Ulrich Sonnenschein

Filmkritiken von Ulrich Sonnenschein

Ein Film, der anders sein will – und sich tatsächlich souverän jedem Geschmacksurteil entzieht. »Das melancholische Mädchen« ist ein extrem künstlerisches Experiment mit künstlichen Räumen und Figuren
Eine weitere Folge der Serie aus dem Sonderdezernat Q für ungelöste Fälle. Carl Mørck und sein Assistent Assad lösen routiniert und ohne Überraschungen einen alten Mordfall. Der allerdings hat brennende gesellschaftliche Relevanz
Magisch buntes Kinodebüt von Xaver Böhm, das den Schauplatz Berlin im Angesicht des Todes als neoromantische Bilderwelt vorführt, dabei aber etwas zu wenig auf seine Geschichte achtet
Henbrika Kull erzählt in ihrem Abschlussfilm die Geschichte einer Liebe über Gefängnismauern hinweg. In seinem dokumentarischen Stil aber bleibt »Jibril« etwas zu ausschnitthaft
Kevin Kölsch und Dennis Widmyer haben all ihre Horrorfilm-Erfahrungen eingebracht und aus dem alten einen mäßig aufpolierten neuen Film gemacht
Böse Gruppenmechanik: Jürgen Vogel als Lehrer, der statt über »Anarchie« zur Lektion über »Autokratie« verdonnert wird und dabei ein Experiment mit unabsehbaren Folgen beginnt
Es ist erstaunlich, wie viele unentdeckte Orte grenzenloser Gewinnsucht es noch gibt, an denen sich niemand Gedanken über die Umwelt macht. Einer dieser Orte ist Fort McMurray in Kanada. Dort wird aus dem Sand der Landschaft Öl gewonnen. Wie, das zeigt dieser nicht nur inhaltlich ganz besondere Film: »Dark Eden«
Interessantes Kinodebüt über einen jungen Mann, der sich in seinem Zimmer einschließt und so der Welt zu entrinnen versucht. Eine weitere, ebenso überzeugende Variante des japanischen Hikikomori-Phänomens, das Jugendliche bezeichnet, die sich aus Gründen von Stress und Überforderung von der Gesellschaft zurückziehen: »Goliath96«
Essayfilm, der sich zwar äußerst interessanten Themen zuwendet, aber keine wirklichen Bilder dafür findet. Vielleicht ist dies eine neue ästhetische Form des Nachdenkens, vielleicht aber auch die Grenze des Kinos
Erstaunliches Dokument einer radikal islamischen Familie in Syrien. Vor allem in der Art, wie Gewalt und Religion auch für die Kleinsten schon verbunden werden, ist dieser Film erschütternd. Kaum jemandem ist es gelungen, so nah an seine überaus gefährlichen Protagonisten heranzukommen: »Of Fathers and Sons«

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Am letzten Tag des Wettbewerbs kommt ein Film, der noch einmal überrascht: »So long, my son« von Wang Xiaoshuai
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Es gibt sicher noch mehr, aber zumindest drei Filme sind mir aufgefallen, die einen wie auch immer gearteten Islam als mögliches Heilsversprechen zum Thema haben. Zuerst mal »L'Adieu à la nuit – Abschied an die Nacht« von Altmeister André Techiné
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Manchmal gelingt es, aus einem guten Kurzfilm einen überzeugenden Langfilm zu machen. »Skin«, die erste US-amerikanische Produktion des israelischen Filmemachers Guy Nattev, überzeugte im Panorama
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Eine Berlinale der Frauen nannte Dieter Kosslik seine letzten Filmfestspiele, und das bezog sich nicht nur auf die Retrospektive, die sich ja auf Frauenfilme aus den Jahren 1968 – 99 konzentriert
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Schon im Vorfeld war Fatih Akin der Star der deutschen Wettbewerbsbeiträge. Er ist der einzige Preisträger in diesem Jahrhundert, sein Film »Gegen die Wand« gewann 2004 den goldenen Bären. Mit Spannung wartete man also auf den Einlass zu Akins neuem Film »Der goldene Handschuh«
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Manchmal übersieht man sie, die kleinen Perlen der Berlinale, wie zum Beispiel Seamus Murphys Dokumentarfilm »A Dog Called Money« im Panorama. Hier zeigt der irische Fotograf und Filmemacher wie ein experimentelles Pop-Album entsteht
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Vorweg, es ist sicher kein Meisterwerk, aber es haben schon weitaus schlechtere Filme die Berlinale eröffnet als Lone Scherfigs »The Kindness of Strangers«
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Ganz stark startete der deutsche Film in den Wettbewerb der diesjährigen Berlinale mit »Systemsprenger«, dem Kinodebüt von Nora Fingscheidt
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Dass alle deutschen Film leer ausgingen, ist nicht nur erstaunlich, es ist grundfalsch. Christian Petzolds »Transit« ist überaus gelungen und Thomas Stubers »In den Gängen«, der in einem Großmarkt spielt, tatsächlich innovativ
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Mit »Eldorado« hat der Schweizer Filmemacher Markus Imhoof einen Dokumentarfilm über das Leid der Flüchtlinge in Italien im Wettbewerb zeigen können