Kritik zu In die Sonne schauen
Mascha Schilinskis preisgekrönter Cannes-Erfolg erzählt von vier Mädchen, die im Laufe eines Jahrhunderts auf demselben Bauernhof leben. Ein epischer Ansatz – verbunden mit einer malerischen Bildsprache
Welches Geräusch machen Holzschuhe auf einem Fliesenboden? Was sieht man, wenn man an einem sonnigen Ferientag in einem trägen kleinen Fluss untertaucht? Wie fühlt sich Schweiß an, der sich im Bauchnabel eines Schlafenden gesammelt hat, oder ein glitschiger Fisch in einem Bottich? In Mascha Schilinskis Film spielen solche sinnlichen Impressionen eine große Rolle. Hier können die Geräusche und Bilder – manchmal unscharf oder flusig wie das Licht in einer Scheune, in der Heu- und Staubpartikel durch die Luft treiben – beim Publikum einen ähnlichen Effekt auslösen, wie der Geschmack der Madeleine bei dem Erzähler in Prousts »Auf der Suche nach der verlorenen Zeit«: Sie triggern Erinnerungen. Und zwar quer durch die Jahrzehnte – auch solche an Zeiten, die wir nicht selbst erlebt haben. Eine verrückte Vorstellung.
Die Idee zu »In die Sonne schauen« ist Schilinski und ihrer Co-Autorin Louise Peter gekommen, als sie ein paar Monate auf einem Bauernhof in der Altmark verbrachten. Wie hat man hier wohl gelebt, genauer: Wie ist es den Frauen ergangen? Die Erzählung spannt sich über ein Jahrhundert; sie entfaltet sich in assoziativen Schüben, mit Rücksprüngen, Vorgriffen, auf Umwegen vom Kaiserreich über den Zweiten Weltkrieg und die DDR der achtziger Jahre in die Gegenwart – mit dem labyrinthischen, düsteren Gebäude als Labor der Gefühle.
Saisonale Arbeit, Familienfeiern, Badeausflüge, Mahlzeiten strukturieren vage den an Einfällen reichen, in alle Richtungen mäandernden Film; die großen politischen Zusammenhänge erscheinen gefiltert, man muss sie sich erschließen. Auffallend ist die Nähe der Protagonistinnen – vier Mädchen oder junge Frauen, die jüngste sieben Jahre alt, die älteste (Lena Urzendowsky) bereits im Clinch mit ihrer Sexualität – zum Tod: Selten hat man einen Frauenfilm gesehen, der so neugierig, wenn nicht fasziniert auf versehrte Körper, Leichen und Beerdigungsrituale blickt, der seinen Heldinnen mitten im Leben so harsch den Boden unter den Füßen wegzieht – »Sound of Falling«, der internationale Titel, ist tatsächlich der passendere.
Die kleine Alma (Hanna Heckt) muss sich in einer religiösen, streng organisierten Bauernfamilie damit auseinandersetzen, dass sie nach einer früh verstorbenen Schwester benannt wurde; sie fürchtet, ihr stehe das gleiche Schicksal bevor. Erika (Lea Drinda) fühlt sich auf morbide Weise zu ihrem Onkel hingezogen, den die Familie brutal, durch Verstümmelung, dem Krieg entzogen hat. Und selbst Nelly (Laeni Geiseler), die mit ihrer unbeschwerten Berliner Macchiato-Familie auf den Hof gezogen ist, steckt in einer Krise: Ihre jüngere Schwester hat Suizidfantasien, sie selbst misst sich an einer neuen Freundin, die den Krebstod ihrer Mutter mit heroischem Gleichmut hinzunehmen scheint.
Die strukturelle Gewalt, der sie alle ausgesetzt sind und die sie auf unheimliche Art verbindet, verändert sich im Lauf des Jahrhunderts, von Generation zu Generation. Anfangs sind es regelrechte Zwangsverhältnisse – eine ältere Schwester von Alma wird als Magd an einen anderen Bauern verschachert – und Handgreiflichkeiten, später unhinterfragte Rollenmuster, toxische Männer, Gefühle der Vereinzelung inmitten einer betriebsamen Gesellschaft. Triste Aussichten? Den unglücklichen Erfahrungen seiner Protagonistinnen begegnet der Film, indem er vorbehaltlos ihre Wahrnehmung feiert: einen sensiblen, genauen, dabei milden Blick und ein Gehör für subkutane Töne, Knistern, Pochen und ein rätselhaftes Brummen, den Drone des Lebens, wenn man so will.
