
Regisseurin Nicola Graef (»Ich. Immendorf«) gelingt in ihrem klugen Porträt des deutschen Künstlers Neo Rauch das Kunststück engagierter Nähe ohne Anbiederung. Dem Publikum bleibt ausreichend Raum zum Selberdenken
Drei Jahre nach ihrem Mutter-Film »Die mit dem Bauch tanzen« widmet sich Carolin Genreith nun dem Vater, der zu ihrem Entsetzen eine junge Thailänderin heiraten will. »Happy« hat den gleichen jugendlichen Nöl-Ton, leider aber noch weniger Selbstreflektion
Der Manager-Achtsamkeits-Film »From Business to Being« von Hanna Henigin und Julia Wildgruber laviert eher unentschlossen zwischen gesellschaftlicher Analyse, Darstellung wissenschaftlichen Forschungsstand und Ratgeber-Nützlichkeit und dürfte wohl vor allem in einschlägigen Seminaren seinen Weg machen
Christoph Schuch (»Der Traum ist aus – Die Erben der Scherben« 2001) und Cutter Reiner Krausz wollen mit ihrem Film »Europa – Ein Kontinent als Beute« zum Nachdenken und Diskutieren für ein besseres bürgerfreundlicheres Europa anregen, ersticken ihr unterstützenswertes Ansinnen aber unter einem solchen Berg von Suggestion, dass der Film ein zweites Sehen schlecht verträgt

Weitere Inhalte zu Silvia Hallensleben

Blogeintrag
Zum Abschluss noch den Dokumentarfilm über die tolle mexikanische Sängerin Chavela Vargas
Blogeintrag
Während die Kollegen und Kolleginnen in den Tageszeitungs-Redaktionen kurz vor der Preisverleihung immer hektischer arbeiten, entschleunigt sich mein Zeitrhythmus von Tag zu Tag
Blogeintrag
Frauenfilmfestival, Nespresso und die deutsch-georgische Produktion »My happy Family
Blogeintrag
Am Montag hat die FFA eine Studie vorgestellt, die in Kooperation mit dem Fraunhofer Center for Responsible Research and Innovation Daten zu den separat bearbeiteten Komplexen »Gender und Film« und »Gender und Fernsehen« vorlegt
Blogeintrag
Maren Ade, Ulrike Ottinger und Helke Misselwitz mit dem Preis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet
Blogeintrag
Ein Eisenbahnfilm aus Thailand, der so rund und altmodisch inszeniert ist, dass man sich wundert, wie er den Weg ins Forum geschafft hat: »Railway Sleepers«
Blogeintrag
Filmempfehlungen vom Berlinale-Forum: »Maman Colonelle« und »Timi n Igren/ House in the Fields«
Meldung
Vom 20. Oktober - 2. November zeigte die 16. Viennale , wie lebendig Filmgeschichte sein kann: von der Würdigung gelungener Remakes über die Würdigung des Zelluloids bis zu einer Präsentation kubanischer Filmwochenschauen
Meldung
Das Frauenfilmfestival Köln widmete sich dem Filmschaffen von Frauen in Mexiko und setzte einen Schwerpunkt auf Coming-of-Age-Filme
Meldung
Das Frauenfilmfestival Köln widmete sich dem Filmschaffen von Frauen in Mexiko und setzte einen Schwerpunkt auf Coming-of-Age-Filme