Frank Arnold

Filmkritiken von Frank Arnold

Im Land Rosas vertrauen die Einwohner ihre Wünsche ihrem König Magnifico an – doch mit deren Erfüllung sieht es schlecht aus. Dagegen rebelliert die junge Asha. Der 62. abendfüllende Animationsfilm aus dem Hause Disney markiert das hundertjährige Bestehen des Unternehmens und gefällt durch den Rückbezug auf Animationstechniken aus der Vor-Computerzeit.
Als eine Gruppe von Geflüchteten aus Syrien in einer nordostenglischen Kleinstadt einquartiert wird, kommt es zu Konflikten mit den Einwohnern, die Sündenböcke für jahrelang aufgestaute Wut finden. Ken Loachs vermutlich letzter Spielfilm.
Ein Schönheitswettbewerb für Frauen, die den Holocaust überlebt haben: was als abwegige Idee erscheint, gibt es in Israel wirklich, erdacht von einer Trauma-Therapeutin, die damit den Frauen helfen will, ihre Leidenserfahrungen für sich und andere zu bewahren. So eindrucksvoll die Schilderungen der drei Protagonistinnen sind, so vage bleibt doch die Darstellung der Veranstaltung.
Mischung aus Leidensgeschichte und Rachefantasie, die als Märchen einigermaßen funktioniert und in Caleb Landry Jones mit einem überzeugenden Hauptdarsteller aufwarten kann.
Dokumentarfilm über den deutschen Avantgarde- und Animationsfilmpionier Oskar Fischinger (1910-1967), In einem langen Interview, geführt 1993, gibt seine Witwe (und engste Mitarbeiterin) Elfriede Fischinger auf lebendige und persönliche Weise Auskunft über die Arbeit ihres Mannes, dessen kurze Filme abstrakte Formen mit Musik verbanden.
Die neugierige Maus Célestine und der brummelige Bär Ernest begeben sich in Ernests Heimatland Charabie, wo sie mit einer autoritären Ordnung konfrontiert werden. Bezaubernder Animationsfilm in pastellfarbenen Tönen, dessen Animation Raum für die Phantasie des Zuschauers lässt.
Erwachsenwerden und dem Lebensgefühl von vier Mädchen, bevor sie nach der Schule ihre eigenen Wege einschlagen. Eingebettet in eine Empowerment-Geschichte rund ums Skaten.
Porträt der Holländerin Tanja Nijmeijer, die sich als 24Jährige in Kolumbien den Guerillas der FARC anschloss, die seit 1964 den längsten Bürgerkrieg Lateinamerikas führte. Die Veröffentlichung von (selbst-)kritischen Aufzeichnungen, die die Armee 2007 erbeutet, macht sie zu einer Medienperson, über die viele Spekulationen kursieren. In diesem Film kann sie aus ihrer Sicht erzählen, bleibt bei einigen grundsätzlichen Fragen (wie der Zusammenarbeit der FARC mit Drogenkartellen) vage.
Aus den trostlosen Lebensumständen auf einer texanischen Farm 1918 flüchtet eine junge Frau in Kinoträume, in denen sie ein Star ist. Bei deren Verwirklichung wird sie sich von niemandem aufhalten lassen. Das Prequel zum letztjährigen Splatterfilm »X« ist trotz mehrerer drastischer Mordszenen eher das Drama einer Figur, intensiv verkörpert von Mia Goth, die hier auch als Co-Autorin fungiert.
Als Babs zu ihren neunten Geburtstag von ihrem gerade aus Amerika zurückgekehrten Großvater ein Ferkel bekommt, ist ihre Freude groß. Doch verbindet der Großvater mit seinem Geschenk vielleicht finstere Absichten? Der im Stop-Motion-Verfahren gedrehte Animationsfilm schafft es, in nur siebzig Minuten wichtige Fragen anzuschneiden und komplexe Figuren zu entwerfen.

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Seine kritische Haltung führte zum Aufführungsverbot seines später berühmten Films »Spur der Steine«. Die Frank-Beyer-Edition von Filmjuwelen würdigt das Gesamtwerk des DDR-Regisseurs.
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Mit »On the road to Hollywood« liegt jetzt ein Dokument zur deutsch-österreichischen Filmemigration vor. Der 1982 erstaufgeführte Film stammt von dem österreichischen Journalisten und Filmemacher Bernhard Frankfurter (1946-1999).
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Mit »Wild, schräg, blutig. Deutsche Genrefilme der 70er« wirft die Retrospektive der Berlinale einen kleinen Blick auf Vergessenes der deutschen Filmgeschichte.
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Carol Reeds Noir-Klassiker »Der dritte Mann« mit Orson Welles als zwielichtigem Schmuggler Harry Lime erscheint zum 75. Jubiläum in UHD mit reichlich Bonusmaterial.