Birgit Roschy

Filmkritiken von Birgit Roschy

Gedreht von einem deutsch-kenianischen Filmteam und inspiriert von wahren Begebenheiten, wird in diesem Drama mit der Zwangsheirat einer 13-Jährigen aus der kenianischen Provinz das Thema Kinderehen beleuchtet – was trotz einer ausdrucksstarken Darstellerin am Ende etwas zu didaktisch daherkommt.
Der preisgekrönte Sozialthriller über einen afrikanischen sans-papiers, der als Essensauslieferer in Paris arbeitet und auf politisches Asyl hofft, besticht sowohl als dokumentarische Betrachtung der Schattenwirtschaft des Fahrradkuriergeschäfts und als berührendes Charakterporträt.
In seiner neuen Tragikomödie spiegelt Nanni Moretti einmal mehr die Situation des eigensinnigen Arthouse-Regisseurs, der einen Film zustande zu bringen versucht: ein liebenswürdiges Panorama voll selbstironischem Humor, zugleich ein wenig ermüdend, da wie auf Autopilot inszeniert.
In diesem suggestiv inszenierten und elegant die Klischees eines Coming-of-Age-Films unterlaufenden slowenischen Drama erlebt eine blutjunge Sängerin eines Mädchenchors auf einem Probenwochenende ihr verstörendes sexuelles Erwachen.
In dieser ebenso unsentimentalen wie sympathischen Tragikomödie unternimmt eine alte Dame – Altstar Hélène Vincent – mit ihren nichts ahnenden Verwandten eine Reise in die Schweiz, um am Bestimmungsort Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Dabei werden Fragen im Hinblick auf die bürokratischen Hürden des assistierten Suizids aufgeworfen.
Mit minimalistischer Strenge inszeniert, verdichtet sich dieses kammerspielartige Drama über Mutter Teresa, punktgenau besetzt mit einer charismatisch-strengen Noomi Rapace, zur konzentrierten Studie weiblicher Zwangslagen.
In diesem französischen Spielfilmdebüt werden auf lebensnahe und beschwingte Weise die juristischen und emotionalen Herausforderungen, die ein gleichgeschlechtliches Ehepaar bei der Schwangerschaft durchsteht, geschildert – nicht als Drama, sondern als mutmachende Erfahrung eines Durchhaltens.
Reden und rauchen: Basierend auf einer Tonbandaufzeichnung von 1974 schildert das Kammerspiel einen Tag im Leben des Fotokünstlers Peter Hujar, was dank der stilbewusst minimalistischen Inszenierung und der entspannten Darsteller Ben Whishaw und Rebecca Hall ein großes Vergnügen ist.
Die introvertierte Buchhändlerin Agathe ist eingefleischter Austen-Fan und begegnet bei einem Schreibaufenthalt in England dem Ur-Ur-Ur-Ur-Neffen der berühmten Autorin: eine trotz Drehbuchschwächen feinsinnige Komödie über Liebe und Literatur.
In diesem Ozon-Film entfaltet sich rund um eine verkorkste Mutter-Tochter-Beziehung ein Familiendrama plus Mystery, das trotz einer hervorragenden Hauptdarstellerin nicht ganz überzeugen kann.

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