Anke Sterneborg
Filmkritiken von Anke Sterneborg
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Nach 35 Jahren harmonischer Ehe erfährt Meredith, dass ihr Mann sie mit HIV angesteckt haben muss. Wie unter dem Brennglas beobachtet Christine Respond die von Barbara Auer gespielte Ehefrau, die ihr Leben neu ausrichten muss, mit einer noch immer stigmatisierten Krankheit und einem Mann, dem sie nicht mehr vertrauen kann: »Vakuum«
Statt Thelma und Louise sind es dieses Mal Mel und Franny auf einem vergnüglich rasanten Road Trip. Mit Witz und Verve beweisen sie unter der Regie von Karoline Herfurth, die dass sich auch Frauen auf vergnüglich freche Weise zu einem Buddy Movie zusammenraufen können: »Sweethearts«
Zwei Männer, ein italoamerikanischer Rausschmeißer und ein schwarzer Klassik- und Jazzpianist kommen sich in den zwei Monaten einer Konzertour durch den amerikanischen Süden näher. Mit dem Buddy-Roadmovie »Green Book« ist Peter Farrelly, hier ohne seinen Bruder Bobby auf dem Regiestuhl, den Flegeljahren entwachsen, vor allem auch dank grandioser Darsteller
Überraschend kehrt der 19-jährige Ben am Weihnachtsmorgen aus seinem Entzugsprogramm in die Familie zurück. »Ben Is Back« ist eine leise, zunehmend dramatische Studie über Koabhängigkeit, in der Julia Roberts und Lucas Hedges die rohen Gefühle ihrer Figuren fast ohne Worte vermitteln
In ihrem Kinodebüt macht Josie Rourke zusammen mit Saoirse Ronan und Margot Robbie die höfischen Intrigen des 16. Jahrhunderts zu einem Politthriller, der bis in die Amtszeiten von Maggie Thatcher und Angela Merkel hineinstrahlt: »Maria Stuart, Königin von Schottland«
In ihrem ersten englischsprachigen Film sympathisiert Haifaa Al-Mansour spürbar mit Mary Shelleys Kampf um Freiheit und Selbstverwirklichung, überlässt es aber weitgehend ihrer Hauptdarstellerin Elle Fanning, dieses Ringen zu vergegenwärtigen
In ihrem zweiten gemeinsamen Projekt »100 Dinge« verwandeln Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer den konsumkritischen Selbstversuch des Finnen Petri Luukkainen in eine hübsch gefällige Mainstream-Komödie, die niemandem wehtun will
Ein neues unwirtliches Kapitel der Exerzitien des Lars von Trier. Dieses Mal folgt er den Spuren eines Serienkillers, der seine hässlichen Taten als schöne Kunst zelebriert: »The House That Jack Built«
Zwei erwachsene Männer auf den Mofas ihrer Jugend: »25 km/h«, Markus Gollers zweite Verfilmung einer Zickler-Ziegenbalg-Vorlage, verbindet Melancholie und Leichtigkeit
Der Geschichte der Mondlandung nimmt Damien Chazelle das nationale Pathos. Zusammen mit Ryan Gosling in der Hauptrolle ringt er ihr neue, betörende und zutiefst menschliche Perspektiven ab: »Aufbruch zum Mond«
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Ein junges Mädchen mischt im späten 19. Jahrhundert ein Dorf in Kanada auf: Die Serie »Anne with an E«, Staffeln 1, 2 und 3, ist auf DVD erschienen
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Die Serie »Humans« reflektiert das Verhältnis von Menschen und Cyborgs. Nun sind alle drei Staffeln der zwischen 2015 und 2018 entstandenen Serie in einer Box erschienen
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Die deutsche Produktion »8 Zeugen« ist ein Krimi-Kammerspiel im »Rashomon«-Stil: Acht Perspektiven auf ein und dasselbe Geschehen ergeben nicht unbedingt ein kohärentes Bild
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Das erste Jahr der neuen Berlinale-Leitung Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek kann schon nicht einfach gewesen sein. Jetzt, da eigentlich ihre Konzeption zum Tragen kommen müsste, steckt Deutschland im Dauer-Lockdown. Wie geht ein großes Festival, das anders als Cannes und Venedig massenhaft Tickets verkauft, mit einer solchen Situation um? Anke Sterneborg sprach online mit Carlo Chatrian, dem künstlerischen Direktor der Berlinale
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