Thorsten Merten

Als Schauspieler/in:

Der Möbelpacker Walter trifft bei einer Zwangsräumung zufällig auf seinen Sohn, den er Jahrzehnte nicht gesehen hat. David Nawraths Spielfilmdebüt »Atlas« kommt teils bedeutungsschwanger daher, ist aber dennoch eine originelle Erzählung über den »kleinen Mann« und die virulente Mietproblematik
»Gundermann« ist sehr viel mehr als nur die Biografie des Nachwende-Liedermachers. Es ist ein kluger, einfühlsamer, vielschichtiger und berührender Beitrag zur deutsch-deutschen Geschichte, zu einem differenzierteren Umgang ganz ohne arrogante Zeigefinger- Besserwisserei
Axel Ranisch, der Rosa von Praunheim und seine verwegene Großmutter zu Vorbildern hat, meidet in seinem »Trinkerdrama« die gängigen Problemfilmklischees und stellt die Sucht als Wesen aus Fleisch und Blut und besten Freund dar
Ruby und Martin, zwei sensible Teenager, wollen der Enge der westdeutschen Provinz entfliehen und landen in christlichen Erziehungsheimen. Christian Frosch wirft einen Blick zurück im Zorn auf die Jahre '68 bis '77 und schließt mit diesem formal brillanten Melodrama direkt an das Spätwerk Rainer Werner Fassbinders an
Burhan Qurbani rekonstruiert mit fabelhaften Darstellern die fremdenfeindlichen Exzesse 1992 in Rostock-Lichtenhagen in einem fiktiven Rahmen: kunstvoll, nuanciert und sensibel
Michael Baumann verwebt in seinem Stuttgart-Film gebrochene Biografien zu einem bunt-melancholischen Flickenteppich. Während die Steigerung hin zum reinigenden Gewitter etwas zu drehbuchseminargerecht wirkt, liegt die Stärke des Films in der Anlage der Charaktere
Eine dokumentarisch anmutende Beobachtung der Odyssee einer 47-Jährigen, die sich nach einem abrupten Eheende auf neue Männer einlässt. Dabei wird die Hauptfigur selbst leider zur Stichwortgeberin für teils amüsante Porträts ihrer skurrilen Liebhaber reduziert
In der bayerischen Provinz verfilmt ein Regisseur Kleists »Michael Kohlhaas« – ganz ohne Budget. Doppelbödige Filmemacherkomödie, die ihre Versprechen nicht einlöst
Die fantastische Geschichte des DDR-Erlebnisgastronomen Rolf Anschütz, der in Suhl ein asiatisches Restaurant führte, diente als Vorlage für diese darstellerisch routiniert gemeisterte Tragikomödie von Carsten Fiebeler, die aber anfänglich hohe Erwartungen leider allzu schnell in vorhersehbare Bahnen lenkt
Isabell Kleefeld hat Daniel Kehlmanns Roman verfilmt: Menschen in Identitätskonflikten – und ist in die Falle des Episodenfilms getappt, immer ein bisschen zu viel zu erzählen