Vena (2024)

In Narration und Bildsprache empathisches Spielfilmdebüt über eine süchtige Schwangere, das nah an seiner Protagonistin bleibt, ohne sie zu verurteilen oder stereotype Erklärungsmuster zu bemühen. Stattdessen wird das Strafvollzugssystem infrage gestellt.

Anemone

Für das Regiedebüt seines Sohnes Ronan kehrt Daniel Day-Lewis entgegen allen Erwartungen vor die Kamera zurück. Als traumatisierter Ex-Soldat, der vor Jahren mit seiner Familie gebrochen und sich aus der Zivilisation zurückgezogen hat, läuft der Oscargewinner zu verlässlich großer Form auf. Dies kann allerdings nicht gänzlich darüber hinwegtäuschen, dass dem jungen Regisseur die Umsetzung der Geschichte auf visueller Ebene überzeugender gelingt als auf der dramaturgischen.

Netflix: »Train Dreams«

Die Adaption des gleichnamigen Romans von Denis Johnson zeichnet anhand des Lebens eines einfachen Arbeiters den rasanten Wandel Amerikas zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach.

Monsieur Claude und sein großes Fest (2021)

Zum dritten Mal thematisiert Philippe de Chauveron rund um seinen Spießbürger und dessen Schwiegersöhne die diversen Ressentiments und Vorurteile der Franzosen. Auf vielleicht zu leichte Weise, aber doch mit ein paar gelungenen Spitzen.

Maudie (2016)

Aisling Walsh konzentriert sich in ihrem Spielfilm »Maudie« über die kanadische Folk-Künstlerin Maud Lewis ganz auf ihre beiden Hauptdarsteller Sally Hawkins und Ethan Hawke, die wahrhaft sensationell sind.

Der Gesang der Flusskrebse (2022)

Die buchstabengetreue Filmadaption eines Bestsellerromans lässt gerade in jenem Aspekt Inspiration vermissen, der dieser Entwicklungsgeschichte eines Mädchens, das sich allein in der Wildnis in North Carolina behauptet, ihren Reiz verlieh: so hübsch die emanzipatorische Saga ausgestattet ist, so fehlen doch jene schwelgerischen Naturpanoramen, die den Ruf der Wildnis, dem die Heldin folgt, zumindest ästhetisch beglaubigen.

Elaha (2023)

Die Emanzipationsgeschichte um eine junge Deutschkurdin, die vor der Hochzeit ihr Hymen rekonstruieren lassen will und Rollenerwartungen ihrer Familie hinterfragt, vermeidet Stereotype und wird von einer überzeugenden Protagonistin getragen.

Sehnsucht in Sangerhausen

Im mythenreichen Harz unternimmt Julian Radlmaier den Versuch, die romantische Tradition in den Provinzrealismus der Gegenwart zu retten. Wo Rassismus, Klassenkampf von oben und Tristesse grassieren, giert dieser Film nach Schönheit.

74. Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg

Generationenkonflikte und Geistergeschichten: wieder mal ein beeindruckendes Programm beim 74. Internationalen Filmfest Mannheim-Heidelberg.

Interview: Osgood Perkins über »Keeper«

Ein rasanter Dreh, ein Mini-Budget und große kreative Freiheit: Mit epd Film spricht Osgood Perkins über Beziehungs-Horror, toxische Männlichkeit und die Kunst, mit minimalen Mitteln maximalen Filmstress zu erzeugen.

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