DVD-Tipp: »Land der Pharaonen« (1955)

»Land der Pharaonen« (1955). © Plaion Pictures

© Plaion Pictures

Howard Hawks' epischer Monumentalfilm »Land of the Pharaohs« als Mediabook

Er habe nicht gewusst, wie ein Pharao spricht, hat Howard Hawks gesagt, wenn man ihn nach seinem Film »Land der Pharaonen« fragte, dem einzigen unter all seinen Filmen, der in einer weit vergangenen Zeit spielt. Was seine Schauwerte anbelangt, kann er sich durchaus mit anderen Filmen der Gattung biblisch-historischer Epen messen, zumal er eher die Sklaven beim anstrengenden Bau der Pyramiden zeigt als die Ägypter, die in ihrem Prunk schwelgen. Die Schätze, die der Pharao angehäuft hat, sollen ihm erst bei seinem zweiten Leben im Jenseits Freude bereiten, bis dahin nimmt er kaum Notiz von ihnen – was Hawks davon hielt, belegt ein knapper Dialog zwischen zwei Sklaven. In seinem Audiokommentar (in dem auch Teile eines Interviews, das er mit Hawks führte, zu hören sind) bezeichnet Peter Bogdanovich den Film zu Recht als eine »Anomalie« in Hawks' Werk.

Eine faszinierende Szene findet sich ganz am Ende, als ein kunstvoller Mechanismus aus rinnendem Sand die Pyramide für immer verschließt und so nicht nur Grabräubern das Entwenden der Schätze unmöglich macht, sondern auch jene bestraft, die sich nach dem Tod ihres Gatten als Herrin dieser Schätze sah. Sie (Joan Collins, die hier die Intrigen ihrer Figur aus dem Denver-Clan schon vorwegnimmt) ist ihm zwar ganz nah, aber kann sich nicht mehr in der Öffentlichkeit damit schmücken...

Als Mensch mit einer lebenslangen Leidenschaft für Rennautos und Flugzeuge verfügte Hawks über gewisse Ingenieurskenntnisse, das dürfte in diese Sequenz eingeflossen sein. Seine nüchterne Erzählweise hat Hawks auch in diesem Film bewahrt, sich nicht dem Kitsch hingegeben wie sein Kollege Cecil B. DeMille, der solche Filme jahrzehntelang in Serie drehte. Die zunehmende Obsession des Pharao macht dem Zuschauer jedoch eine Identifikation mit dem Protagonisten der Geschichte kaum möglich, auch wenn der Brite Jack Hawkins ihn angemessen zurückhaltend verkörpert. Ein imposanter Film, aber keiner, den man sich wie andere dieses Regisseurs wiederholt ansehen mag.



Land of the Pharaohs USA 1955. R: Howard Hawks. Da: Jack Hawkins, Joan Collins, Dewey Martin, Alexis Minotis. Anbieter: Plaion.

Bestellmöglichkeit (Mediabook)

 

Meinung zum Thema

Ihre Meinung ist gefragt, Schreiben Sie uns

Mit dieser Frage versuchen wir sicherzustellen, dass kein Computer dieses Formular abschickt