Salzgeber

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Explizit, sinnlich und ohne falsche Sentimentalität erzählt »Maspalomas« von homosexuellem Begehren im Alter. Getragen vom großartigen José Ramón Soroiz wird daraus ein berührendes Drama über familiäre Verletzungen und eine Freiheit, die in jeder neuen Umgebung behauptet werden muss.
Auf Fahrradtour mit seiner Familie hadert ein Jugendlicher mit unerwiderter Liebe – bis eine mysteriöse Gestalt in sein Leben tritt. Bildstark erzählte Coming-of-Age-Story, die allerdings zu sehr eine Hommage an die Familie sein will.
Lotta Schwenks unabhängig produziertes Langfilmdebüt erzählt eine Coming-of-Age-Geschichte konsequent aus der Sicht der queeren Protagonistin. Die sinnliche, flirrende Bildgestaltung trifft in jeder Situation den richtigen Ton und zeichnet ein gleichsam individuelles wie universelles Porträt des Erwachsenwerdens.
Rosanne Pel entfaltet das Psychogramm einer dysfunktionalen Familie, pointiert formuliert, sinnlich erzählt und virtuos gespielt von Jil Krammer, Susanne Wolff und Hildegard Schmahl.
Joscha Doumas Science-Fiction-Dystopie bewegt sich irgendwo zwischen realistischer Technik- und Kapitalismuskritik im »Black Mirror«-Stil und bewusst überzeichnetem Genre-Kino.
Statt auf überbordende Gefühle und Dramatik setzt Regisseurin Anna Cazenave Cambet auf Nüchternheit und Ruhe. Dass ihre Romanadaption über weibliche Selbstermächtigung trotz der einen oder anderen Länge zum Ereignis wird, liegt vor allem am ebenso nuancierten wie intensiven Spiel von Hauptdarstellerin Vicky Krieps.
Im sommerlichen Flirren der Cote d' Azur ringt ein gut behüteter Teenager mit seinen Träumen und muss entscheiden, welche Richtung er seinem Leben geben will. Einfühlsam begleiten Robin Campillo und der vor Drehbeginn verstorbene Laurent Cantet ihn durch den Taumel der Gefühle. Ein Gemeinschaftswerk, das nicht nur als postumer Freundschaftsdienst bewegend ist.
In Volker Koepps neuem Film kommen osteuropäische Juden zu Wort, deren Biografien von politischen Umbrüchen und dem Angriffskrieg gegen die Ukraine geprägt sind.
Die nächtliche Bühne, die der dritte Langfilm des Regiegespanns Marcio Reolon und Filipe Matzembacher im Titel führt, ist mindestens doppeldeutig. Zwei ehrgeizige Schauspieler und ein aufstrebender Politiker spielen in dem queeren Erotikthriller eine Rolle, hinter der sich ihre wahre Identität verbergen muss.
Der Animationsfilm für Erwachsene erinnert an Adult-Swim-Serien wie »Final Space« oder »Rick and Morty« und ist voll von schrägen Einfällen, popkulturellen Zitaten und absurdem Humor. Ganz lässig im Vorbeigehen entwirft »Lesbian Space Princess« außerdem eine sexpositive, queerfeministische Utopie.