Gerhard Midding

Was ist bloß mit ihm geschehen in den 35 Jahren nach seinem Tod? Seit wann hat hat er aufgehört, uns etwas zu sagen? Nicht einmal das Fernsehen, das zu später Sendezeit meist gut mit ihm fuhr, feiert den 100. Geburtstag von Robert Aldrich. Die letzte Retrospektive im deutschsprachigen Raum, die ich erinnere, liegt fast zwei Jahrzehnte zurück.

Gerhard Midding

In Wroclaw gibt es ein Hotel, das ich wegen seiner smarten Einrichtung, moderaten Preise und nicht zuletzt seiner schönen Lage gegenüber der Synagoge schätze. Es gibt sich sehr modern und digital. Allerdings verfügt es auch über eine kleine, wie beiläufig in der Lobby verteilte Bibliothek. Zum Gutteil besteht sie aus Bildbänden, sozusagen der Taschen-Internationale. Ich staunte nicht schlecht, als ich diesmal neben der Kaffeemaschine den Katalog der letztjährigen Retrospektive von Locarno entdeckte.

Gerhard Midding

Die Bilder, die ich vor Augen hatte, waren nicht in Farbe. Vielmehr war die Szenerie, die sich meinen Ohren darbot, in Schwarzweiß gehalten. Es war kein kontrastreiches Helldunkel, sondern eher ein verhangenes Grau. Also durchaus eine gewisse Abkühlung in diesen Tagen, wo einfach kein Ende der sengenden Hitze abzusehen ist.

Alpinale

7. bis 11. August, Nenzig – Ehrenamtlich organisiert findet im beschaulichen Nenzig die 33. Alpinale statt. Aus weit über 1000 Einreichungen wurden 38 Filme ausgewählt, die von einer internationalen Jury mit dem Publikum begutachtet und anschließend prämiert werden. Eine Kategorie »Hochschule« ist ebenso vorhanden wie ein Animationsprogramm.

Locarno Festival

1. bis 11. August, Locarno – Das Filmfestival im italienischen Teil der Schweiz gehört zu den bedeutendsten seiner Art. In etlichen Wettbewerben, die fast ausschließlich aus Weltpremieren bestehen, wird die Filmkunst gefeiert. Die Piazza Grande mit bis zu 8000 Besuchern bietet dabei zweifellos die eindrucksvollste Kino-Atmosphäre. Zu sehen sind dieses Jahr unter anderem Filme von Spike Lee und Ethan Hawke, Hommages widmen sich Wolf-Eckart Bühler und Claude Lanzmann.

Retrospektive John Cassavetes

26. Juli bis 31. August, Berlin – Als Vorreiter des amerikanischen Independent-Kinos ist sein Platz in den Filmgeschichtsbüchern zementiert. Das Arsenal-Kino zeigt aber nicht nur die 12 Regiearbeiten von Cassavetes, darunter sein in Venedig ausgezeichnetes Debüt »Schatten«, sondern wirft auch einen Seitenblick auf seine schauspielerische Karriere in Filmen wie Polanskis »Rosemary's Baby« oder Don Siegels Siodmak-Remake »The Killers«.

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