Gerhard Midding

Der bildenden Kunst stand die Welt bisher nicht so weit offen wie dem Kino. Ein Film kann, sofern dies nicht die politische, religiöse oder ökonomische Zensur verhindert, im Prinzip auf allen Kontinenten gleichzeitig laufen. Bouchra Khalili ist eine bildende Künstlerin, die sich anschickt, die Aufholjagd zu gewinnen.

Venedig: Raus aus der Blase

Paul Greengrass porträtiert in »22. Juli« eine Gesellschaft, die nach dem Breivik-Attentat um ihre Zivilität ringt, Dokumentarfilmer Errol Morris lässt Trump-Berater Steve Bannon zu Wort kommen: Am Samstag endet das 75. Filmfestival von Venedig mit der Vergabe der Goldenen Löwen

Venedig: Deutschstunden

Florian Henckel von Donnersmarck stellt im Wettbewerb von Venedig seinen bereits als Oscar-Kandidat eingereichten Film »Werk ohne Autor« vor

Film des Monats September »Styx«

Ein Kammerspiel auf hoher See, konsequent an Bord einer Yacht in Szene gesetzt: wie eine Seglerin auf ein havariertes Flüchtlingsboot trifft – und wenig ausrichten kann: »Styx«

Venedig: Western wie neu

In Jacques Audiards »The Sisters Brothers« zeigen männliche Helden ihre feminine Seite, Willem Dafoe setzt Vincent van Gogh In »At Eternity's Gate« ein schauspielerisches Denkmal und László Nemes enttäuscht nach »Son of Saul« mit »Sunset«
Gerhard Midding

Die Kuratoren der damaligen Retrospektive waren Thom Andersen und Noel Burch, deren Film »Red Hollywood« Ende September im Arsenal läuft. (Wie ich dem Programm entnehme, haben sie ihn 2013 noch einmal überarbeitet.) Burch selbst war ein unmittelbar Betroffener: Seine akademische Karriere war ebenfalls der Kommunistenjagd zum Opfer - was daran gemahnt, dass Hollywood nur die publicityträchtige Speerspitze einer Kampagne war, in deren Verlauf das Nachkriegsamerika mit den progressiven Ideen der Roosevelt-Ära aufräumte.

Mile 22

Eine US-Spezialeinheit muss einen Überläufer durch eine asiatische Metropole zum Flugplatz bringen – an jeder Ecke lauern Killerkommandos. »Mile 22« ist ein handwerklich solider, aber unorigineller und politisch reaktionärer Actionthriller, der in keiner Weise an die besten Filme des Gespanns Peter Berg/Mark Wahlberg heranreicht
Gerhard Midding

Cy Endfield muss ein interessanter Mann gewesen sein. Der Amerikaner war nicht nur Drehbuchautor, Regisseur und Erfinder, sondern auch ein begabter Magier, den Orson Welles sehr bewunderte. In England hat er einen meiner Lieblingsfilme inszeniert, »Zulu« mit Stanley Baker und Michael Caine und zusammen mit Ray Harryhausen eine der schönsten Jules-Verne-Verfilmungen, »Die geheimnisvolle Insel«. Aber ich bin nicht sicher, ob er stolz war auf sein Lebenswerk.

Favoriten-Zwist in Venedig

Mit Alfonso Cuaróns 70er-Jahre-Familiendrama »Roma«, Yorgos Lanthimos' Historiengroteske »The Favourite« und Olivier Assayas »Double vies« begeben sich drei hochkarätige Preis-Anwärter ins Rennen um den Goldenen Löwen

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