Grandfilm

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Filme aus Paraguay sind selten bei uns. Mit seinem Langfilmdebüt »Die Erbinnen« erzählt Marcelo Martinessi in ruhigen unaufgeregten Bildern von der verfallenden Oberschicht in seinem Land und setzt ein Bild der Flucht dem einer sinnlosen Hoffnung entgegen
Die Arbeiter einer Aufzugfabrik am Rande von Lissabon stemmen sich gegen die Abwicklung ihres Betriebs. »A fábrica de nada« ist ein wahres Ungetüm von einem Film: 177 sperrige Minuten voller Diskurs und Diskussion, voller Pathos und Politik, wobei nach und nach ein vielschichtiges Bild der Auswirkungen von Globalisierung und Strukturwandel gezeichnet wird
Eine wütende und doch poetische Erzählung von Rassismus und Gewalt in den 1920ern im australischen Outback. Faszinierend und vollkommen schlüssig kombiniert Warwick Thornton klassische Westernmotive mit indigener Erzähltradition: »Sweet Country«
Mit einer höchst eigenwilligen Mischung aus Tragik und Absurdität erzählt Lucrecia Martel von einem Kolonialbeamten in der argentinischen Provinz, der seit Jahren auf seine Versetzung wartet. »Zama« ist eine vielschichtige, rätselhaft-faszinierende Reflexion über Kolonialismus und Identität
Die sechsjährige Frida zieht nach dem Tod ihrer Mutter zu dem Onkel und seiner Familie aufs Land. Carla Simón erzählt in ihrem Langfilmdebüt »Fridas Sommer« ohne falsche Sentimentalitäten von einem zaghaften Neuanfang und porträtiert einfühlsam eine Familie im emotionalen Ausnahmezustand
Raymond Depardon zeigt zehn richterliche Anhörungen von zwangseingewiesenen Psychiatriepatienten. »12 Tage« ist filmischer Humanismus, der den gesellschaftlich stigmatisierten Kranken ihre Menschlichkeit zurückgibt
Sergej Loznitsas dritter Spielfilm »Die Sanfte« begleitet eine junge Frau bei ihren vergeblichen Versuchen, ihren Mann im Gefängnis zu besuchen. Kafkaeske Situationen und moralische Verkommenheit beherrschen dieses russische Gesellschaftspanorama, das sich leider allzu plakativ in der Ausweglosigkeit suhlt
In seinem in Venedig 2016 mit dem Goldenen Löwen ausgezeichneten Film »The Woman Who Left« dekonstruiert der philippinische Regisseur Lav Diaz eine klassische Rachegeschichte zu einer eindrucksvollen, subtil vielschichtigen Sozialstudie in der Nachfolge des großen Lino Brocka
Nicht, wie in Hongs Werken sonst üblich, geschwätzige Männer in künstlerischer Schaffenskrise stehen diesmal im Mittelpunkt, sondern eine Schauspielerin, die sich von einer gescheiterten Affäre erholt. Geredet wird natürlich trotzdem viel und auch dem Alkohol wird zugesprochen. Hauptdarstellerin Kim Min-hee aber gelingt ein erstaunlich authentisches Porträt der Schreckensemotion Liebeskummer, nicht zuletzt wohl, weil es ihr eigener ist
Ein Tag im Leben dreier Frauen, die am Rand von Bukarest anschaffen gehen. Fast dokumentarisch begleitet Regisseurin Alexandra Balteanu in »Vânâtoare« diese Frauen, deren Motivationen größtenteils im Dunkeln bleiben. Das ist schade. Stattdessen fängt sie in ihren Bildern vor allem Trostlosigkeit ein