Da kann es schon mal vorkommen, dass die Kamera in einer ununterbrochenen Kreisfahrt durch Diele, Küche, Stuben plötzlich in einer anderen Ära landet. Dass Vergangenes oder Künftiges in das klassische 4:3-Format der Bilder einblutet. Und überhaupt könnte die Bildgestaltung (Fabian Gamper) mit den malerisch-soften Farben und dem auffallenden Korn ein Einspruch sein gegen den grotesken Hyperrealismus, der in unserer Zeit der hochauflösenden Streams und gigantischen Fernsehbildschirme herrscht, gegen ein Regime der Klarheit und Eindeutigkeit, das der Arbeit des menschlichen Auges eigentlich fremd ist. Mit der gezielten Verschiebung der Wahrnehmung etabliert »In die Sonne schauen« einen Raum, in dem auch Immaterielles erscheinen kann: Gefühltes, Geahntes, Geträumtes. Ist das jetzt eine feministische Ästhetik? Kann man so sehen.




Kommentare
In die Sonne schauen
Ich stimme den Worten von Peter Raffler voll zu, genauso habe ich den Film empfunden. Ich hatte auch gewisse Erwartungen, sah aber zweieinhalb Stunden eine Aneinanderreihung von Szenen immer in der Erwartung, dass sich irgendein Zusammenhang erschließt oder da muss doch noch eteas kommen,einzig erkennen konnte ich, dass es sich um den gleichen Hof handelte.
Viele Szenen sind brutal und zerstörend, sogar bis zum Ekligen
Viel zu viel Male Gaze und Sexualisierung
War sehr enttäuscht! Ich mag Arthouse eigentlich, aber hier macht ganz vieles keinen Sinn, ist wahllos zusammengebastelt und es werden tausend Erzählstränge und angefangen und Personen vorgestellt, nichts davon wird zuende erzählt. Vor allem eine der vier Zeitebenen kommt viel zu kurz. Am meisten und gravierendsten hat mich die permanente völlig unnötige Sexualisierung gestört (neben den total gestellten und künstlichen Dialogen der "modernen" Familie). Warum wird fast alle 5 min was Sexuelles gezeigt, gibt's nichts wichtigeres im Leben, und will man damit iwelche Einschaltquoten erreichen, hat das kommerzielle Zwecke? An einer Stelle holt die Frau einfach random das Geschlechtsteil ihres Mannes raus und wärmt sich daran, völlig zusammenhangslos, die beiden sind keineswegs Hauptpersonen und über sie wird nix erzählt, was soll das also? V.a. spielen da viele Kinder mit, d.h. die sehen den Film auch. Und am aller schlimmsten fand ich die Sexualisierung und damit Objektifizierung fast aller weiblicher Figuren, auch Mädchen! (Trotz weiblicher Regisseurin also ein penetranter Male Gaze..). Es werden nackte Beine und Popos in Nahaufnahme gezeigt, das die ganze Zeit, und die sexuellen Fantasien junger Frauen sind überpräsent... Sehr sehr unangenehm beim Anschauen , ich musste mich so fremdschämen im Kino. Ein paar gute Aspekte hatte der Film, z.B. der Dialekt, die Kostüme und die Schauspielleistung des blonden Mädchens sowie weiterer Darsteller, und paar gute tiefe Momente gab's, aber insgesamt total overhyped m.E. Kann man sich getrost sparen!
(Weil manche hier sagen, jede hätte männliche Gewalt erfahren und das sei der generationsübergreifende Zusammenhang: Inwiefern hat Alma, inwiefern hat das Mädchen aus den 40ern, inwiefern hat die Mutter des DDR-Mädchens, inwiefern hat das junge Mädchen oder die Mutter aus der Jetzt-Zeit das erfahren? Ich empfand es eher so, als hätten sich manche der Frauenfiguren in extremer und ekliger, übergriffiger Weise an die Männer Ran gemacht... Sage nur Bauchnabel und sage nur das DDR-Mädchen, das gleich mehrere Männer angemacht hat...) Warum werden Frauen auf so eine Weise porträtiert? Was soll diese Übersexualisierung der Frau? Sind wir keine Menschen, die sich auch für anderes interessieren können als Männer und Sex?!
