Birgit Roschy
Filmkritiken von Birgit Roschy
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Die Filmbiografie über Abbé Pierre, Gründer der Emmaus-Wohltätigkeitsorganisation, überzeugt durch Benjamin Lavernhe, der den französischen Nationalhelden als lebenslang Getriebenen porträtiert. Wo man sich als deutscher Zuschauer etwas mehr Details gewünscht hätte, ist der Film andererseits auch eine überfällige Hommage an die lebenslange Mitstreiterin des Abbés, Lucie Coutaz.
Zugleich packendes Drama über den Jom-Kippur-Krieg und Porträt von Golda Meir, überzeugt der Film durch eine eindrucksvolle Helen Mirren – und bestürzt fast genau 50 Jahre später durch Analogien zum Hamas-Angriff des 7.10.2023.
Ihr vorläufiges Scheitern im Wissenschaftsbetrieb führt eine junge Mathematikerin auf Umwegen zu neuen Erkenntnissen: eine charmante Komödie über Mathematik, Liebe, und Selbstbehauptung mit Ella Rumpf als unorthodoxer Heldin.
Laure Calamy verleiht dieser Komödie über eine Ehefrau, die mit Hilfe einer Dating-App neue Lebensfreude findet, aufgekratzten Charme, kann aber nicht die unbedarfte Handlung, in der die realen Gefahren für erotisch unternehmungslustige Frauen ignoriert werden, vergessen machen.
Zwischen Thunfisch und Trüffel werden in diesem Dokumentarfilm vier japanische Spitzenköche porträtiert, mit schönen Bildern ihrer Kreationen und Restaurants, jedoch insgesamt etwas oberflächlicher Inszenierung.
Marc Forsters stimmungsvoll inszeniertes Überlebensdrama eines jüdischen Mädchens und seiner Helfer im besetzten Frankreich verliert durch seine Einbettung in eine mehr gut gemeinte als schlüssige Rahmenhandlung einen Gutteil seiner Wirkung.
Die Enthüllungen in DNA-Tests stürzen zwei Elternpaare in schwere Identitätskrisen: eine redestarke französische Komödie, in der Christian Clavier als alter Reaktionär erneut temperamentvoll auf der Klaviatur der Vorurteile spielt.
Ausgehend von Ecos eigener Hausbibliothek wird in diesem Dokumentarfilm ein anregender Spaziergang durch Ecos windungsreiches Denken und seine literarische Vorliebe für gelehrte Käuze unternommen.
Konzentriertes Sozialdrama über eine alleinerziehende Mutter während einer Woche des Verkehrsstreiks, in dem, mit Laure Calamy als hinreißender Heldin, die sonst ignorierten Herausforderungen eines Frauenlebens minutiös veranschaulicht werden.
Ästhetisch ist dieses Animationsabenteuer über die Heldinnenreise eines Oktopusmädchens oft überwältigend, doch die unausgegorene Handlung und das sprunghafte Timing verderben den Spaß an dieser Adaption einer kultigen Graphic Novel.
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In »Funny Woman« wird eine junge Frau aus der Provinz zum Star einer Sitcom und zum Sprachrohr für gesellschaftlichen Wandel: eine liebevolle Hommage an »Swinging London« und das Fernsehen der sechziger Jahre.
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In der ambitionierten Neuinterpretation von Anne Rices »Interview mit einem Vampir« bekommen die Blutsauger ein zeitgenössisches Update verpasst, mit Männerliebe, rassistischer Ausgrenzung und quälender Identitätssuche.
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»Girls«-Schöpferin Lena Dunham verleiht ihrer Jugendbuch-Adaption »Catherine Called Birdy« ihren charakteristischen Witz und findet in »Game of Thrones«-Star Bella Ramsay als Enfant terrible, das sich trickreich gegen seine Verheiratung wehrt, eine wunderbar aufsässige Heldin.
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Den Tod vor Augen erzählen sich Teenager kreative Horrorgeschichten: Mike Flanagan siedelt seine neue Serie »The Midnight Club« in einem luxuriösen Hospiz an.
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Maria Schrader erzählt, wie zwei Reporterinnen Harvey Weinsteins sexuelle Übergriffe aufdeckten. Über »She Said« und andere hochpolitische Frauenfilme der Jahre nach MeToo.
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»After Yang« zeigt die Versuche einer Familie, ihren Androiden zu reparieren, als Drama über das Menschsein.
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In den »Mission: Impossible«- und »Black Panther«-Filmen spielt Angela Bassett ziemlich staatstragende Rollen. Angefangen hat alles ganz anders: mit dem New Black Cinema, einer extrovertierten Performance als Tina Turner und einem vergessenen Cyberpunk-Kultfilm.
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Als stilbildendes Kinoereignis hat die »Herr der Ringe«-Trilogie ein weltweites Publikum in ihren Bann geschlagen. Kann die opulente Amazon-Serie »Herr der Ringe: Die Ringe der Macht« den Ringzauber neu entfachen?
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Brütend, intensiv – das kann der französische Schauspieler Denis Ménochet besonders gut. Passt genau für die Titelrolle von François Ozons Fassbinder-Paraphrase »Peter von Kant«.
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Was passiert, wenn der »Sandman«, zuständig für Wunsch- und Alpträume der Menschen, von diesen gekidnappt wird? Mit der Verfilmung von Neil Gaimans kultiger Comicreihe wird nach 30-jähriger Wartezeit ein Traum wahr.



