Kiss the Cook: So schmeckt das Leben

Ein geschasster Starkoch eröffnet einen Foodtruck und reist mit seinem Sohn durch halb Amerika. Nach einem amüsanten und pointierten Beginn verwässert der Film zu einer banalen Vater-Sohn-Geschichte. Die guten Ideen bleiben in Ansätzen stecken

Kind 44

Daniel Espinosa verzettelt sich gehörig mit seiner Verfilmung des preisgekrönten Kriminalromans von Tom Rob Smith. Tom Hardy spielt den MGB-Agenten Leo Demidov, der in der UdSSR der 50er Jahre einem Serienkiller auf der Spur ist, während er selbst vor stalinistischer Verfolgung fliehen muss

Giraffada

Eine Giraffe hat die Übersicht, aber das ist nur eine schlichte Metapher für die Menschen im gebeutelten Grenzort der Westbank. Sich für Giraffen einzusetzen, ist politisch folgenlos, erzählt aber viel über die andauernden Auseinandersetzungen im Israel-Palästina-Konflikt

Ein Junge namens Titli

In seinem Noir-Drama erzählt der indische Regisseur Kanu Behl von einem jungen Mann, der aus dem Elend und der Gewalt der Slums in ein anderes Leben ausbrechen will. Als Gesellschaftsporträt interessant, zeichnet der raue, weitgehend trostlose Film die meisten Charaktere zu ungenau, um wirklich zu berühren

Die Maisinsel

Der georgische Regisseur George Ovashvili hat ein Naturphänomen aus seiner Heimat zu einer Filmparabel verarbeitet, die vom Werden und Vergehen menschlichen Strebens erzählt. Ein kleines Meisterwerk, das auf mehreren Ebenen lesbar ist

Die Mafia mordet nur im Sommer

Der italienische Satiriker Pierfrancesco Diliberto vermischt in seinen semi-biografischen Erinnerungen an die Hochphase der Mafia-Morde Fiktion und Fakten und liefert einen intelligent zugespitzen Kommentar auf die sizilianische Gesellschaft aus einer kindlichen Perspektive

Die Lügen der Sieger

Christoph Hochhäuslers vierter Kinofilm nähert sich unserer alltäglichen Wirklichkeit mit den Mitteln des Politthrillers und entwirft dabei das Bild einer Welt, in der jeder Beobachter und Beobachteter ist

Die Liebe seines Lebens

Drama über die Bewältigung traumatischer Erlebnisse eines Briten in japanischer Kriegsgefangenschaft. Der komplexe Prozess der Traumabewältigung wird hier in vorformatierte Erzählstränge gepresst und auf sehr ungelenke Weise mit einer romantischen Liebesgeschichte gekreuzt

Die Frau in Gold

Die wahre Geschichte der Holocaust-Überlebenden Maria Altmann, die den Staat Österreich auf Rückgabe geraubter Gemälde verklagte, erzählt der Film ebenso schlicht wie überemotional, ganz auf Identifikation setzend, wozu leider auch die klischeehafte Darstellung der Protagonistin durch Helen Mirren gehört

Der Letzte der Ungerechten

Nach »Sobibor, 14. Oktober 1943, 16 Uhr« und »Ein Lebender geht vorbei« die dritte Auskoppelung aus den Interviews, die Lanzmann für »Shoah« geführt hat. Es geht um die Frage der schuldhaften Verstrickung der jüdischen Offiziellen am Beispiel des Theresienstadt-Überlebenden Benjamin Murmelstein. Der Film zeigt, dass angesichts der systematischen Vernichtung von Millionen von Menschen Fragen der Moral auch unauflösbare Widersprüche nach sich ziehen

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