Plagiat
Der Film ist ein wenig gelungenes Plagiat
von Haneke 'Das weiße Band'.
Die Überlänge (149 Minuten) ist Teil des
Qualitätsproblem.
Es ist schwer vorstellbar, dass er ein großes Publikum findet.
Die überschwängliche Filmkritik ist nicht nachvollziehbar.
In die Sonne schauen
Es gibt Filme,deren Inhalt ich sofort vergesse.Das war so ein Film. Möchte als intellektuell anspruchsvoll rüberkommen ,aber es bleibt nichts von der gehippten Seifenblase übrig.Schade!
Hmm... dieser Film hinterlässt nur große Fragezeichen
Den zweiten Satz meiner Vorrednerin kann ich nur unterschreiben. Der Film soll wohl besonders intellektuell sein. Es gibt keinerlei Spannungsbogen, der Film endet, wie er begann. Das Einzige, was erkennbar ist, dass Frauen wohl schon immer besonders leiden. Und Sexualität scheint immer eklig, abartig oder skurril zu sein. Ich frage mich ehrlich, was bei der Regiseurin im Kopf vorgeht. Einige Synapsen scheinen da Zündfehler zu haben.
Wir haben uns ehrlich geärgert, dass wir für diesen Film unter der Woche extra in ein entferntes Kino gefahren sind und bis 22.45 Uhr den Film geschaut haben in der Hoffnung, dass am Ende noch eine Auflösung erfolgt. Fehlanzeige.
Grandios!
Ein Film, der die Sehenden nicht durch stigmatisierende, funzelige Märchenabhandlungen aus ihrer traurigen, langweiligen 1.Welt-Schönerie in ideologisierende, lösungsparate Traumwelten hinschwelgen lässt, sondern alle schön auf den Boden der Realitäten zerrt. Ich hab mich noch nie in einem Film so gesehen gefühlt, wie in diesem.
Alle sind im Kino geblieben und haben auch noch den Abspann gesehen.
Kann den Wunsch nach einer Triggerwarnung aber leider sehr gut nachvollziehen! Frauen vor 100 Jahren in der Mark- ich habs mir schon gedacht, der Film geht aber wirklich nah ran ans Trauma!
Es ist jetzt schon mein absoluter Lieblingsfilm als Brandenburgerin.
Und genau der Film, den die Gesellschaft braucht. Wie viele hier sagten, dass sie an die traumatisierten Personen nicht rankamen und sich darüber als Mangel des Filmes beschweren- Leute, genau darum gehts. Frauen werden traumatisiert und auf vielen Ebenen danach sozial entmachtet und allein gelassen. Und wir als Gesellschaft sollten endlich dafür eine Lösung entwickeln. Und nicht blauäugig erwarten, dass uns ein Film eine Lösung einlöffelt.
Kunst ist keine Entschuldigung
Diejenigen, die gegangen sind, sind nicht „zu empfindlich“, sondern haben eine Grenze gezogen, als der Film offensichtlich nicht mehr über Menschlichkeit, sondern über körperliche Abwehr kommuniziert hat. Wenn Ekel, Übelkeit, Würgereiz oder Stress den Raum einnehmen, ist das kein dramatischer Zugang mehr, sondern eine Art Reizsteuerung. Spätestens wenn einzelne Szenen als Kipppunkt beschrieben werden (Amputation, Nahaufnahmen von Tod und Körperlichkeit), ist das für mich nicht „mutig“, sondern schlicht ein Mittel, das den Zuschauer in eine Reaktion drückt, statt ihn in einen Erkenntnisprozess zu führen. Dazu kommt: Wenn viele berichten, sie könnten Handlung, Generationen oder Zeitebenen kaum nachvollziehen, dann fehlt mir das Fundament jeder guten Geschichte – nämlich dass man ihr folgen kann, um an ihr zu wachsen.
Diejenigen, die geblieben sind, suchen und finden offenbar etwas anderes: Form, Kamera, Atmosphäre, Realismus, „Wucht“, „Kunst“. Ich verstehe, warum man das beeindruckend nennen kann. Aber ich höre in vielen positiven Stimmen eher eine Verteidigung des Ertragenen als die Beschreibung eines nachvollziehbaren inneren Weges von Figuren. Wenn ich nach zweieinhalb Stunden Belastung am Ende vor allem „beeindruckend“ und „besonders“ sagen kann, aber nicht klar benennen kann, wie Menschen aus Negativem heraus stärker werden, dann ist das für mich keine dramatische Erzählung, sondern eine ästhetisierte Zumutung.
