In der Sektion »Berlinale Kplus« hat die Kinderjury entgegen aller Bedenken genau den Film ausgezeichnet, der eine dramatische Familiensituation in außergewöhnliche Bilder packt un
Ulrich Sonnenschein

Dieses Jahr war kein gewöhnliches Berlinale-Jahr. Denn ein Jubiläum und ein neues Leitungsduo, das ist schon etwas besonderes. Sollte man das nicht irgendwie merken? Immerhin wurde ein zweiter Wettbewerb »Encounters« eingeführt, der einem experimentellen Kino Raum geben sollte, dass es in Berlin allerdings immer schon gab. Dieter Kosslicks Lieblingssektion des »kulinarischen Kinos« verschwand nahezu unbemerkt.

Silvia Hallensleben

Von den preisgekrönten Filmen habe ich keinen einzigen gesehen, von mir favorisierte haben keine Preise gewonnen. Deswegen wollte ich wenigstens heute nachmittag noch »Irradiés« über das Nach-Diktatur-Kambodscha von Rithy Panh im Berliner Festspielhaus angesehen. Der hat den Berliner Dokumentarfilmpreis des rbb bekommen, und in der Jury saß Gerd Kroske, dessen Urteil ich sehr schätze.

Sabine Horst

Mieses Karma in Berlin. Selten hatten die Filmfestspiele mit so vielen Widrigkeiten zu kämpfen. Die Gegend um den Berlinale-Palast: verödet. Der nach dem Festivalgründer benannte Preis: ausgesetzt wegen Enthüllungen über die Nazi-Vergangenheit Alfred Bauers. Jurypräsident Jeremy Irons: in der Diskussion wegen früherer frauenfeindlicher Äußerungen. Am Vorabend der Eröffnung: der Schock der rassistischen Morde in Hanau. Gegen Ende: Coronavirus ante portas. Man hätte sich günstigere Startbedingungen vorstellen können für das neue Leitungsduo Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek.

Silvia Hallensleben

Nach all dem Schreib- und Seh-Stress jetzt entspannte Kür. Sitze mit einigen anderen im ruhigem Arsenal-Foyer. Gerade – auf der Suche nach einem Ticket für morgen Abend ausführlich mit einer Mitarbeiterin über die Probleme der Informationsvermittlung zu Ticketbeständen und Programmen geredet. Auch dort große Unzufriedenheit über die Organisation. So gibt es zum Beispiel keine festen Zeiten, wann Ticketkontingente freigegeben werden. Und kann es sein, dass der von mir und vielen anderen so beklagte Wegfall der Programm-Raster von Kosslick wirklich vor allem als Sparmaßnahme gedacht war?

Robert De Niro: Hat er’s noch drauf?

»Die durch die Hölle gehen« (1978), »Wie ein wilder Stier« (1980), »Fesseln der Macht« (1981), »King of Comedy« (1982), »Hands of Stone« (2016), »The Comedian« (2016). Sechs Filme mit Robert De Niro, teilweise erstmals als Blu-ray

DVD-Tipp: »Fariña – Cocaine Coast«

Auf der Telekom-Plattform Magenta ist Fariña – Cocaine Coast zwar im letzten Jahr untergegangen, er ist aber ein weiteres Beispiel für den Aufstieg Spaniens zur internationalen »Serienmacht«

Gangsterserien: Schmutzige Realität

Es sind Geschichten von Tod, Gewalt und Macht – aber die Mafiaserien »Il Cacciatore«, »Gomorrha« und »4 Blocks« erzählen sie mit vehementer dokumentarischer Härte
Harald Mühlbeyer

Glaubt man, dass Gary Cooper ein feinfühliger Intellektueller ist, ein Poet der Worte? Man soll es auch gar nicht glauben. Man soll im ersten Drittel von »The Wedding Night« glauben, dass der Schriftsteller Tony Barrett, den Cooper hier gibt, nur so ein eitler Schreiberling ist, dem das Wichtigste im Leben Scotch ist; das Zweitwichtigste Eis. Einer, der keinerlei Gespür hat fürs wirkliche Leben, der oben im Wolkenkuckucksheim seine Romane zusammenkloppt und sich ansonsten fürs mondäne Leben interessiert. Wie auch seine Frau. 

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