Ulrich Sonnenschein

Filmkritiken von Ulrich Sonnenschein

Ambitionierter, vielleicht überambitionierter Film über eine traumatisierende Jugend und den Versuch der Aufarbeitung durch Stand-Up-Comedy.
Dass man auch ohne Geld spannende, relevante Filme machen kann, zeigt Dietrich Brüggemann mit seinem kleinen Beziehungsdrama inmitten der medialen Unterhaltungsindustrie.
Demenzdrama der anderen Art, denn hier wird nicht die Krankheit in den Vordergrund gestellt, sondern eine ungeahnte Form der (Wieder-)Annäherung. Die klassischen Symptome aber bleiben nicht außer Acht.
Dokumentation eines Sängers, der viel zu früh starb, um der Kraft seiner Stimme auch die gebührende Beachtung zu verschaffen. Das holt der Film auf wunderbare Weise nach.
Die Geschichte einer unmöglichen Liebe zwischen einer tauben Frau und einem blinden Mann. Einfühlsam und glaubwürdig erzählt in einem ungewöhnlichem Spielfilmdebüt.
Wenn Kinder gehen, werden Eltern alt. Eine etwas zu einfache Geschichte, die niemandem wehtut und niemanden aufschrecken wird. Zu schön und zu wohlgefällig ist die Welt um diese kleine Familie herum.
Einfühlsame und visuell beeindruckende Coming-of-Age-Geschichte über eine Gruppe Jugendlicher, die in den hohen Norden Norwegens gehen, um das Hundeschlittenfahren zu erlernen, und dabei auf einzigartige Weise zu sich selbst finden.
Persönliches und Öffentliches, Intimes und Perverses aus Rosa von Praunheims Gedankenwelt durchdringen einander zu einem Film zwischen erotischer Fantasie, Erzählung und Dokumentation in dem für ihn typischen rotzigen No-Budget-Stil.
In seinem hautnahen Porträt einer 38-jährigen Krebspatientin im Hospiz zeigt Regisseur Benjamin Kramme, dass es keine richtige Zeit zum Sterben gibt und man immer versuchen muss, mit dem Leben selbstbewusst abzuschließen.
Ein Liebesfilm für Kinder ist im Kino selten. Die Gefühle des zwölfjährigen Karl werden tatsächlich im Bild festgehalten und nicht zerredet. Das ist eine große Leistung.

Weitere Inhalte zu Ulrich Sonnenschein

Thema
Der junge deutsche Film bezieht Stellung in Gegenwartsfragen. Sagt die Autorin Jenni Zylka, die gerade die Leitung der Berlinale-Sektion Perspektive Deutsches Kino übernommen hat.
Tipp
»Im Tiefenrausch. Film unter Wasser«, die neue Ausstellung des DFF, Deutsches Filminstitut und Filmmuseum, ist ein sinnliches Erlebnis.
Tipp
Andrew Dominik hat nach »One More Time With Feeling« einen weiteren Film mit und über Nick Cave gedreht. »This Much I Know to Be True« macht noch einmal auf besondere Weise deutlich, was die Quellen für Caves Musik sind.
Tipp
In der finalen vierten Staffel von »Ozark« nimmt das Gewaltniveau noch einmal zu. Marty Byrde (Jason Bateman) und seine Familie können immer noch alles verlieren, was sie sich aufgebaut haben.
Meldung
Der Wettbewerb des 43. Filmfestivals Max Ophüls Preis in Saarbrücken, das hybrid und dezentral organisiert war, schwächelte etwas. Für Ausgleich sorgten die erfindungsreichen Dokumentarfilme.
Blogeintrag
Corona bestimmt die Berlinale. Impfungen, tägliche Tests und Masken in allen Vorstellungen. Man gibt sich redliche Mühe einen internationalen Hotspot zu vermeiden und ist damit, zumindest was das Sicherheitsgefühl angeht, erfolgreich. Aber auch inhaltlich macht sich Corona bemerkbar.
Tipp
»The Harder They Fall«: ein Western, der den schwarzen Cowboys jenen Platz in der Filmgeschichte einräumt, den sie in der Realität tatsächlich hatten.
Tipp
Nach einer autobiografischen Vorlage: »Maid« bietet ungeschönte Einblicke in das Leben unterhalb der Armutsgrenze. Es spielen Andie McDowell und ihre Tochter Margaret Qualley
Tipp
»Atypical« widmet sich mit großer Sensibilität dem Alltag eines Teenagers mit Autismussymptomen, ohne auf billige Effekte zu setzen, aber dafür mit offenem Auge auch für die komischen Seiten
Meldung
Seit 70 Jahren gibt die Jury der Evangelischen Filmarbeit monatliche Filmempfehlungen heraus. Mit der Vorsitzenden Margrit Frölich sprach Ulrich Sonnenschein