Was mich zusätzlich stört, ist der Ton, der vereinzelt mitschwingt: Wer geht, „will nicht hinsehen“, wer bleibt, „versteht Kunst“. Das ist für mich kein Argument, sondern ein Statusspiel. Und genau da entsteht der Eindruck, dass der Film eine Spaltung einkalkuliert: Die einen sollen angewidert abbrechen, die anderen sollen das Durchhalten in Bedeutung verwandeln. Dass dann noch Festival-Label oder Auszeichnungen als Begründung herhalten („Cannes“, „prämiert“), wirkt auf mich eher wie ein Beruhigungsmittel: Es muss ja etwas Großes sein, sonst hätte ich das nicht ausgehalten. Aber eine Auszeichnung ersetzt keine Erzählung.
Ich persönlich suche im Drama etwas anderes: Ich will sehen, wie Menschen an negativen Erfahrungen nicht zerbrechen, sondern – wenn auch langsam und schmerzhaft – zu Erkenntnis, Würde, Verantwortung oder Handlungskraft finden. Dafür brauche ich keine Ekelbilder, keine körperliche Grenzerfahrung und keine Rätselmontage, die mich ständig aus der Geschichte wirft. Wenn ein Film mich erreichen will, dann über Menschlichkeit: über Entscheidungen, Beziehungen, Widersprüche, innere Bewegung. Nicht über den Reflex im Magen.
Und ja: Ich merke, wie sehr mich bei deutschen Dramen oft dieses Muster ermüdet – entweder depressive Grundstimmung ohne Entwicklung oder Klamauk ohne Gewicht. Wirklich gute Geschichten müssen so erzählt sein, dass ich ihnen folgen kann. Wenn ich am Ende vor allem erschöpft, verstört oder angewidert bin, aber nicht klüger über Menschen und ihre Fähigkeit zum Weiterleben, dann ist das für mich keine relevante Erfahrung – sondern eine, die ich mir sparen kann.
Suizid als Lösung?
Offensichtlich sind mein Mann und ich, beide übrigens Bergmann-Fans, zu doof, um diesen Film verstehen und mögen zu können. Er schleppt sich in Überlänge in ständig plötzlich wechselnden Zeit-Ebenen, permanent depressive Stimmung vermittelnd, dahin, ohne eine Kernaussage zu haben oder gar eine stringente Handlung. Ok, das individuelle Empfinden des Lebens von gestern und heute mag sich bei der Regisseurin so zeigen, aber es ist bei jedem unterschiedlich. Und so reicht es mir vollkommen, wenn ich meine Erinnerungen - und so auch das aus dem in mir verankerten Traumata-Choas aus der Zeit meiner Vorfahren durchleben muss - wieder und wieder. Bei der Einordnung und Bewältigung kann eine Psychotherapie helfen. - Dass dieser Film explizit feministisch wäre, konnte ich nicht erkennen. Im Gegenteil: Männer kamen eher selten als die Gemeinen daher. Ich erinnere an die Szenen, in der eine sich lasziv gebärdende junge Erwachsene an den Gefühlen eines Jungen vergreift und an die Frau, die ihrem Mann das Geschlechtsteil aus der Hose holt, wobei beide in der Folge seltsam emotionslos wirken. - Da kann sich ein erlesener Kreis von Zuschauern gut als den wahren Intellektuellen zugehörig definieren und diejenigen, die andere Gefühle und Meinungen haben als man selbst, als "einfach gestrickt" abtun. Dazu kann ich nur sagen: "Und das Lamm schrie ´hurz`."
Das Bild der unbefleckten Kindheit...
... ist die Lösung allen Übels. Ich verstehe die Aufregung um die dargestellte Gewalt in diesem Film nicht. Jeder dritte Actionfilm ist grausamer. In diesem Film wird nicht eine Person ermordet. Wie viele sterben in einem durchschnittlichen Tatort?
Aber natürlich, hier sind Kinder die Protagonisten. Kinder, die an psychischen Erkrankungen leiden. Es sind Kinder, die sich wünschen, nicht geboren zu sein. Ist das so realitätsfern? Hatten wir nicht alle den einen Mitschüler, die eine Mitschülerin in der Klasse, die schon im zarten Alter von 12 Jahren auffälllig ruhig war? Hätte ich damals ein Wort dafür gehabt, dann hätte ich es als Depression bezeichnet.
