Barbara Schweizerhof

Die Karriere des amerikanischen Regisseurs Terrence Malick ist eine der seltsamsten, die es in der Filmgeschichte gibt: In den ersten 30 Jahren nach seinem aufsehenerregenden Debütfilm Badlands drehte er lediglich drei Filme, darunter The Thin Red Line, sein Film über den Krieg im Pazifik, mit dem er 1999 auf der Berlinale den Goldenen Bären gewann.

Harald Mühlbeyer

"Der beste Western, der je gedreht wurde!" epd Film-Chef Rudolf Worschech ist überzeugt davon: "She Wore a Yellow Ribbon hat alles, was ein Western braucht." Und er zählt auf: Indianer, ganz wichtig. Die besten Oneliner, die das Genre je hervorgebracht hat. Eine sagenhafte Landschaft. Tolle Kameraarbeit. Es ließe sich, meint der Verfasser dieser Zeilen, eine grandiose Darstellung John Waynes hinzufügen. Und man könnte anmerken: Es fehlt der Shootout. Und eine individualisierte Schurkenfigur.

Harald Mühlbeyer

Es liegt vermutlich an der Kopienlage, dass dieser famose Film nicht im offiziellen Programm läuft: Barbara Flückiger schreibt in ihrem Essay im Begleitband, wie unterschiedlich die Farben in den verschiedenen Restaurierungsfassungen aussehen: "Nach heutiger Quellenlage lässt sich nur schwer beurteilen, wie die Farben in The Black Pirate wirklich ausgesehen haben" – zeitgenössische Quellen sprechen von Sepia- und Grüntönen, die Kopie, die im Babylon lief – die BluRay-Fassung – "fällt vor allem [durch] die völlig uneinheitliche Farbgebung auf", so Flückiger.

Gerhard Midding

Das Wort vom dankbaren Publikum ist mit Vorsicht zu genießen. Es wird oft gönnerhaft benutzt; gern von Leuten, die eigentlich dem Publikum zu Dank verpflichtet wären. Natürlich darf auch das Publikum für Vieles dankbar sein. Oft genug beweist es damit seine Großzügigkeit.

Gerhard Midding

Es gibt so manchen Menschenschlag, dem man auf der Leinwand lieber begegnet als im Leben. Es ist zweifellos behaglicher, sich beispielsweise mit Truffauts Kinofigur Adèle Hugo auseinanderzusetzen, als in der Realität mit solch heftiger Liebesbesessenheit konfrontiert zu werden.

Gerhard Midding

Der erste Film, den ich je trotz massiver Proteste am Eingang des Kinos gesehen habe, war Fitzcarraldo. Werner Herzog wurde seinerzeit, wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht, die Ausbeutung der indigenen Statisten sowie Raubbau an deren Lebenswelt vorgeworfen. Für solche und andere Vergehen leistet nun erfreulicherweise die neue Berlinale-Sektion "NATIVe" Abbitte.

Ulrich Sonnenschein

Starke Frauen, wilde Jugend, Beziehungen im Alter, neben der Vielzahl der Themen, die die Berlinale abdeckt, gibt es, mehr oder weniger freiwillig, in jedem Jahr auch  merkwürdige Schwerpunkte. Haut war es vor ein paar Jahren, Wald im vergangenen Jahr und in diesem kündigt sich auch wieder ein Fokus an: Tiere, wild, domestiziert oder ganz beiläufig – schließlich geht es hier ja auch um welche. Der erste oder zweite Filmsatz, der auf dieser Berlinale gesprochen wurde, kündigte das Thema bereits an.

Ulrich Sonnenschein

Der Berlinale ist ein Ort des Austausches. Ein Filmproduzent, den ich letztes Jahr traf, sagte auf die Frage, welcher Film ihm am besten gefallen habe, "zum Filmschauen komm ich hier gar nicht. Habe zu viele Termine". Man schätzt die freie Bewegung in der Kunst. Die Wege allerdings, die man dazu täglich zurücklegen muss, zwischen Futterstellen, Pressekonferenzen und den verschiedenen Kinos, sind alles andere als frei. Natürlich muss man die Menschenmassen hier irgendwie kanalisieren, aber so schlimm wie in diesem Jahr war es noch nie.

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