Frank Arnold

Filmkritiken von Frank Arnold

Eine junge Sudanesin, vor dem Bürgerkrieg geflüchtet, versucht in Kairo, mit Stundenjobs als Pflege- und Reinigungskraft über die Runden zu kommen. Die Gleichförmigkeit ihres Arbeitsalltags und ihre weitgehende Isolation werden durch kriminelle Verwicklungen ebenso wie durch ein Abgleiten in surreale Tagträume aufgebrochen. Eindrucksvolles Regiedebüt.
Die Suche nach einem verlorenen Familienschatz entwickelt sich für einen Kleinkriminellen zu einer Odyssee durch Limburg, bei der er wiederholt mit kriminellen und bizarren Figuren aneinandergerät. Tragikomödie, deren oft opernhafte Überhöhungen fast ebenso gewöhnungsbedürftig sind wie die fortwährend aus dem Off raunende Frauenstimme, die die göttliche Fügung des Ganzen betont.
In der Fortsetzung von »Zoomania« (2016) muss sich das ungleiche Ermittlerduo aus der ehrgeizigen Häsin Judy Hopps und dem großstadtgewandten, ehemals kleinkriminellen Fuchs Nick Wilde bewähren und eine Verschwörung entlarven, die alle Reptilien diskriminiert. Zwischen routiniert-einfallsreichen Verfolgungsjagden bietet der Film viele hinreißende Momentaufnahmen, die erneut aus den unterschiedlichen Größenverhältnissen der hier friedlich zusammenlebenden Tiere erwachsen.
Zur Feier ihrer einjährigen Beziehung besuchen Liz und Malcolm das Haus seiner Kindheit, wo Liz alsbald von unheimlichen Erscheinungen heimgesucht wird. Sind es nur ihre Einbildungen oder birgt das Haus ein düsteres Familiengeheimnis? Horrorfilm, der seine Spannung sorgsam aufbaut und auf krasse Effekte verzichten kann.
In einer nahen Zukunft, in der ein Megakonzern die gesellschaftlichen Fäden zieht, werden die Menschen mit Spielshows unterhalten, deren erfolgreichste aus einer Menschenjagd besteht. Bei allen realistischen Zügen ist diese Neuverfilmung von Stephen Kings Roman dem Briten Edgar Wright leider ziemlich plakativ geraten.
Zerstörung einer Familie: Die neue Freundin des Sohnes erweist sich als antidemokratische Vordenkerin, deren Manifest zum Bestseller wird, während die USA sich zum Einparteiensystem entwickeln. Den erschreckenden Prozess fängt das englischsprachige Debüt des Polen Jan Komasa als eindringliches Lehrstück ein, ohne thesenhaft zu werden.
Puppenanimationsfilm für Erwachsene, der am Ende des Zweiten Weltkriegs beginnt und eine Handvoll Menschen in einem verlassenen Hotel zu Gefangenen des Ortes und der Zeit macht. In fünfundzwanzigjähriger Arbeit entstandenes Bastelwerk, das den altmodischen Charakter der Figuren mit einer Fülle an originellen Details verknüpft.
Ein Animationsfilm, der seine Ausgangsidee bei »Frankenstein« nimmt, allerdings kaum gruselig ist, sondern komödiantische Aspekte ins Zentrum rückt. Das nimmt der Botschaft vom Akzeptieren des Andersartigen einiges von ihrer Kraft.
Nach dem Kontakt mit einer hochgiftigen Flüssigkeit am Arbeitsplatz mutiert eine Reinigungskraft zu einem Monster, das zwischen der Rache an seinen Peinigern und seinem Status als Volksheld einen Weg finden muss. Der Reboot der populärsten Figur aus dem filmischen Universum der Firma Troma, die in den achtziger Jahren mit ihrer Mischung aus Humor und Splatter populär wurde, bringt das Schräge mit der Ernsthaftigkeit nicht immer zusammen, bietet aber kurzweilige Unterhaltung für Genrefans.
Im (vermutlich) abschließenden dritten Kinofilm, der sich an die erfolgreiche Fernsehserie anschließt, wird endgültig Abschied genommen, sowohl bei den adligen Bewohnern von Downton Abbey als auch bei der Dienerschaft. Weniger dramatisch als die vorangegangenen Filme, besitzt dieses Stück einen hohen Wiedererkennungswert für damit vertraute Zuschauer, dürfte für Neulinge durch die Vielzahl der Figuren allerdings eine Herausforderung darstellen.

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