Dieser Film beschäftigt sich auf äußerst subtile Weise mit genau solchen Themen. Aber der Mainstream unserer heutigen Gesellschaft kann und will das nicht akzeptieren.
Wenn es um Kinder geht, ist nur Schönheit und Leichtigkeit erlaubt. Dass dies aber nur eine ideale Vorstellung der letzten Jahrzehnte ist, das wird gerne ausgeblendet. Was haben denn unsere Großeltern erlebt im Krieg? Wie alt waren die heute noch Lebenden des Holocaust damals wohl gewesen? Und was werden die heute geborenen Kinder noch erleben, wenn die Welt sich swo weiter entwickelt, wie sie es gerade tut? Das Bild der reinen, unbeschwerten Kindheit scheint die ultimative Antwort zu sein. Herzlichen Glückwunsch.
Wie ein Traum
Wie ein Traum, ein Sommertraum. Oder ein Alptraum? Geräusche, so greifbar und unglaublich präsent. Es geht darum wer ich bin, wer ich war. Bin ich hier, bin ich nicht da? Ein Sommer, der nie vergeht. Geruch von Gras, von Sommerabenden. Von Tod. Die Welt der Erwachsenen... Geheimnisse. Nichts bleibt, alles geht. Alles ist verwoben wie in einem Traum, scheinbar ohne Zusammenhang und doch verbunden.
Wenige Worte, große Geräusche von kleinen Dingen. Unbehagen schleicht sich ein, die Kamera kündigt es an, das Unheil, doch zu sehen ist es nur selten. Spürbar sind die warmen Strahlen beim Blick in die Sonne, spürbar die eindringlichen Stimmen der jungen Erzählerinnen, die sich hinein bohren, mitten ins Bewusstsein, spürbar die Unschärfe der Bilder und der Staub des Lebens.
Verwirrend
Schwere Kost.
Ist mir nicht gelungen, die 4 Generationen zu entwirren.
Wenn das die Realität auf dem Hof war, sehr hart.
Besonders berührt hat mich, dass die Mägde sterilisiert wurden - wie auch immer - um Freiwild für Herr und Knechte zu sein.
Das war geplante Vergewaltigung.
Die kleine Alma hat toll gespielt!
Ausgeblieben...
...ist bei mir die Faszination für einen Film, der doch thematisch vielversprechend schien. Eklige Szenen und Gewalt stören mich in Filmen wenig bis gar nicht, wenn sie zur Handlung passen, aber hier fehlt mir eine Entwicklung der Figuren. Vieles wirkt so beliebig aneinander gereiht. Wenn ich die Möglichkeit habe, den Film in der Mediathek zu sehen, werde ich versuchen, das Ganze nochmal analytisch und dann synthetisch zu erfassen, das hat mir schon den ein oder anderen Film ein bisschen näher gebracht. Aber gut finden werde ich ihn trotzdem nicht, da mich keine Szene wirklich gepackt hat - außer vielleicht die mit dem Mähdrescher, wobei ich mir auch hier nicht sicher bin, ob ich sie richtig verstanden habe.
Der Zuschauer Lutz (18.Januar) hat für mich besonders treffend ausgedrückt, was für ein Problem ich mit dem Film habe.
Unlängst habe ich "Swiss Army Man" gesehen, rein aus Neugier, viel versprochen habe ich mir nicht davon. Anfänglich war ich geradezu angewidert, ja, es ging auch durchaus eklig weiter. Aber das war bald nur noch Beiwerk, weil das menschlich Berührende, weil nachvollziehbare Emotionen im Vordergrund standen. Wir sind im Grunde alle nur Fleisch und Knochen, aber wir sind eben auch so viel mehr.
Vor dem menschlichem Elend nicht die Augen zu verschließen und trotzdem die Schönheit des Daseins zu erkennen, dass ist eine Kunst, in der wir uns immer wieder auf 's Neue üben müssen.
The sound of Falling (Titel in unserem Land) in die Sonne schaue
Selten einen so guten Film gesehen. Realistisches Thema kunstvoll dargestellt.
Das unterliegende Thema wird anscheinend durch viele Kinoliebhaber gerne ausgeblendet.
Wenn man über 70 ist und in einem Dorf augewachsen ist dann kommen die Erinnerungen von selbst.
Tolles Script, wahnsinnige Kameraführung!
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