Alexandra Seitz

Filmkritiken von Alexandra Seitz

Sommer an der Côte d'Azur. Zwei junge Mädchen aus bescheidenen Verhältnissen lernen zwei ältere reiche Herren kennen. »Ein leichtes Mädchen« ist ein Coming-of-Age-Film, der Leichtigkeit antäuscht und im Profunden landet
Die sechste Verfilmung der Provinzkrimis rund um Franz Eberhofer ist eine beeindruckend konsequente Feier gehobenen Blödsinns: »Leberkäsjunkie«
Woody, Buzz und die Spielzeugtruppe bekommen mit dem selbstgebastelten Forky einen Neuzugang, dessen störrisches Treiben existenzielle Fragen aufwirft. »Toy Story 4« ist eine Fortsetzung, die eigentlich keiner gebraucht hat, die man jedoch nun, da sie da ist, nicht mehr missen will – komisch, tiefgründig, turbulent und großherzig
Ein Fremder kommt in eine Stadt und räumt gründlich auf: Die Story kennt man aus zahllosen Western, hier aber dient sie einer bitteren Kritik am gesellschaftspolitischen Stillstand im Post-Apartheid-Südafrika
Ein reicher Russe will seine Villa auf die Wiener Schwedenbrücke bauen und findet bald genügend interessierte Windbeutel, die die Hände aufhalten. Die aberwitzige Idee dieser wilden Komödie wurde mittlerweile von der Realität sogar noch überholt – was ihr, wenn sie nicht grade mal wieder ins Albern-Derbe ausbricht, die Schärfe einer Politsatire verleiht: »Kaviar«
Eine Charakterstudie, die sich zu einem Thriller entwickelt, oder ein Thriller, der von sozialen Verhältnissen erzählt? Wahrscheinlich beides zugleich und noch mehr; »Burning« ist das Wunderwerk eines chamäleongleich in vielen Facetten schillernden Films, der selbst mehrfaches Sehen dankt
An Bord eines Raumschiffes werden übergriffige Experimente durchgeführt, die die Überlebenden vor komplizierte Fragen stellen und dem Publikum schwer zu denken geben. Claire Denis erobert mit ihrem ungewöhnlichen Vertreter eines traditionsreichen Genres reizvolles Neuland: »High Life«
Klassische Märchengeschichte – Prinzessin verliebt sich in Bürgerlichen, Schwierigkeiten folgen auf dem Fuße, ein magisches Wesen muss helfen – trifft auf humorvollen Regisseur mit einem Händchen fürs Spektakel. Das Resultat ist eine unbekümmert farbenfroh exaltierte Fabel, die den Zauber zurück ins Morgenland bringt und das Publikum zum Schwelgen
Richard Billingham macht aus der Not eine Tugend, indem er die erbärmlichen Umstände, die sein und seines Bruders Aufwachsen bestimmten, künstlerisch fruchtbar werden lässt. Zunächst in Gestalt seiner mittlerweile berühmt gewordenen Fotografien, nun in Form dieses Debütfilms. Die titelgebenden Protagonisten Ray & Liz sind zwar Billinghams Eltern, sein emotionales Zentrum aber ist die Einsamkeit des vernachlässigten kleinen Bruders Jason
Ein lustig-schwungvoller Abenteuerfilm, in dem Kinder zu Tafelrittern werden und die schöne Tugend der Ritterlichkeit und Erwachsene die politische Metapher entdecken können: Das chaosumtoste Herausstolpern des Vereinigten Königreiches aus der EU ist allgegenwärtig, während Alex und seine Getreuen mit der bösen Fee Morgana um die Zukunft der Insel kämpfen: »Wenn du König wärst«

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Simon Schwarz kennt man vor allem aus Nebenrollen, an der Seite von Josef Hader in den ­Brenner-Verfilmungen oder an der Seite von Sebastian Bezzel in der Provinzkrimireihe von Rita Falk, aber die füllt er meist mit so viel Begeisterung aus, dass man ihm mehr Hauptrollen wünscht
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Das ­Festival war ein überzeu­gendes ­Plädoyer fürs ­Hinschauen
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