Salzgeber

Im Verleih:

Annekatrin Hendels Dokumentarfilm »Familie Brasch« ist zuerst eine Chronik: der Versuch, die verwickelten Verhältnisse in einer durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts verworfenen, deutschen Familie zu ordnen, im Spannungsfeld zwischen Kultur und Politik
Juliana Rojas und Marco Dutra vermischen auf wunderbar leichthändige Weise Politisches und Poetisches. Das Horrormärchen um einen Werwolfjungen und seine beiden Mütter besticht dabei vor allem durch Rui Poças fantastische Bildkompositionen, die das Kino der 40er Jahre zitieren und doch fest in unserer Zeit verankert sind
Inspiriert von Édouard Louis' Roman »Das Ende von Eddy« erzählt Anne Fontaine in »Marvin« eine bewegende queere Comig-of-Age-Geschichte. Ihr sensibles Porträt der Verwandlung eines schwulen Arbeiterkindes aus der Provinz in einen aufstrebenden Pariser Schauspieler feiert zugleich die Kunst als Macht, die tatsächlich die Welt verändern kann
Stephen Nomura Schible porträtiert den Komponisten Ryuichi Sakamoto, der mit seinen Soundtracks zu »Der letzte Kaiser«, »Himmel über der Wüste« und »The Revenant« Filmgeschichte geschrieben hat. Sein Film »Ryuichi Sakamoto: Coda« ist allerdings keine klassische Künstlerdokumentation, sondern ein kontemplatives Essay voller Poesie
Essayistisch angelegte Dokumentation über den polnischstämmigen Regisseur und Produzenten Michal Waszynski, viel mehr als ein filmkundlicher Beitrag, eine Studie in Sachen Identität und europäischer Geschichte: »Der Prinz und der Dybbuk«
Ein junger FSJler (Nils Hohenhövel) freundet sich nach und nach mit Sven (Samuel Koch), dem an Muskelschwund leidenden Patienten, an, den er betreut. Eibe Maleen Krebs' Spielfilmdebüt »Draußen in meinem Kopf« verbindet radikale Spiritualität und ästhetische Klarheit
Gelassen und genau vollzieht Gerd Kroske die Geschichte des Heidelberger Sozialistischen Patientenkollektivs (SPK) und seiner Kriminalisierung zu Beginn der 1970er ­Jahre nach
Dokumentarfilm über ein grauenhaftes Detail der Weltgeschichte. In dem kleinem Ort Demmin in Mecklenburg nehmen sich 1945, kurz vor Kriegsende, Hunderte von Menschen das Leben. Sie folgten einer falschen Ideologie. Doch dieselbe Ideologie lebt heute noch in dem Ort, wo diese Tragödie für politische Ziele instrumentalisiert wird
Mark Noonans ruhig erzählter Dokumentarfilm setzt dem renommierten Architekten Kevin Roche ein sympathisches kleines Denkmal. Mit Roches Idealen von Demokratie und Gemeinschaft ist der Film auch ein Plädoyer gegen Nationalismus und Abschottung
Häuser sind eben nicht nur pragmatische Bauwerke, sondern Stein gewordene Idee. Kaspar Astrup Schröder hat mit »Big Time« einen erstaunlich unterhaltsamen Dokumentarfilm über den dänischen Stararchitekten Bjarke Ingels gedreht, der mit nur 30 Jahren in die Riege der weltweit führenden Architekten aufstieg und immer gewagtere Häuser baute