Neue Visionen Filmverleih

Im Verleih:

Ein filmischer Oslo-Blues über einen Mann, der dem Gefängnis seines eigenen Lebens zu entkommen versucht. Stellan Skarsgård ist beeindruckend als melancholischer Antiheld in einer Welt bizarrer, tragikomischer Randfiguren
Ein einsamer und engstirniger Pfandleiher kommt zu einem Baby wie die Jungfrau zum Kind. Eine stille, sehr trockene Komödie aus Peru mit einem Zug ins Geheimnisvolle, doch ohne dieses auszuspielen. Sehr speziell
Jasmila Žbanić, deren Debüt »Esmas Geheimnis« mit einem Berlinale-Bären prämiert wurde, wählt sich für ihren zweiten Spielfilm ein brisantes Thema: den im Innern einer Liebesbeziehung aufbrechenden Konflikt zwischen »westlich-liberalem« und »religiös-fundamentalistischem« Lebensstil. Leider verspielt sie dieses Thema durch eine reichlich oberflächliche Figurenzeichnung
»8. Wonderland« ist die nur teilweise witzige und amüsante Darstellung einer politisch unabhängigen Diskursgemeinschaft. Der Film kann nicht überzeugen, weil das Internet auf eine nicht nachvollziehbare Weise verklärt wird
Existenzen so klamm wie die griechische Staatskasse, Humor so trocken wie ein Athener Sommer. Filippos Tsitos lässt in seiner sehr sympathischen, lakonischen Komödie »Kleine Wunder in Athen« einen glücklosen Kioskbesitzer eine Identitätskrise durchleben. Angenehme Nebenwirkung: die Demontage patriotischer Phrasen
David Sieveking erzählt seine Dokumentation über das weltweite Unternehmen »Transzendentale Meditation« in der Ichform: »David Wants to Fly« ist ebenso unterhaltsam wie entlarvend
Nach dem mysteriösen Tod seiner Frau und seiner kleinen Tochter bei einem Polizeieinsatz gegen Demonstranten sinnt ein Arbeiter in Teheran auf Rache. »Zeit des Zorns« ist ein gleichermaßen verhalten wie verrätselt erzählter Film, der die gegenwärtige Situation im Iran eindringlich einfängt
Zu turbulent geht es zu im Schmelztiegel Ajami, in dem Araber, Christen, Juden, Palästinenser und Beduinen Tür an Tür leben. Nach der siebenjährigen Vorarbeit hätte man vom Regieduo Scandar Copti und Yaron Shani eine überzeugendere Erzählstruktur und akzentuiertere Charaktere erwarten können
Stets geht man davon aus, dass Liebe überall auf der Welt gleich empfunden wird. Folgerichtig erzählt der österreichische Filmemacher Thomas Woschitz eine globale Liebesgeschichte von Tokio über Marseille und Brooklyn bis nach Rio. Dabei kommt er ohne lange Erklärungen aus und lässt die Momente, in denen Liebe offenbar wird, für sich sprechen. Und die betörende Musik von Naked Lunch führt diese Fragmente auf magische Weise zusammen
Routinierte Verfilmung des Jugendbuchs »Das Orangenmädchen« von Jostein Gaarder, deren Märchenerzählung ein wenig zu golden glänzt