Grandfilm

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Mit seiner assoziativen Montage aus berühmten Filmszenen, Gemälden und Zitaten aus Literatur und Philosophie entwirft Godard ein tendenziöses Geschichtsbild, das viele Fragen aufwirft: »Bildbuch«
Ein Heavy-Metal-Fan verletzt sich bei der Arbeit an der größten Jesusstatue der Welt so stark, dass ihm ein neues Gesicht transplantiert wird. »Die Maske« ist ein Rundumschlag gegen die Zustände in der polnischen Gesellschaft, gegen die Medien, katholische Bigotterie und die Konsumgesellschaft. Ein sperriges, distanziertes Lehrstück
Ein junger Mann klaut einem Mafiaboss eine Tasche voll Geld und hat bald dessen Schergen auf den Fersen. In seinem knackig reduzierten Animationsfilm »Have a Nice Day« erzählt Jian Liu eine klassische Film-noir-Geschichte, angesiedelt unter armen Würstchen, die in einem unwirtlichen Niemandsland von Shangri-La träumen. Nüchterne Bestandsaufnahme eines sozialen Zustands der Kälte, die so etwas wie Trost allenfalls im Sarkasmus findet und klammheimlich unter die Haut geht
Filme aus Paraguay sind selten bei uns. Mit seinem Langfilmdebüt »Die Erbinnen« erzählt Marcelo Martinessi in ruhigen unaufgeregten Bildern von der verfallenden Oberschicht in seinem Land und setzt ein Bild der Flucht dem einer sinnlosen Hoffnung entgegen
Eine wütende und doch poetische Erzählung von Rassismus und Gewalt in den 1920ern im australischen Outback. Faszinierend und vollkommen schlüssig kombiniert Warwick Thornton klassische Westernmotive mit indigener Erzähltradition: »Sweet Country«
Die Arbeiter einer Aufzugfabrik am Rande von Lissabon stemmen sich gegen die Abwicklung ihres Betriebs. »A fábrica de nada« ist ein wahres Ungetüm von einem Film: 177 sperrige Minuten voller Diskurs und Diskussion, voller Pathos und Politik, wobei nach und nach ein vielschichtiges Bild der Auswirkungen von Globalisierung und Strukturwandel gezeichnet wird
Mit einer höchst eigenwilligen Mischung aus Tragik und Absurdität erzählt Lucrecia Martel von einem Kolonialbeamten in der argentinischen Provinz, der seit Jahren auf seine Versetzung wartet. »Zama« ist eine vielschichtige, rätselhaft-faszinierende Reflexion über Kolonialismus und Identität
Die sechsjährige Frida zieht nach dem Tod ihrer Mutter zu dem Onkel und seiner Familie aufs Land. Carla Simón erzählt in ihrem Langfilmdebüt »Fridas Sommer« ohne falsche Sentimentalitäten von einem zaghaften Neuanfang und porträtiert einfühlsam eine Familie im emotionalen Ausnahmezustand
Raymond Depardon zeigt zehn richterliche Anhörungen von zwangseingewiesenen Psychiatriepatienten. »12 Tage« ist filmischer Humanismus, der den gesellschaftlich stigmatisierten Kranken ihre Menschlichkeit zurückgibt
Sergej Loznitsas dritter Spielfilm »Die Sanfte« begleitet eine junge Frau bei ihren vergeblichen Versuchen, ihren Mann im Gefängnis zu besuchen. Kafkaeske Situationen und moralische Verkommenheit beherrschen dieses russische Gesellschaftspanorama, das sich leider allzu plakativ in der Ausweglosigkeit suhlt