Birgit Roschy

Filmkritiken von Birgit Roschy

Am Beispiel eines senegalesischen Vater-Sohn-Duos will das Drama an das Schicksal französischer Kolonialsoldaten gemahnen. Aufgrund der ungeschickten Inszenierung aber ist der Film trotz Sympathieträger Omar Sy weniger eindrücklich, als es dem Thema angemessen wäre.
Die vierte Filmadaption von Erich Kästners Jugendromanklassiker glänzt mit schöner Alpenkulisse und namhaften Darstellern, vernachlässigt jedoch wesentliche Bausteine der Geschichte und wirkt insgesamt etwas unbeholfen.
Im Alter von fünfzig Jahren verabschiedet sich ein Club-Med-Animateur nach Paris, um eine Jugendliebe wiederzufinden und begegnet stattdessen seinem Halbbruder: eine burleske Komödie mit deutlichen Drehbuchschwächen, was aber meist durch das eingespielte Team Kad Merad/Dany Boon aufgefangen wird.
Das Drama über die Affäre einer verheirateten Fischerin mit einem jungen Mann verläuft entgegen der theatralischen Konventionen einer klassischen Ehebruchfilmes, verliert aber trotz stimmungsvoller Inszenierung und Cécile de France als vitaler Heldin zunehmend an Glaubwürdigkeit.
Valeria Bruni Tedeschi zeichnet ein fiebriges Sittenbild ihrer schauspielerischen Lehrzeit im legendären Théatre des Amandiers und feiert die Energie einer Jugend auf der Bühne wie im Leben verausgabt: oft enervierend theatralisch, jedoch anrührend – und, angesichts des Skandals um einen der Darsteller, auch allzu naiv.
Ein Polizist auf der Suche nach seiner verschwundenen Tochter gerät in eine Verschwörung von Super-Hypnotiseuren und muss sich seiner wahren Natur stellen: Regisseur Rodriguez nimmt in seinem Mysterythriller Anleihen bei anderen Filmen, entwickelt jedoch keine zugkräftige Dynamik.
Nichts Neues im Spionageuniversum, doch wenn Tom Cruise als Ethan Hunt wieder mal die Welt retten muss – diesmal auf der Jagd nach einem digitalen Parasiten und einem alten Feind – ist das bestes Popcornkino mit tollkühner Action und auch Charme.
Warum genau die Gallier nach China müssen, erschließt sich zwar nie so recht – doch das fünfte Realfilmabenteuer der legendären Comichelden besticht mit aufwändiger Ausstattung und einem Bombardement von Blödeleien, in denen gelegentlich der Geist der Comics aufblitzt.
Sieht gut aus, hört sich gut an: Die aufwendige Neuverfilmung des Disney-Zeichentrickmusicals als Live-Action-Abenteuer beweist, dass das Studio immer noch die Kunst der Überwältigung beherrscht.
Bei einem Familienessen verheddert sich ein an Liebeskummer leidender Mittdreißiger in einer Welt aus Erinnerungen und wilden Fantasien: eine Romanverfilmung, die durch die elegante und witzige Bebilderung dieses inneren Monologs überzeugt und Schauspieler Benjamin Lavernhe endgültig als feste Größe etabliert.

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Tipp
In »The Humans«, dem virtuosen Regiedebüt von Stephen Karam, entfaltet sich bei einem Familientreffen der ganz normale Horror der menschlichen Existenz.
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Olivier Assayas verneigt sich in »Irma Vep«, seinem bereits zweiten Remake des französischen Stummfilmklassikers, erneut vor der Filmgeschichte und dem Beruf des Schauspielens, während er mit Liebe und Selbstironie die Qualen von Kreativen beleuchtet.
Thema
Als Asterix und vor allem als »Monsieur Claude« wurde Christian Clavier bei uns bekannt. Dabei ist der Schauspieler seit dem Ende der Siebziger schon eine Säule des französischen Komödienschaffens.
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Shawn Levys Familienkomödie »The Adam Project« über einen Zeitreisenden erweist sich als unterhaltsame »Zurück in die Zukunft«-Hommage.
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Die HBO-Serie »The Staircase« blättert den Kriminalfall Kathleen Peterson noch einmal auf, mit Colin Firth als mordverdächtigem Ehemann.
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In »Die Schlange von Essex«, der Verfilmung eines Romanbestsellers, geht eine Amateurpaläontologin dem Gerücht eines mythischen Lindwurms nach.
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Was würde Mrs. Astor sagen? In »The Gilded Age« porträtiert »Downton Abbey«-Schöpfer Julian Fellowes die dynamische New Yorker Gründerzeit und den Kampf neureicher Emporkömmlinge um ihren Aufstieg in eine Upper Class, die mindestens so versnobt ist wie der englische Adel.
Thema
Der Engländer Cary Elwes war Teil von zwei Kultphänomenen: als junger Swashbuckler im ironischen Filmmärchen »Die Brautprinzessin« und als »der Typ, der sich den Fuß abschneidet« in »Saw«. Den ganz großen Erfolg hat er nie erlebt. Aber jetzt sieht man ihn wieder öfter, auch dank Streaming.
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Plädoyer für die Provinz: In »Hometown Cha-Cha-Cha« zieht eine Zahnärztin in eine Kleinstadt und findet ihre große Liebe.