Grandfilm
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Aleksandre Koberidze erzählt von einem Vater auf der Suche nach seiner verschwundenen Tochter. Sein Roadtrip zu lauter ländlichen Fußballplätzen Georgiens ergibt jedoch kein typisches Road Movie mit tollen Landschaftspanoramen: Gedreht auf einem Handy von 2008 ist der Film ein hintersinnig-vertracktes Spiel mit der Wahrnehmung und unseren Erwartungen, wunderbar ironisch und poetisch.
Mit ihrem zehnten Spielfilm geht die Autorenfilmerin Angela Schanelec ihren Weg konsequent weiter und schlägt zugleich eine neue Richtung ein. »Meine Frau weint« ist eine derart präzise wie poetische und philosophisch tiefgründige Auseinandersetzung mit Sprache und ihren Grenzen, wie man sie im Kino noch nicht erlebt hat.
Ein Umweltingenieur reist für eine NGO nach Westafrika. Pedro Pinhos Film verdient für seine künstlerische Waghalsigkeit großen Respekt – bleibt am Ende jedoch hinter seinem eigenen Anspruch zurück.
Valéry Carnoys Debüt erzählt von einem talentierten jungen Boxer, der nach einem Unfall an Phantomschmerz und Panikattacken leidet. Ein vielschichtiges, hartes und zartes Coming of Age, das von toxischen Dynamiken in einer Jungsclique und von Freundschaft erzählt und dabei dem Genre Boxerfilm seinen eigenen Stempel aufdrückt.
Ein Roadmovie als wehmütige Zeitreise, die ihre Bedeutung aus den Perspektiv-Verschiebungen zwischen der Drehzeit von 2001 und der Katastrophe der letzten Jahre bekommt.
Menschlich und hochpolitisch erzählter Film über eine Frau, deren bislang vermeintlich stabiles Leben zu einem existenziellen Kampf an allen Fronten gerät. Eindringlich und zart zugleich.
In diesem suggestiv inszenierten und elegant die Klischees eines Coming-of-Age-Films unterlaufenden slowenischen Drama erlebt eine blutjunge Sängerin eines Mädchenchors auf einem Probenwochenende ihr verstörendes sexuelles Erwachen.
Lucile Hadžihalilovićs neuster Film ist gleichermaßen eine »Die Schneekönigin«-Adaption, düsteres Erwachsenenmärchen wie mediale Selbstreflexion. Vor allem aber ist er durch und durch Hadžihalilović.
Im mythenreichen Harz unternimmt Julian Radlmaier den Versuch, die romantische Tradition in den Provinzrealismus der Gegenwart zu retten. Wo Rassismus, Klassenkampf von oben und Tristesse grassieren, giert dieser Film nach Schönheit.
Ein Musiker erhält von einem Milliardär den Auftrag, eine neue, zutiefst martialische israelische Nationalhymne zu komponieren, und opfert darüber sein Gewissen und seine Familie. Nadav Lapids bittere Satire zeichnet ein extrem einseitiges Porträt Israels nach dem 7. Oktober 2023. Es gleicht einem Zerrspiegel, der einige Wahrheiten hervorhebt und andere verdeckt.
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