Maxi Braun
Filmkritiken von Maxi Braun
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In ihrem autobiografischen Dokumentarfilmdebüt verarbeitet Daniela Magnani Hüller einen Mordversuch, den sie als 16-Jährige nur knapp überlebte. Mit einer empathischen Mischung aus Sachlichkeit und Offenheit gibt sie nicht nur Einblick in ihre persönliche Traumabewältigung, sondern zeigt gesellschaftliche und juristische Strukturen, die Femizide begünstigen.
Regisseurin und Frauenrechtsaktivistin Mahnaz Mohammadi schickt eine Frau im berüchtigten Evin-Gefängnis auf eine psychologische Tour-de-Force. Nach einem rauen und immersiven Auftakt entwickelt sich der Film zum eleganten Pychothriller, der die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Wahrnehmung verschwimmen lässt.
Thematisch, visuell und narrativ eine echte Zumutung, gelingt Kristen Stewart mit der Adaption von Lidia Yuknavitchs autobiografischem Kultbuch ein brachiales, mutiges und expressives Regiedebüt, das weder Hauptfigur noch Publikum schont und ebenso gesellschaftlich relevant wie radikal subjektiv ist.
Milena Aboyan erzählt drei unterschiedliche Frauengeschichten, deren narrative Verknüpfung nicht ganz aufgeht. Dank starker Figuren und Darstellerinnen sowie durch die Thematisierung von häuslicher Gewalt, Rassismus (strukturell wie im Alltag) und der Unmenschlichkeit der deutschen Migrationspolitik gelingt ihr dennoch ein politisch wie gesellschaftlich relevanter Film.
Der Animationsfilm für Erwachsene erinnert an Adult-Swim-Serien wie »Final Space« oder »Rick and Morty« und ist voll von schrägen Einfällen, popkulturellen Zitaten und absurdem Humor. Ganz lässig im Vorbeigehen entwirft »Lesbian Space Princess« außerdem eine sexpositive, queerfeministische Utopie.
In Ausstattung, Kostüm und Bildsprache innovatives Spielfilmdebüt mit zwei guten Protagonistinnen, das sich nicht zwischen einem Plädoyer für selbstbestimmte weibliche Sexualität und Traumabewältigung entscheidet und gerade dadurch am Ende unausgegoren wirkt.
Mit einer ambivalenten Hauptfigur, experimenteller Narration und Bildsprache sowie schwarzem Humor rund ums Thema Mutterschaft ist Lynne Ramsay ein hohes Risiko eingegangen, das sich auszahlt. Jennifer Lawrence agiert wie eine Naturgewalt, die den Tradwives dieser Welt mutig den Mittelfinger zeigt und eine der interessantesten Frauenfiguren des Kinojahres darstellt.
Das als Found-Footage-Film getarnte Kammerspiel über die Zusammenführung einer dysfunktionalen Patchworkfamilie spielt mit Horrorelementen, punktet mit einem spielfreudigen Ensemble, dem Charme einer Massenkarambolage und der Ahnung, was Familie im besten Fall sein kann.
Der aktivistische Dokumentarfilm versucht, mit Gläubigen, Religionskritikerinnen und theologischen Reformerinnen möglichst viele Stimmen zu Wort kommen zu lassen, und gibt ein nachahmenswertes Beispiel an empathischer und solidarischer Streitkultur.
In seinem bislang persönlichsten Film begleitet Peter Mettler den Abschied von und das Sterben seiner Eltern. Dafür durchstreift er mit der Kamera die Natur, denkt in kunstvollen Einstellungen über den Tod nach und preist gleichzeitig das Leben, ohne in Kitsch abzugleiten.
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Thema
Nur ein Jungsregisseur? Von wegen: reihenweise taffe Frauen. Zum Start von »Kill Bill: The Whole Bloody Affair« würdigt Maxi Braun Quentin Tarantinos feministische Seite.
Blogeintrag
Ob als Historiendrama mit Sandra Hüller oder Dokumentarfilm über einen versuchten Femizid – die Berlinale richtet ihren Blick auf Gender-Rollen und strukturelle Gewalt.
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Die malaysische Schauspielerin Michelle Yeoh erhält auf der Berlinale den Goldenen Ehrenbären. Mit über 60 Jahren vollführt die Alleskönnerin noch immer ihre eigenen Stunts und füllt auch psychologisch anspruchsvolle Rollen mit Distinguiertheit, Disziplin und innerer Ruhe.
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Ferien, Wasser, like ice in the sunshine – die eine Seite des Sommers. Die andere hatte schon vor der Klimakrise eine große Tradition im Hollywoodkino. Hitze in urbanen Zentren wirkt als Katalysator der Handlung, ist Metapher für gesellschaftliche Spannungen und ein beliebter Vorwand, mehr oder minder nackte Frauen zu zeigen.
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Meldung
Filme aus Afrika werden sichtbarer, auf Festivals, im Kino. Das liegt auch am wachsenden Selbstbewusstsein der Regisseure und Regisseurinnen. Fradique Bastos, Kurator in Köln, über ein Kino, das seine eigenen Geschichten erzählt – und sich nicht mehr erklären muss.
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In ihrer Heimat Iran war Zar Amir Ebrahimi schon ein TV-Star, als ein Sextape-Skandal ihre Karriere beendete. Sie floh nach Paris, fing von vorn an, baute sich eine neue Karriere auf und ist heute international erfolgreich: als Schauspielerin, Produzentin und jetzt mit »Tatami« auch als Regisseurin.
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Zu dünn, zu dick, zu cool, zu schüchtern... und dann auch noch schlecht gelaunt. Junge Schauspielerinnen können nichts richtig machen.
Thema
Als Rapper Käptn Peng hat er eine enthusiastische Fangemeinde. Als Schauspieler überzeugt er durch gekonntes Underplaying. Jetzt kommt die erste Regiearbeit von Robert Gwisdek ins Kino.



