Andrew Bird

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Dem deutschen Filmemacher Hüseyin Tabak (»Das Pferd auf dem Balkon«) ist ein selbstreflektiertes, substanzreiches und erfreulich widerspruchsoffenes Porträt seines großen Vorbilds ohne Verklärungsgestus gelungen
Omer Fasts Verfilmung des Romans »Remainder« von Tom McCarthy über einen jungen Mann, der sein Gedächtnis verloren hat und es mit Hilfe aufwendiger Reenactments zu rekonstruieren versucht, überzeugt in reizvoll-bizarren Szenen von »Erinnerungsarbeit«, bleibt aber insgesamt etwas steril
Fatih Akin malt den Völkermord an den Armeniern mit der Ambition auf großes Epos, was ihm nur bedingt gelingt. Trotzdem berührt »The Cut«, der erfreulicherweise auf jede Art Stereotypisierung seiner muslimischen oder christlichen Figuren verzichtet
Mit keineswegs verhaltener Ironie blickt die Schweizer Filmemacherin Bettina Oberli auf die verklebten Strukturen einer Mutter-Sohn-Beziehung. Stefan Kurt als 50-jähriger Nesthocker und Annemarie Düringer als die divenhafte Mutter arbeiten die Nuancen der ödipalen Schuldgefühlsverstrickungen fein heraus. Die sichtbaren Schwachpunkte des Films liegen hingegen in der Dramaturgie, die sich nach der Halbzeit zunehmend in Drehbuchseminarkonventionen verstolpert und gerade in den unbeholfenen Actionphasen zu langweilen beginnt
Fatih Akin hat ein beeindruckendes Dokument über die Zivilcourage einer türkischen Gemeinde am Schwarzen Meer vorgelegt, bleibt gestalterisch jedoch hinter seinen bisherigen Regiearbeiten zurück. Schade
Ambitioniertes Drama über ein junges amerikanisches Paar, das bei dem Versuch, sich eine Katze zuzulegen zu sich selbst findet. Etwas überladenes Hippie-Rührstück
Bonjour tristesse in der chinesischen Provinz. Mei verlässt ihre Heimat, verliebt sich in einen Ganoven und kommt durch einen tödlichen Vorfall zu Geld. Damit gelingt ihr zwar die Reise in den Westen, aber ihre Odyssee ist nicht beendet. »She, a Chinese« ist das fesselnde Porträt einer modernen jungen Frau aus China
Ein linkischer Kneipier und ein genialischer Koch verwandeln eine bankrotte Spelunke im Hamburger Stadtviertel Wilhelmsburg in einen kulinarischen Szene-Treff – womit die Probleme erst richtig losgehen. Fatih Akins Hamburger Kiez-Komödie »Soul Kitchen« besticht durch Gespür für komödiantisches Timing, originelle Charaktere und ein bestens aufgelegtes Ensemble, darunter Moritz und Monica Bleibtreu
Julie Delpys feministisch angehauchtes Porträt der ungarischen Adligen Erzebet Bathory, die angeblich in Jungfrauenblut zu baden pflegte, um ihre jugendliche Schönheit zu erhalten, fällt enttäuschend harmlos aus
Fatih Akin erzählt eine extreme, mit konventionellen Maßstäben nicht fassbare Liebesgeschichte. Die Mittel sind oftmals plakativ, seine poetischen Momente verdankt der Film der Schauspielerin Sibel Kekilli