Frank Arnold
Filmkritiken von Frank Arnold
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Zerstörung einer Familie: Die neue Freundin des Sohnes erweist sich als antidemokratische Vordenkerin, deren Manifest zum Bestseller wird, während die USA sich zum Einparteiensystem entwickeln. Den erschreckenden Prozess fängt das englischsprachige Debüt des Polen Jan Komasa als eindringliches Lehrstück ein, ohne thesenhaft zu werden.
Puppenanimationsfilm für Erwachsene, der am Ende des Zweiten Weltkriegs beginnt und eine Handvoll Menschen in einem verlassenen Hotel zu Gefangenen des Ortes und der Zeit macht. In fünfundzwanzigjähriger Arbeit entstandenes Bastelwerk, das den altmodischen Charakter der Figuren mit einer Fülle an originellen Details verknüpft.
Ein Animationsfilm, der seine Ausgangsidee bei »Frankenstein« nimmt, allerdings kaum gruselig ist, sondern komödiantische Aspekte ins Zentrum rückt. Das nimmt der Botschaft vom Akzeptieren des Andersartigen einiges von ihrer Kraft.
Nach dem Kontakt mit einer hochgiftigen Flüssigkeit am Arbeitsplatz mutiert eine Reinigungskraft zu einem Monster, das zwischen der Rache an seinen Peinigern und seinem Status als Volksheld einen Weg finden muss. Der Reboot der populärsten Figur aus dem filmischen Universum der Firma Troma, die in den achtziger Jahren mit ihrer Mischung aus Humor und Splatter populär wurde, bringt das Schräge mit der Ernsthaftigkeit nicht immer zusammen, bietet aber kurzweilige Unterhaltung für Genrefans.
Im (vermutlich) abschließenden dritten Kinofilm, der sich an die erfolgreiche Fernsehserie anschließt, wird endgültig Abschied genommen, sowohl bei den adligen Bewohnern von Downton Abbey als auch bei der Dienerschaft. Weniger dramatisch als die vorangegangenen Filme, besitzt dieses Stück einen hohen Wiedererkennungswert für damit vertraute Zuschauer, dürfte für Neulinge durch die Vielzahl der Figuren allerdings eine Herausforderung darstellen.
Eine junge Frau, die als Stierkämpferin männliches Territorium betritt, bemerkt nach einem Blackout körperliche Veränderungen. Von der Gattung her ein »Rape & Revenge Movie«, verzichtet der Film auf krasse Szenen und setzt auf die eindrucksvolle Landschaft und »Präsenz« der Stiere.
Sind die Prinzipien, die die Vereinten Nationen vor 40 Jahren proklamierten, noch etwas wert? Der deutsch-schweizerische Dokumentarist David Bernet stellt die Frage nach der Hilfe für Geflüchtete neu. Ein berechtigter Appell, darüber nachzudenken, wie Solidarität heute aussehen sollte.
Ein langjähriges Paar (Dave Franco und Alison Brie) plant einen Neuanfang auf dem Lande, wo sich die Spannungen zwischen beiden allerdings noch steigern. Origineller Horrorfilm, der geschickt Body Horror mit der Anatomie einer Paarbeziehung verbindet.
Animationsfilm um ein rennbegeistertes Mädchen, das es schafft, beim Grand Prix einen verletzten Fahrer zu vertreten. Ein weitgehend unoriginelles Drehbuch und stereotype Hauptfiguren kennzeichnen den Film, mit dem die Betreiber des Freizeitparks in Rust ihr fünfzigjähriges Jubiläum feiern.
Der mittlerweile fünfte Animationsfilm um die blauen Wesen mit ihren weißen Zipfelmützen, 1958 von dem belgischen Zeichner Peyrou erdacht, zeigt sie erneut auf einer Mission in die Außenwelt, wo sie verhindern müssen, dass ihr Erzfeind, der böse Magier Gargamel (verstärkt von seinem Bruder Razamel) die Weltherrschaft an sich reißt. Mit dem No Name Schlumpf als interessantem Protagonisten balanciert der Film zwischen Figurencharakterisierung und Actionszenen, weiß aber nicht so recht, ob sein Humor eher für Kinder oder für Erwachsene geeignet ist.
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