Anke Sterneborg

Filmkritiken von Anke Sterneborg

Das Regiedebüt der Schauspielerin Jule Ronstedt ist ein Mix aus Bayernkrimi und Kulturclash-Komödie, den Lisa Maria Potthoff mit erdigem Charme und wohldosierter Wahrhaftigkeit vor dem Absturz in die Klischeehölle bewahrt: »Maria Mafiosi«
Nach schmerzlicher Trennung samt Sorgerechtsstreit wird die Enddreißigerin Jeanne (Audrey Dana auch als Autorin und Regisseurin) einer heilsamen Körpertausch-Schocktherapie unterzogen. Das Gemächt zwischen den Beinen eröffnet ihr die männliche Perspektive, was vor allem plakativ und gelegentlich auch ganz charmant wirkt: »Mein neues bestes Stück«
Flirrend zwischen diskreter Dokumentation und behutsamer Inszenierung erzählt Monja Art in ihrem Spielfilmdebüt »Siebzehn« von den Verwirrungen der Gefühle in einer Teenager-Schulklasse auf dem österreichischen Land
In seinem Spielfilmdebüt »Die Reste meines Lebens« macht Jens Wischnewski den Zuschauer zum Komplizen eines jungen Mannes, der die Puzzlesteine seines Lebens nach dem plötzlichen Tod seiner Frau neu sortieren muss
Die Kraft der Liebe zwischen einem afrikanischen König und einer weißen Londonerin als Motor politischer Umwälzungen: Amma Asante setzt als Regisseurin in »A United Kingdom« weniger auf die Wucht des Dramas als auf feine Emotionen
In seinem Filmdebüt »Una und Ray« erforscht der australische Theaterregisseur Benedict Andrews das Thema sexueller Missbrauch auf ergreifende und bestürzende Weise aus der Perspektive einer erwachsenen Frau, die ihre Verwundungen mit eiskalter Berechnung kaschiert
Ganz nah an der Realität und doch dramaturgisch verdichtet: »Tanna – Eine verbotene Liebe« ist zugleich eine ethnologische Dokumentation des Lebens eines ozeanischen Naturvolks und kunstvolle Erzählung eines Romeo-und-Julia-Dramas mit einem funkensprühenden Vulkan als natürlichem Spezialeffekt
In zwei gegenläufig verbundenen Fallgeschichten von Radikalisierung und Entradikalisierung junger Französinnen erforscht Marie-Castille Mention-Schaar die Mechanismen der IS-Rekrutierung ebenso einfühlsam wie eindringlich auf einem schmalen Grat zwischen Dokumentation und Fiktion: »Der Himmel wird warten«
Mit stoischer Zielstrebigkeit erkämpft sich eine Ukrainerin ihren Traum vom eigenen Frisiersalon. In seinem Spielfilmdebüt »Marija« destilliert Michael Koch das berührende Porträt einer Kämpferin aus einer sozialrealistischen Milieustudie im Dortmunder Migrantenkiez Nordstadt
Ein Junge, der auf einer Mars-Station geboren wurde, erlebt einen Kulturclash der besonderen Art als er auf der Suche nach seinem Vater und der Liebe die Wunder und Widrigkeiten des Erdenlebens für sich entdeckt. Peter Chelsoms neuer Film »Den Sternen so nah« ist zugleich warmherzige Komödie, Weltraumabenteuer und zarte Romanze

Weitere Inhalte zu Anke Sterneborg

Thema
Sie spielt oft Frauen, die viel wegstecken – und dann plötzlich Widerstand leisten. Wie jetzt in »Three Billboards Outside Ebbing, Missouri«. Anke Sterneborg porträtiert Frances McDormand
Thema
Ein Hauch von Transzendenz zum Jahreswechsel: Unsere Autoren stellen die sympathischsten und unterhaltsamsten Geister der Filmgeschichte vor
Thema
Unsere "steile These" des Monats November
Thema
Blockbuster von Indie-Regisseuren drehen zu lassen, ist nicht neu. Mit dem Neuseeländer Taika Waititi hat Marvel aber einen ganz Eigenwilligen an Bord geholt
Meldung
Mit der Ausstellung »Alles dreht sich . . . alles bewegt sich« widmet sich das Filmmuseum Potsdam den vielfältigen Wechselwirkungen zwischen dem Tanz und dem Kino
Tipp
Ein Cop kehrt zurück in die Heimat, kommt aus der tosenden Stadt Brüssel aufs ruhige Land. Peeters hat allerdings eine schwere Vergangenheit im Gepäck...
Thema
Noch nie gab es so viele ­Filme und Serien über Politikerinnen – man könnte denken, die Welt wird von Frauen regiert. Wird sie davon besser? Anke Sterneborg hat das Kleingedruckte in den Verträgen angeschaut
Thema
Er hat sich langsam ins Rampenlicht vorgearbeitet, über die Bühnen seiner Heimat Australien und das Fernsehen. Joel Edgerton hat in Blockbustern gespielt, aber auch in großartigen Filmen, die bei uns nur auf DVD herausgekommen sind. In diesem Monat ist er in dem Rassismusdrama »Loving« zu sehen
Meldung
Es ist unmöglich, bei der Berlinale alle Filme zu sehen, selbst bei manchen Sektionen ist das schwierig. 400 Filme zeigte die 67. Berlinale im Februar. Unsere Autoren stellen ihre Fundstücke aus den einzelnen Sektionen vor
Thema
Er ist einer der populärsten und vielseitigsten deutschen Schauspieler. Moritz Bleibtreu kann Gangster, Kiffer, Quatschköpfe, Charmeure. Und historische Figuren lässt er sehr modern wirken