Frank Arnold
Filmkritiken von Frank Arnold
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Der elfjährige Einzelgänger Elio, der davon träumt, von Aliens entführt zu werden, sieht eines Nachts seinen Wunsch erfüllt – sich aber auch vor neue Herausforderungen gestellt. Der neue Pixar-Film ist ein weiteres Plädoyer für Außenseiter, in der Beschwörung der Utopie eines friedlichen Zusammenlebens höchst aktuell.
Die Chance, Emil Steinberger für ein jüngeres Publikum interessant zu machen, nutzt die Dokumentation leider nicht, sie verlässt sich auf Emils ikonischen Status und rollt dessen Karriere chronologisch auf. Das kann man sich gut ansehen, weil Emil so sympathisch herüberkommt.
Faszinierender Dokumentarfilm über das Naturhistorische Museum in Wien, dessen Bestand mehr als 30 Millionen Objekte umfasst. Die Besonderheit der Institution bringt der Filmtitel zum Ausdruck, die Grundlagenerforschung der Vergangenheit bietet Hinweise für die Zukunft von Lebewesen und Natur. Demgegenüber wird Problematisches der Vergangenheit wie rassistische Schädelvermessungen und geraubte Objekte nur angerissen.
Während eines Gipfeltreffens der G7-Staaten sehen sich die Politiker in der Umgebung eines deutschen Schlosses plötzlich alleingelassen und mit mysteriösen Geschehnissen konfrontiert. Der neue Film von Guy Maddin vermag den Zuschauer auf heilsame Weise zu irritieren.
G. W. Pabst wird in dieser Doku durch die Aufzeichnungen seiner Ehefrau Trude und durch die Erzählungen seiner drei Enkelkinder als strenger Ehemann und Vater porträtiert – Familienbande als Last, die sich über mehrere Generationen auswirkt.
Dokumentarfilm über die vor 100 Jahren geborene Hildegard Knef, in dessen Mittelpunkt ihre Karriere als öffentliche Person steht, die von ihr selber in Liedtexten, TV-Interviews und Auszügen aus ihren autobiografischen Büchern problematisiert wird.
Die Geschichte der künstlerischen Partnerschaft und Freundschaft zwischen dem Komponisten Michael Jary und dem Textdichter Bruno Balz erzählt nicht nur von der Wirkmächtigkeit populären Liedguts sondern auch von der Ambivalenz von Texten, die in einer Diktatur entstehen.
Während der Überführung eines Kronzeugen musss die verantwortliche Polizistin (Michelle Dockery) feststellen, dass der vermeintliche Pilot (Mark Wahlberg) der kleinen Propellermaschine in Wirklichkeit ein sadistischer Auftragskiller ist. Spannendes Thrillerkammerspiel um drei Personen in luftiger Höhe.
Eine Epidemie, die nur Reiche und Mächtige dahinrafft, zwingt eine gerade beförderte Managerin, ihren neugewonnenen Reichtum zu verbergen und schließlich das Land zu verlassen. Funktioniert die erste Hälfte des Films als bissige Satire, so bietet in der kontrastierenden zweiten Hälfte der Leidensweg der Flüchtenden zwar einige beklemmende Szenen, aber auch viel Redundanz.
Subtiler Thriller, der mit der Fantasie des Zuschauers arbeitet und diesen zunehmend weiteren Irritationen aussetzt, dies aber leider in den letzten Filmminuten ein Stück weit zurücknimmt.
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Oliver Masucci, 1968 in Stuttgart geboren, wuchs der Sohn eines Italieners und einer Deutschen in Bonn auf und feierte erste Erfolge in TV-Serien und besonders im Theater. Von 2009 bis 2016 war er festes Ensemblemitglied am Wiener Burgtheater. Einem breiten deutschen Publikum wurde er durch die Verkörperung von Adolf Hitler in David Wnendts Romanadaption »Er ist wieder da« (2015) bekannt, sein internationaler Durchbruch folgte 2017 mit der Netflix-Serie »Dark«. 2021 erhielt er für seine Verkörperung von Rainer Werner Fassbinder in Oska Roehlers Biopic »Enfant Terrible« den Deutschen Filmpreis.
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Mit 221 Filmen, davon 99 Weltpremieren, stellt das Festival von Locarno jeden Berichterstatter vor die Qual der Wahl, wenn einerseits erwartet wird, das Aushängeschild, den Internationalen Wettbewerb zu würdigen, andererseits in Nebensektionen Entdeckungen zu machen und das persönliche Hauptinteresse, die Retrospektive nicht zu vernachlässigen.
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Zum 85. Geburtstag von Bruce Beresford (16.8.2025): Das erste deutschsprachige Buch über würdigt den unterschätzten Regisseur.
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Buchvorstellung im Zeughauskino, Berlin, am Freitag, den 18.7. um 19 Uhr. Anschließend läuft Losanskys Komödie »Hut ab, wenn Du küsst!« (1971), die im Rahmen der diesjährigen Berlinale-Retrospektive zum deutschen Genrefilm der siebziger Jahre einem größeren Publikum bekannt wurde.
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Wenn der Kopf explodiert: David Cronenbergs »Scanners« in einer schönen Blu-ray-Edition mit zahlreichen Extras.
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Entdeckungen im Internationalen Programm: vier Filme, die einen deutschen Verleih verdient hätten.
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Was unter dem Acker lauert. Folk-Horror meets Familientragödie: »Starve Acre«.


