Ulrich Sonnenschein

Filmkritiken von Ulrich Sonnenschein

Ein Film zwischen allen Genres, weder dokumentarisch, noch reiner Spielfilm: Ein Film, der niemanden belehren oder warnen will und von den eigenen Fehlern erzählt
Vordergründig ein Beziehungsdrama vor malerischer Inselkulisse, auf den zweiten Blick eine interessante Studie über eigene und fremde Peinlichkeiten, die einerseits absichtsvoll inszeniert werden, den Protagonisten anderseits unterlaufen: »La Palma«
Ein betont ruhiger Urlaubsfilm der etwas anderen Art: Gekonnt mischt Carolina Hellsgård (die mit »Endzeit« einen der besten deutschen Genrefilme der letzten Jahre drehte) Familienszenen, Momente eines Reifeprozesses und die Flüchtlingsfrage in einen Film, der keine Lösungen bereithält, aber die großen Fragen ganz lakonisch stellt
In seiner formale Vielfalt zeigt Anna Hepps Dokumentation »800 Mal einsam« über die filmische Ästhetik von Edgar Reitz weit mehr als nur die Ansichten eines Mitbegründers des neuen deutschen Kinos
Dokumentarfilm über den Versuch, endlich etwas zu machen. Denn aktiver Umweltschutz beginnt beim Einzelnen. In ihrem Film »Anders essen« zeigen Kurt Langbein und Andrea Ernst, was an unserer Ernährung falsch läuft und wie es gelingen kann, individuelle Essgewohnheiten zu ändern
Fast dokumentarisch anmutender Spielfilm über die Verhaftung und Verurteilung zweier Norweger im Kongo. Die Uneindeutigkeit des Verbrechens übernimmt Regisseur Marius Holst in die Inszenierung und lässt den Zweifel bestehen. Die Empörung aber ist gleichermaßen groß
Ein weltumspannender Dokumentarfilm, der der Frage nachgeht, warum wir dem Alkohol so verfallen sind. Andreas Pichler lässt die eigene Familiengeschichte hinter sich, einzig um unmissverständlich festzustellen, dass Alkohol eine gefährliche und letztlich tödliche Droge ist
Ein Dokumentarfilm, der mit besonderer Aufnahmetechnik das Wasser zur Hauptfigur macht und es sprechen lässt, ohne viel zu sagen. Hier werden Bilder zur persönlichen Erfahrung: »Aquarela«
In raffinierten Zeitschleifen erzählte Geschichte um einen Schicksalsschlag und eine ideale Beziehung jenseits aller Klischees. Und ganz nebenbei auch ein Spiel mit dem Verlauf der Lebenszeit: »Mein Ende. Dein Anfang.«
Dokumentarfilm über das Leben des großen Bandoneon-Spielers und Tangorevolutionärs. In der Aufarbeitung seines großartigen Materials geht »Astor Piazzolla – The Years of the Shark« leider zu vage vor

Weitere Inhalte zu Ulrich Sonnenschein

Blogeintrag
Dieses Jahr war kein gewöhnliches Berlinale-Jahr. Denn ein Jubiläum und ein neues Leitungsduo, das ist schon etwas besonderes. Sollte man das nicht irgendwie merken?
Blogeintrag
Nicht nur die Filme von Abbas Kiarostami oder Jafar Panahi prägen den Ruf, den der Iran als Filmland trotz Zensur und drastischer Drangsalierung von Filmemachern immer noch hat, sondern auch die von Palais ehemaligem Mitarbeiter Mohammad Rasoulof.
Blogeintrag
Schlicht »Days« heißt der Film von Tsai Ming-Liang der nichts weiter will, als einen begrenzten Zeitraum für das Kino zu öffnen. Dieser umfasst dabei nicht mehr als zwei Tage und eine Nacht.
Blogeintrag
Der afrikanische Drogendealer Francis in Burhan Qurbanis Version des Stoffes, der ihn für die Gegenwart tauglich machen will, wirft vor allem eine Frage auf: Warum mußte er Döblin bemühen, um das schmerzhafte Schicksal eines afrikanischen Flüchtlings zu erzählen, dem die Motive aus dem Roman der zwanziger Jahre eher im Weg stehen als nützen.
Blogeintrag
Das wirklich feministische Kino fasziniert beide Geschlechter. In ihrem Film »Never rarely sometimes always« erzählt die Amerikanerin Eliza Hittman von zwei jungen Mädchen, die aus dem ländlichen Pennsylvania nach New York aufbrechen, um mit einer ungewollten Schwangerschaft zurechtzukommen, von der die konservative Familie nichts erfahren darf.
Blogeintrag
Das Personal in »Effacer l'historique« ist einem merkwürdig selbstverschuldeten Präkariat entnommen, das sich selbst noch als Mittelschicht wahrnimmt, aber völlig verschuldet nicht mehr davon profitieren kann.
Blogeintrag
Es ist ein Film der Gesichter. Schon die Eröffnungsszene ist eine grandiose Nahaufnahme, die viel verspricht, was der Film später einlösen wird. Stumm blicken Paula Beer als Undine und Jacob Matschenz einander an und man weiß sofort, dass hier etwas zu Ende geht. Eine Liebe stirbt und damit auch die Zukunft des Paares.
Blogeintrag
Ich weiß nicht, warum man extrem kritisch wird, wenn Filme versuchen, den deutschen Faschismus zu thematisieren. Dann jedenfalls ist jede Ironie entweder zu zahnlos oder zu bitter, jede Handlung entweder zu banal oder zu abstrakt, jede Figurenkonstellation entweder zu oberflächlich oder zu klischeehaft. Bei Vadim Perelmans Film »Persian Lessons« stimmten allenfalls die Steinbruchszenen nicht.
Blogeintrag
Giorgio Diritti schickt nun mit »Hidden Away« einen Film in  den Wettbewerb, der das Leben des italienischen Künstlers Antonio Ligabue erzählt, der hier kaum jemandem bekannt ist
Blogeintrag
Ich hör sie schon wieder, die Kollegen, nach der Eröffnung mit Philippe Falardeaus Romenverfilmung »My Salinger Year«. Zu seicht, zu gefällig, zu unpolitisch und vor allem: zu wenig berlinalemäßig